Denkmal

98 Jahre alter Herner Kiosk soll unter Denkmalschutz

Sie unterstützen die Unterdenkmalstellung des Sodinger Kiosks: (v.li.) Ulrich Klonki (SPD), Betreiberin Heike Chuchra, Gerd Biedermann (Geschichtsgruppe „Die Vier“), Bezirksbürgermeister Mathias Grunert, Simon Hagen und Ernst Schilla (SPD).

Sie unterstützen die Unterdenkmalstellung des Sodinger Kiosks: (v.li.) Ulrich Klonki (SPD), Betreiberin Heike Chuchra, Gerd Biedermann (Geschichtsgruppe „Die Vier“), Bezirksbürgermeister Mathias Grunert, Simon Hagen und Ernst Schilla (SPD).

Foto: OH

Herne.  1922 wurde das Gebäude als Bedürfnisanstalt/Trinkhalle in Sodingen errichtet. Nun soll der Herner Kiosk unter Denkmalschutz. Das ist der Grund.

Der Kiosk auf dem Sodinger Kurt-Edelhagen-Platz in Herne soll unter Denkmalschutz: Bezirksbürgermeister Mathias Grunert und die Geschichtsgruppe „Die Vier“ haben einen entsprechenden Vorstoß für das 98 Jahre alte Gebäude am derzeit entstehenden Bunker-Wohnprojekt „We-house“ gestartet. Es wäre der dritte Kiosk in Herne, der unter Denkmalschutz gestellt würde.

Bürger sorgten sich um Erhalt des Gebäudes

Nach Beginn der Umbauarbeiten am We-house hätten Bürger immer wieder die Sorge geäußert, dass mit der geplanten Platzumgestaltung auch das historische Gebäude weichen müsse, berichtet Bezirksbürgermeister Mathias Grunert (SPD). Diese Sorge sei zum Glück unbegründet: „Schließlich weiß auch die Sodinger Politik um den Wert dieses stadthistorischen Kleinods, das wir nun langfristig sichern wollen.“

Die Geschichte von „Heike’s Kiosk“ - so der heutige Name - ist beinahe 100 Jahre alt: Anfang des Jahres 1922 habe die Gemeindevertretung Börnig die Errichtung einer Bedürfnisanstalt nebst Trinkhalle beantragt, weil der Börniger Wochenmarkt sich zu einer festen Einrichtung etabliert habe, berichtet Grunert. Nach einem entsprechenden Beschluss der Amtsversammlung Sodingen habe bereits gegen Ende desselben Jahres die Eröffnung stattgefunden. 1924 sei die „Bedürfnisanstalt/Warte- und Trinkhalle“ dann offiziell in das Eigentum des Amtes Sodingen übergegangen.

Geschichtsgruppe fahndete in den Archiven

Mit dem Umbau des Weltkrieg-Bunkers zum We-house mit 25 Wohnungen und der geplanten Umgestaltung des Platzes sei das kleine Gebäude wieder in den Fokus geraten. Die Geschichtsgruppe „Die Vier“ und besonders Gerd Biedermann hätten in den Archiven nach Unterlagen über die Trinkhalle gefahndet, so Grunert. Bereits zuvor hätten er und die Sodinger Sozialdemokraten Ulrich Klonki und Ernst Schilla für den langfristigen Erhalt des historischen Gebäudes geworben.

„Wir sind überzeugt, dass die Kombination aus alt und hochmodern auf dem zukünftig umgestalteten Platz viel Potential hat und hoffen natürlich, dass der Kurt-Edelhagen-Platz - trotz der Parkflächen - eine ganz neue Aufenthaltsqualität erhalten wird“, erklärt Grunert. Die Unterschutzstellung des kleinen Kiosk sei dafür ein wichtiger Baustein.

Zwei Trinkhallengebäude seien in Herne bereits denkmalgeschützt, berichtet Stadtsprecher Christoph Hüsken auf Anfrage. Zum einen der Kiosk an der Märkischen Straße 31 in Wanne-Süd. „Ein Gebäude aus den 1950er-Jahren mit markant geschwungenem Vordach“, der seit 2018 unter Schutz stehe, so die Verwaltung. Und: ein hölzerner Verkaufspavillon, der mal an der Schaeferstraße in Herne-Mitte gestanden habe. „Sein Verbleib ist nach dem Abbau nicht geklärt“, sagt Hüsken. Nicht geschützt sei dagegen die „Fortuna-Bude“, also jener wohl bereits im 19. Jahrhundert errichtete Kiosk, der inzwischen hinter dem Heimatmuseum in Unser Fritz steht. loc

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