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82-Jährige fällt auf Teppich-Betrüger herein

Renate Günther  ist von einer vermeintlichen Teppichreinigungsfirma betrogen worden.

Renate Günther ist von einer vermeintlichen Teppichreinigungsfirma betrogen worden.

Foto: Klaus Pollkläsener

Herne.   Betrügerisches Trio kassiert für eine vorgetäuschte Reinigung 700 Euro. Die Polizei rät: keine Fremden in die Wohnung lassen!

Schlauer als die Polizei erlaubt: Auf einen besonders raffinierten Trick ist Renate Günther hereingefallen. Betrüger schwatzten der 82-Jährigen eine Teppichreinigung auf und zogen die Rentnerein dabei richtig über den Tisch. 700 Euro sind futsch, inzwischen hat Renate Günther Anzeige erstattet.

„Ein älterer Mann und zwei jüngere Kollegen standen an meiner Tür und wollten zunächst Schmuck kaufen“, berichtet Renate Günther. Sie habe den Eindruck gehabt, dass die drei Männer in Wahrheit nur schauen wollten, was sie an Wertgegenständen in der Wohnung habe. „Die sprachen mit einem türkischen Akzent, der eine war wohl der Sohn des Älteren.“

Adresse auf der Quittung gibt es nicht

Dann habe das Trio vorgeschlagen, den Teppichboden der alten Dame zu reinigen. „Das sollte alles komplett sauber werden, versprachen sie. Sie hatten ein Reinigungsgerät dabei, einen Schrubber liehen sie sich von mir aus.“ In Wirklichkeit hätten die Herren die Teppiche aber nur oberflächlich gereinigt, eigentlich nur nass gemacht, und dann die Rechnung präsentiert. „700 Euro, so viel Geld hatte ich natürlich nicht zuhause“, erzählt Renate Günther. Also ging sie mit einem der „Teppichexperten“ zur Sparkasse und hob dort 700 Euro von ihrem Konto ab. Ein bisschen vorsichtig war sie dabei schon. „Die anderen Männer mussten die Wohnung verlasen, ich wollte nicht, dass sie dort alleine sind.“ Die böse Überraschung erlebte die Seniorin erst am nächsten Morgen, als bei Tageslicht klar wurde: Die Teppiche sind gar nicht richtig sauber geworden. „Das war Pfuscharbeit.“ Das Trio hatte zwar versprochen, wieder zu kommen, doch auch das stimmte nicht.“ Die ehemalige Gemeindeschwester der Diakonie hatte die Quittung aufbewahrt, doch zu allem Guten stellte sich heraus: Die Adresse, die darauf stand, gibt es in Herne überhaupt nicht.

Tipps der Polizei

Die Polizei rät nach diesem besonders krassen Betrugsfall: „Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung! Bestellen Sie Unbekannte zu einen späteren Zeitpunkt wieder, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist! Lassen Sie nur Handwerker in Ihre Wohnung, die Sie selbst bestellt haben oder die von der Hausverwaltung angekündigt worden sind!“

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