Rock

80er-Jahre-Band Extrabreit rockt den Gysenbergpark in Herne

Extrabreit mit Kai Havaii (2.v.l.) im Festzelt

Extrabreit mit Kai Havaii (2.v.l.) im Festzelt

Foto: WAZ FotoPool

Herne.   „Keiner weiß mehr weiter, doch ich bin extrabreit“ : Für den Auftakt der neuen Konzertreihe „Rockt!“ am Sonntagabend hatte der Herner Veranstalter MMT Event die Band Extrabreit aus Hagen engagiert. Mit 22 Songs ließen die Ikonen der Neuen Deutschen Welle den Bretterboden schwingen.

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Extrabreit konnte sich auch das Publikum machen, denn das Zelt im Gysenbergpark – am Mittwoch wird dort in den 1. Mai gefeiert – war gerade mal zur Hälfte luftig gefüllt. Laut Veranstalter Thomas Lakomy waren 340 Karten für das (ausgesprochen gute) Konzert verkauft worden.

Man habe sich mehr Zuspruch erhofft, aber man könne aufbauen auf diese „gute erste Veranstaltung“, sagt Lakomy im Anschluss an das Konzert. Die Band um Frontmann Kai Havaii liefert eine mitreißende Show ab, das Publikum – Männer und Frauen in den Vierzigern – ist begeistert, hier und da wird getanzt. Vor allem natürlich zu den unvermeidbaren Stücken „Flieger, grüß mir die Sonne“ und „Hurra, hurra, die Schule brennt“.

22 Songs in anderthalb Stunden

In knapp anderthalb Stunden bringt das Quintett, das immer wieder der neuen Neuen Deutschen Welle zugeordnet wird, 22 Songs unter, ohne dabei den Eindruck zu erwecken, schnell fertig werden zu wollen. Im Gegenteil: Titel wie „Der Präsident ist tot“, „Junge, wir können so heiß sein“ oder „Jeden Tag - jede Nacht“ ziehen sie ausufernd in die Länge, mal krachend rockig, mal hypnotisierend bluesig. Sänger Havaii schlängelt sich dazu wie in Ekstase über die Bühne, lässt Arme und Hände zum Sound seiner Bandkollegen über seinem Kopf tanzen.

Extrabreit mischen unter Klassiker wie „Kleptomanie“, „3-D“, „Polizisten“ oder „Lottokönig“ auch Stücke aktuelleren Datums, etwa „12 Sekunden“, „Besatzungskind“ oder „Verrückte Welt“ vom Album „Neues von Hiob“ aus dem Jahr 2008, mit dem das Quintett ohne Ansage direkt den Abend eröffnet und den Bretterboden im Zelt zum Schwingen bringt. Auf englische Titel verzichtet das Quintett ganz. Und davon haben Extrabreit nicht wenige im Angebot.

Als Havaiis Mikro seinen Geist aufgibt, springt Gitarrist und Gründungsmitglied Stefan „Kleinkrieg“ Klein für zwei Lieder ein und bekommt so Gelegenheit, das Stück „Liebling“ zu singen, das aus seiner Feder stammt. Und wer nicht wusste, dass dieser Mann auch singen kann, lernt an dieser Stelle dazu.

„Wir können ja nicht gehen, ohne das Lied für die schulpflichtigen Kinder gespielt zu haben“, flachst Kai Havaii kurz vor Konzert-Ende und die extrabreite Gemeinde weiß natürlich, dass jetzt die Zeit gekommen ist für „Hurra, hurra, die Schule brennt“. Das ist geil, das ist geil . . . !

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