Landgericht

59-jähriger Opa aus Herne gesteht Missbrauch der Enkelin

Das Justizzentrumin Bochum hell erleuchtet.

Das Justizzentrumin Bochum hell erleuchtet.

Foto: Ingo Otto

Herne.   Ein 59-jähriger Lkw-Fahrer aus Börnig steht vor dem Landgericht. Er hat bereits gestanden, seine Enkelin missbraucht zu haben.

Ein Lkw-Fahrer (59) aus Börnig hat vor dem Bochumer Landgericht einen sexuellen Übergriff auf seine achtjährige Enkelin gestanden. Zum Prozessauftakt gab der Großvater am Mittwoch zu: „Irgendwie hat es mich gereizt. Im Nachhinein verstehe ich mich selber nicht.“

Der von der Staatsanwaltschaft als schwerer sexueller Missbrauch von Kindern angeklagte Vorfall passierte am 5. März 2018. Die achtjährige Enkeltochter war an diesem Tag wie so oft nebenan beim Opa, der im selben Wohnhaus in Börnig lebt wie ihre Familie. Nach einem Toilettengang des Mädchens wollte der 59-Jährige bei dem Kind antibakterielle Salbe gegen zuvor von ihm bereits wahrgenommene Rötungen im Schambereich auftragen. Dazu legte sich die Enkelin nach Angaben des seit Jahren alleinlebenden Angeklagten bäuchlings und unten herum entkleidet auf das Bett im Schlafzimmer. Diese „Gelegenheit“ nutzte der 59-Jährige dann für sich und seine sexuellen Interessen aus.

Mindeststrafe von zwei Jahren

„Bis zu dem Geschehen hatte der Angeklagte noch nie solche Empfindungen verspürt“, erklärte Verteidiger Stefan Kixmöller. „Als sich das Kind ihm dann aber in einer dieser Lage präsentiert hat, ist das Interesse in ihm erwacht.“ Das kleine Mädchen hat in der konkreten Situation offensichtlich gar nicht realisieren können, dass es zu einer sexuellen Handgreiflichkeit gekommen war. „Sie hat einmal kurz ‚Aua‘ gesagt“, erinnerte sich der Angeklagte. „Ich habe darauf zu ihr gesagt, Entschuldigung.“ Anschließend, so der 59-Jährige weiter, sei die Achtjährige aufgestanden, habe sich angezogen und gerufen: „Los Opa, jetzt fangen wir aber endlich an zu kochen.“ Dass irgendetwas vorgefallen sein muss, war erst kurz danach im Anschluss an das gemeinsame Mittagessen aufgefallen. Angesprochen auf einen Flecken in der Unterhose hatte die Achtjährige ihren Eltern sinngemäß erklärt: „Der Opa hat da ganz feste eingecremt.“

Für den Angeklagten gipfelte der Vorfall danach in einen rigorosen Abbruch des Kontakts zu seiner Familie. Erklärtes Ziel sei es, so der 59-Jährige, demnächst auch aus dem Wohnhaus in Börnig auszuziehen.

„Mir tut das Geschehen unendlich leid und es wird sicher auch nicht noch einmal vorkommen“, sagte der Lkw-Fahrer. Ihm droht eine Mindesthaftstrafe von zwei Jahren. Urteil: voraussichtlich nicht vor dem 28. Mai.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben