Natur

46. Pflanzentauschbörse in Herne findet trotz Corona statt

Alfred und Brigitte Hoffmann schauen sich auf der Pflanzentauschbörse in Herne Pflanzen an.

Alfred und Brigitte Hoffmann schauen sich auf der Pflanzentauschbörse in Herne Pflanzen an.

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Herne.  Pflanzen sind in Zeiten der Corona-Pandemie hoch im Kurs. Das zeigte sich auch auf der Pflanzentauschbörse in Herne, die zum 46. Mal stattfand.

Noch vor dem ersten Frost und bevor der Garten winterfest gemacht wird, hat der BUND Herne am Samstag, 17. Oktober, zur 46. Pflanzentauschbörse am Haus der Natur eingeladen. Trotz der ungewöhnlichen Corona-Situation oder gerade deswegen war das Interesse groß.

Schon vor dem Startschuss der Veranstaltung waren die Herner eingeladen, übrige Pflanzen, Samen oder Setzlinge, beim Haus der Natur, abzugeben. „Recycling“ wird beim BUND Herne großgeschrieben. „Die Natur hat ihren Wert und Pflanzen sollen nicht einfach weggeschmissen werden“, erklärt Hiltrud Buddemeier, ehemalige Vorsitzende des BUND der Kreisgruppe Herne.

Naturnahe Pflanzen werden bei der Pflanzentauschbörse gehandelt

Das Tauschprinzip ist einfach: Die Besucher bringen ihre übrigen Pflanzenschätze von Zuhause mit und können diese vor Ort gegen andere tauschen. Auch wer mit leeren Händen kommt, darf an die Börse gehen und mit einer freiwilligen Spende den Natursprösslingen ein neues Zuhause geben.

In dem Tauschgeschäft werden vor allem naturnahe Pflanzen gehandelt. Das vielfältige Sortiment reicht von Borretsch, Mutterkraut bis hin zu Basilikum und Königskerzen. „Mit naturnahen Pflanzen soll nicht nur der Umwelt etwas Gutes getan werden, sondern es kommt auch den Tieren, die in der Natur leben, zugute“, so Buddemeier.

„Es war mir eine persönliche Herzensangelegenheit, dass wir die Veranstaltung trotz der Corona-Umstände durchziehen können“, erzählt die Botanikerin. „Wir lassen maximal zehn Besucher in den Garten und ausgewiesene Wegweiser sollen dafür sorgen, dass der Mindestabstand eingehalten werden kann. Leider gibt es in diesem Jahr keinen Kaffee und Kuchen.“

Pflanzen stehen seit Beginn der Corona-Pandemie hoch im Kurs

Gerade in dieser außergewöhnlichen Zeit hätten sich viele Menschen nach frischer Luft und freier Natur gesehnt. Das habe man auch an den Besucherzahlen am Haus der Natur gemerkt, so Buddemeier. „Unser Garten ist am Montag immer ab 14 Uhr für Besucher geöffnet und viele haben diese Gelegenheit auch genutzt.“

Seit Anbeginn der Corona-Pandemie haben Pflanzen hoch im Kurs gestanden. Diese Tendenz kann sie bestätigen. „Das Thema Garten ist belebt worden. Menschen haben mehr Zeit und wollen einer vernünftigen Beschäftigung nachgehen. Nicht nur Pflanzen wurden häufiger angeschafft, sondern einige haben sich sogar für die Haltung von Hühnern entschieden“, so die leidenschaftliche Botanikerin.

„Ich und meine Frau zählen seit über zehn Jahren zu den Besuchern der Pflanzentauschbörse“, erzählt Robert aus Wanne-Eickel. Am meisten freue er sich über Pflanzen, die er noch nicht kenne. Denn diese sorgten im nächsten Jahr immer für eine kleine Überraschung und noch mehr freue er sich darüber, das Naturspektakel zu fotografieren. „Diesmal habe ich eine wilde Karde und eine großblütige Königskerze ergattert“, erzählt der Hobbygärtner zufrieden.

Expertin rät Anfängern zu pflegeleichten Pflanzen

Bei der diesjährigen Herbst-Tauschbörse haben nicht nur die Pflanzen vor Ort im Vordergrund gestanden. Unter dem Motto „Insekten retten – Artenschwund stoppen“ haben ehrenamtliche Helfer und Helferinnen auf die aktuelle Volksinitiative Artenvielfalt aufmerksam gemacht. Über das zunehmende Interesse an der Pflanzenwelt, freut sich Hiltrud Buddemeier und rät angehenden Pflanzenbesitzer, sich vor allem pflegeleichte Pflanzen, die nicht viele Anforderungen stellen, anzuschaffen.

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