Neue Buslinie

391: Was alles für den Start einer neuen HCR-Linie nötig ist

Noch ist der Hinweis auf die 391 abgeklebt, das Foto zeigt eine Trainingsrunde der HCR-Fahrer.

Noch ist der Hinweis auf die 391 abgeklebt, das Foto zeigt eine Trainingsrunde der HCR-Fahrer.

Foto: Rainer Raffalski / FUNKE Foto Services

Herne.  Am Montag, 16. Dezember, startet die neue Buslinie 391 der HCR. Die WAZ durfte schon ein Stück mitfahren und die Vorbereitungen beobachten.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Am kommenden Montag geht es los: Dann macht sich die neue Buslinie der HCR - die 391 - auf den Weg. Die WAZ hatte die Gelegenheit, im Vorfeld ein Stück mitzufahren und zu erfahren, welche Vorbereitungen und Umstellungen nötig sind, um den 391er auf die Strecke zu bringen.

Aufmerksame Kunden der HCR werden es bereits beobachtet haben, dass der 391 schon unterwegs ist, allerdings stoppt er nicht an den Haltestellen. Der Grund: Die Fahrer lernen die Streckenführung kennen. In 40 Gruppen à fünf Fahrern geht es auf die 12,8 Kilometer lange Linienführung. Das heißt: Jeder Fahrer der HCR muss wissen, wo es lang geht und wo jede der 28 Haltestellen pro Richtung ist.

Jeder Fahrer muss jede Strecke der HCR kennen

Denn bei der HCR muss jeder Fahrer jede Strecke aller Linien kennen. Bei den Trainingsfahrten sind aber auch Kontrolleure und Werkstattmitarbeiter an Bord. Neuland ist die Linienführung der 391 nicht, sie ist in großen Teilen identisch mit jener der 390 und der 329. Das heißt: Ab Herne Bahnhof geht es über den Shamrockring über die Rottbruchstraße (Zeche Julia), die Bielefelder Straße (Brennerstraße) über den Kreisverkehr Richtung Eickel, von dort Richtung Röhlinghausen weiter Richtung Wanne-Eickel Hauptbahnhof.

Dennoch sind an manchen Verkehrsschildmasten entlang der Strecke kleine gelbe Schilder montiert, die den Fahrern den richtigen Weg weisen, wenn sie doch unsicher sind. Vor der Praxis habe es auch eine theoretische Schulung mit Stadtplan gegeben, so HCR-Sprecher Dirk Rogalla.

Die Schulung steht am Ende einer umfangreichen Vorbereitung - bei Hardware und Software. In die Kategorie Hardware fällt der Umbau von Haltestellen (nur an der Freisenstraße musste eine komplett neu gebaut werden). Da der 391er nur als Gelenkbus unterwegs ist, sind einige Haltekanten zu kurz gewesen und mussten verlängert werden. Und dann kommt manchmal eins zum anderen: Wegen der Verlängerung musste ein Laternenmast versetzt werden. Apropos Baumaßnahmen: Bei der HCR ist man erleichtert, dass die Baustellen an der Rottbruch- und Bielefelder Straße beendet sind und auch der große Kreisverkehr vollendet ist.

Alle Details müssen in die HCR-Datenbanken eingepflegt werden

Daneben mussten alle Daten rund um die neue Linie in die Datenbanken der HCR eingepflegt werden. So verfügen die Busse ja über einen Bildschirm, der die nächsten Haltestellen anzeigt. Heißt: Jeder Bus musste mit den Daten des 391er gefüttert werden. Hinzu kommen die großen elektronischen Anzeigetafeln vor den Bahnhöfen. Auch im Dienstplan für die Fahrer müssen die Fahrzeiten hinterlegt sein, um die Einsätze planen zu können. Und schließlich müssen auch die entsprechenden Masten an den Haltestellen umgerüstet und die Fahrpläne montiert werden.

Da die HCR mit der 391 ihr Angebot ausweitet, musste sie vier neue Gelenkbusse anschaffen, auch sechs neue Fahrer wurden eingestellt. Darüber hinaus gebe es weiteren Bedarf an weiteren Fahrern, so HCR-Geschäftsführer Karsten Krüger. Allerdings sei es auch für die HCR immer schwieriger, qualifiziertes Personal zu finden.

Eine zusätzliche Fahrt pro Stunde, zusätzlicher Platz für Fahrgäste

Für Krüger ist die 391 ein bedeutender Baustein, um das ÖPNV-Angebot in Herne auszubauen und attraktiver zu machen - unter anderem wird nun der Standort der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Röhlinghausen angebunden. Den Ausbau kann Krüger auch in Zahlen beziffern: In den Linienkombinationen 368/391 und 390/391 könnten Fahrgäste werktags eine zusätzliche Fahrt pro Stunde nutzen, stündlich gebe es zusätzlichen Platz für rund 120 Personen pro Fahrtrichtung.

Dass die HCR sein Angebot ausbaut, offenbart ein Langzeitvergleich. Gab es 1998 noch 15 Linien, waren 2018 bereits 21, die Zahl der der Fahrgäste stieg in diesem Zeitraum von 14,2 Millionen auf 19,9 Millionen, die Zahl der Fahrzeuge von 53 auf 66.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben