Chöre

150 Jahre Herner Männerchor: Jubiläumskonzert im Kuz

Der Herner Männerchor wird 150 Jahre alt.

Der Herner Männerchor wird 150 Jahre alt.

Foto: Klaus Pollkläsener

herne.   Der Herner Männerchor gründete sich 1869. Damit ist er einer der ältesten Chöre der Stadt. Zu seinem Repertoire gehören sogar die Toten Hosen.

Es gab Zeiten, da stand der Herner Männerchor mit 130 Sängern auf der Bühne. Herren im besten Alter, die sich zur Pflege des Chorgesangs allwöchentlich trafen und regelmäßig mit Konzerten das Publikum erfreuten. Diese Zeiten sind vorbei. Aber der Herner Männerchor, einer der ältesten Chöre der Stadt, hat überlebt. Der 150. Geburtstag wird am 2. Juni mit einem großen Jubiläumskonzert im Kulturzentrum gefeiert. 33 Sänger gestalten das Programm.

Wöchentliche Probe am Freitag in St. Elisabeth

„Ohne Idealismus ist das nicht zu schaffen“, sagt Karl-Heinz Straht (79), seit 1995 Vorsitzender des Vereins. 1958 schloss sich der frühere Techniker den Sängern an. Die Probe am Freitag ist für ihn, wie für alle Aktiven, Pflicht: „Sonst fehlt ein Stück Übung“. Noch länger als Straht (1. Bass), nämlich 63 Jahre, ist Wolfgang Sworowsky dabei, 1. Tenor, Raumausstatter und Strahts Vorstandskollege. „Ich bin der dienstälteste Sänger“, sagt er. „Früher haben die Väter uns schon mitgenommen.“ So kam auch er wie viele andere zum Gesang. „Das hörte in den 70er-Jahren auf. Da mussten wir schon mehr werben.“

Wenn Sworowsky und Straht überlegen, wieso die Chöre mal mehr Zulauf hatten, kommen sie zum Schluss: Es gab nicht so viele Alternativen. „Früher gab es kein Fernsehen“, sagt Sworowsky, und Straht ergänzt: „Man war froh, wenn man etwas unternehmen konnte.“ Die jungen Leute heute wollten sich nicht festlegen: „Deshalb haben die Projektchöre auch so einen Zulauf.“

Auch Modernes findet sich im Repertoire

Dabei hat der Herner Männerchor neben dem klassischen Repertoire, Opern- und Operettenmelodien, durchaus auch Modernes im Programm - vom Musical bis hin zu „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen. Das Programm des Jubiläumskonzerts spiegelt mit „dem Besten aus 150 Jahren“ diese Bandbreite. Dort sind der „Frohe Sängermarsch“ und „Hello Dolly“ genauso zu hören wie Udo Jürgens’ „Aber bitte mit Sahne“. Die Richtung gibt der Chorleiter vor. Seit 2006 ist das Hans Bruhn, vor ihm dirigierte seit 1983 Robin Fairhurst den Chor, der ihn von Gerhard Bohner (1957 bis 1983) übernommen hatte. „Lust am Singen und ein bisschen Stimme“: Mehr müsse ein Sänger nicht mitbringen, versichert Sworowsky. „Notenlesen setzen wir nicht voraus.“ Das erlerne sich bei der Probe.

Geselligkeit hat einen hohen Stellenwert

Singen und Geselligkeit: Darum ging es schon vor 150 Jahren, als sich gegenüber der Zeche von der Heydt der „Männerchor Gemütlichkeit“ gründete. Erst 50 Jahre später nahm er den Namen Herner Männerchor an. Die älteren Sänger erinnern sich gern an die großen Konzertreisen: Es ging nach Australien, Kanada und Wales, dazu kamen Auftritte in Deutschland, etwa in Kirchseeon, der Heimat des Bayrischen Partnerchores. Zwei Konzerte im Jahr in Herne sind heute noch Tradition.

„Das Singen ist mein Hobby“, sagt Wolfgang Sworowsky, gefragt nach der Bedeutung des Chors für ihn persönlich. „Es macht mir einfach Freude, weil ich anderen damit Freunde bereite.“ Für Karl-Heinz Straht ist das Singen das beste Mittel gegen Stress. „Als ich noch berufstätig war, musste ich mich freitags manchmal zur Probe hinzwingen“, sagt er. „Aber dann kam ich gelöst wieder.“

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Das große Jubiläumskonzert des Herner Männerchores 1869 beginnt am Sonntag, 2. Juni, um 16 Uhr im Kulturzentrum, Willi-Pohlmann-Platz 1.

Die Leitung hat Hans Bruhn. Mit Valerie Bruhn (Sopran), Christopher Brauckmann (Klavier), Martin Siehoff (Schlagzeug) und Kerstin Fabry (Saxophon/Flöte). Frank Lindner moderiert.

Der Eintritt kostet 18 Euro. Karten im Vorverkauf im Dekostudio Sworowsky, Bochumer Straße 33, bei Stadtmarketing, Kirchhofstraße 5, bei Kopiersysteme Metzner, Königstraße 5, und bei den aktiven Chormitgliedern.

Geprobt wird freitags um 19 Uhr in der St.-Elisabeth-Kirche an der Brunnenstraße 11. Neue Sänger sind willkommen.

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