Stilllegung

Zukunft der Deponie Volmarstein nach Rekultivierung unklar

Vertreter der Enerke GmbH, der Bezirksregierung und der Stadt Wetter schauten sich vor der Anwohnerversammlung noch einmal die Deponie Volmarstein an.

Vertreter der Enerke GmbH, der Bezirksregierung und der Stadt Wetter schauten sich vor der Anwohnerversammlung noch einmal die Deponie Volmarstein an.

Foto: Steffen Gerber

Volmarstein.   Viel Lkw-Verkehr: In nächsten sechs Jahren will die Enerke GmbH die Deponie Volmarstein mit neuem Material zur Stilllegung herrichten.

Für die nahe Zukunft gibt es konkrete Pläne, das langfristige Ziel ist noch nicht definiert: Die Enerke GmbH will die Deponie an der Kohlenbahn in Volmarstein rekultivieren. Der Zusammenschluss zweier Firmen (Ecosoil und Heitkamp) stellte das Vorhaben nun Anwohnern sowie Vertretern der Stadt Wetter und der Bezirksregierung Arnsberg im Restaurant zur Reithalle vor. Und erntete neben Verständnis auch Skepsis plus Kritik.

Was ist geplant?

Dr. Hans-Hermann Hüttemann von der Ecosoil-Geschäftsführung, Deponieleiter Rainer Opitz und Frank Niermöller als Technischer Leiter von Heitkamp erläuterten rund 50 Zuhörern, wie sie die beiden früheren Deponien der seit 2012 insolventen Firma Brühne und des Ruhrverbands abwickeln wollen. Die Projektgesellschaft strebt eine Verbundlösung für die Fläche zwischen der Köhlerwaldstraße und A1 an. Sollte die Bezirksregierung erwartungsgemäß zustimmen, will die GmbH in den nächsten sechs Jahren 600 000 Kubikmeter unbelastetes Material – hauptsächlich von Baustellen in der Umgebung – anliefern lassen, um 127 000 Quadratmeter Oberfläche herzurichten.

Das Prinzip: Durch Bodenverschiebungen auf dem Gelände soll eine Kuppel entstehen, an deren Seiten Wasser abläuft. Abschnitte des Areals wie der vordere Teil nahe der Reithalle oder der Hang hinunter ins Ruhrtal sind schon rekultiviert. „Die Endgestaltung steht nun an. So, wie es ist, kann es nicht bleiben“, so Hüttemann, der von zehn Millionen Euro Kosten sprach, die über Bauschutt-Annahmen refinanziert werden sollen.

Welche Probleme gibt es?

Wegen des komplizierten Wasserrechts muss die Projektgesellschaft eine mehr als ein Meter dicke Schicht plus Drainagelage auftragen. Darüber soll es grün werden, allerdings nur mit „Flachwurzlern“. Teiche, in denen laut Anwohnern wie im so genannten „Königsee“ schon mal gebadet oder geangelt wurde, sollen verschwinden. „Wasser gehört nicht auf eine Deponie“, sagte Hüttemann, der auch die gesperrte Autobahnauffahrt in Richtung Bremen als Nachteil ansprach.

Dabei sei die Fläche zur Zulieferung an der Kohlenbahn aber ausreichend, damit sich kein Rückstau bilde. Arbeitszeit: 7 bis 16 Uhr im Einschicht-Betrieb, am Wochenende (so der Plan) und abends nicht, im Winter auch tagsüber deutlich weniger. Anwohnern, die sich an das Piepsen beim Zurücksetzen der Baufahrzeuge erinnerten, versicherte Hüttemann, dass die heutigen Raupen und Walzen ohne dieses nervige Geräusch auskommen. Gleichwohl sei mit Baulärm zu rechnen, wobei auf dem Gelände kein Material mehr gebrochen oder gesiebt werde. Zudem sei – anders als früher – mit geringeren Geruchsbelästigungen zu rechnen.

Vertreter der Bezirksregierung stellten in Aussicht, dass es im Tagesdurchschnitt 25 Lkw-Ladungen gebe, in Spitzenzeiten auch schon mal 60 Fahrten. Daraufhin erneuerte Bürgermeister Frank Hasenberg die auch schon im Fachausschuss dokumentierten Bedenken, dass kein Verkehr durch Grundschöttel führen, die Sauberkeit der Straßen und Lärmvermeidungen im Blickfeld bleiben sollen. „Wir haben hier schon genug Baustellen.“

Die Enerke GmbH werde sich auch überlegen, wie sie die Entwicklung auf dem Areal dokumentiere, da Anwohner eine transparente Erläuterung etwa im Internet forderten. Mit dem Verweis auf Vandalismus und ein erst kürzlich gestohlenes Baufahrzeug aus Brühne-Beständen gebe es aber Grenzen, zumal die Behörde die Projektgesellschaft ohnehin kontrolliere. Kritik gab es, da nicht alle Anwohner auf die Informationsveranstaltung hingewiesen wurden (laut Opitz waren es 75 Hauswurfsendungen).

Was ist langfristig denkbar?

Zunächst einmal hat die Projektgesellschaft eine Nachsorgepflicht für die dann rekultivierte Deponie über 30 Jahre. Aktuell könne er nicht zusagen, dass die Fläche oder gar das rund 230 Meter hohe Plateau eines Tages öffentlich zugänglich sein werden, sagte Hüttemann. „Wir wissen natürlich auch, dass dort oben ein toller Aussichtspunkt wäre. Vielleicht gibt es mal Wege, die am Rand entlang führen. Ich kann heute aber nichts versprechen.“ Zuvor hatten Anwohner an Pläne zu Brühne-Zeiten erinnert, die ein Freizeitrevier mit Hotel andeuteten.

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