Ehrenamt

Verein „das mobile Hospiz“ Wetter findet ein Zuhause

Nach sechs Jahren hat der Verein „das mobile Hospiz“ Wetter ein eigenes Domizil gefunden. „Der Verein brauchte ein Zuhaus“, sagt Vorsitzende Barbara Tasli (vorn), hier mit Geschäftsführerin Ursula Reschke in den neuen Räumen.

Nach sechs Jahren hat der Verein „das mobile Hospiz“ Wetter ein eigenes Domizil gefunden. „Der Verein brauchte ein Zuhaus“, sagt Vorsitzende Barbara Tasli (vorn), hier mit Geschäftsführerin Ursula Reschke in den neuen Räumen.

Foto: Elisabeth Semme

Wetter.   Sechs Jahre nach seiner Gründung hat „das mobile Hospiz“ Wetter eigene Vereinsräume gefunden. Aber Helfer werden noch gesucht.

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„Wir waren an einem Punkt angelangt, wo der Verein ein Zuhause brauchte. Wo wir uns treffen, aber uns auch zurückziehen können. Für das Vereinsgefüge und die Vereinspsyche ist das ganz wichtig“, sagt Barbara Tasli, Vorsitzende des Vereins „das mobile Hospiz“ Wetter und strahlt. Gemeinsam mit Geschäftsführerin Ursula Reschke sitzt sie in den neuen Vereinsräumen an der Kaiserstraße 103, die am Mittwoch, 1. Februar, zum ersten Mal für Besucher und alle Interessierten offen stehen.

Miete für zwei Jahre

Seit der Gründung im Juni 2011 konnte der Verein zwar mietfrei einen Raum im Sparkassengebäude nutzen („Unser Dank geht an Rainer Uhlke, der das möglich gemacht hat“). Für Versammlungen und Kurse musste der Verein aber dann sozusagen „auf Tour“ gehen. „Wir haben uns dafür bei Kirchen und Vereinen, in der Seniorenresidenz, beim Diakoniewerk und vielen anderen Räume gemietet und uns bei der Gelegenheit gleich vorgestellt bzw. auch Kurse angeboten. Das war toll, man ist uns sehr entgegen gekommen. Das alles hat uns sehr geholfen“, blickt Barbara Tasli zurück. Ende letzten Jahres dann sei zum zweiten Mal eine größere Spende vom Golfclub Berge gekommen. „Dieses Geld haben wir jetzt genommen und das Büro hier für zwei Jahre gemietet. Dafür reicht der Etat“, so Tasli weiter.

Verein jetzt „sichtbar“

Neben der vereinsinternen Bedeutung sieht die Vorsitzende weitere Vorteile in dem eigenen Domizil: „Wir erreichen die Bürger jetzt ganz anders; denn wir sind jetzt auch zu sehen. Wenn demnächst, bei wärmeren Temperaturen, die Tür offen steht, die Bürger uns sehen und einfach zu uns hereinkommen können.“ Dann erläutert sie die beiden Säulen der Vereinsarbeit, die aus Sterbebegleitung einerseits und aus Beratung und Vermittlung andererseits bestehen. „Wir helfen beim Erstellen einer Notfallmappe für den Ernstfall oder beraten, damit Menschen sich im Dschungel der Verfügungen zurecht zu finden“, so Barbara Tasli und verweist auf die Wichtigkeit dieses Vorsorge- und Aufklärungsauftrags, der zudem ein politischer sei. Denn an dieser Beratungsarbeit mangele es: „Das erleben wir immer wieder, wenn wir in Familien kommen, wo ältere Menschen etwa eine Patientenverfügung überhaupt gar nicht kennen. Die dafür notwendige Aufklärungsarbeit wollen wir nun ganz niederschwellig direkt vor unserer Tür machen“, sagt die Vereinsvorsitzende. Denn: „Je vorbereiteter man in einem Notfall ist, zum Beispiel mit einer Notfallmappe, desto besser. Jeder von uns kann morgen verunglücken.“

Falsche Vorstellungen

Die niedrigschwellige Arbeit sei auch deswegen so wichtig, weil viele Menschen eine falsche Vorstellung hätten von dem, was die Vereinsmitglieder tun. Manchen falle da nur Tod und Sterben ein, und damit wollten sie dann nichts zu tun haben. Deswegen sei es für sie die Herausforderung schlechthin, den Leuten zu erklären, was der Verein macht. „Und genau dafür steht die Tür nun offen, und im Sommer wollen wir uns dann auch mal mit einem Stehtisch rausstellen.“ Wie die festen Sprechzeiten ankommen, bleibe abzuwarten. Aber nach wie vor können auch per Telefon Termine vereinbart werden.

Büromöbel geschenkt

Zum ersten Mal wird sich die Tür zum Verein „das mobile Hospiz“ also am Mittwoch, 1. Februar, um 18 Uhr öffnen. Jedermann ist willkommen, sich bei einem Glas Sekt (mit und ohne Alkohol) in den beiden neuen Räumen umzuschauen. Bei deren Einrichtung ist der Verein übrigens auch kräftig unterstützt worden von dem wetterschen Unternehmen Taprogge, das die gebrauchten Büromöbel zur Verfügung stellte und sie sogar anlieferte. „Dafür wollten wir keine Spenden verschleudern. Wir haben nur das wirklich Notwendige gekauft“, betont Barbara Tasli. Es sei dem Verein wichtig, klarzumachen, dass „wir keine Spendengelder benutzen,um uns toll einzurichten.“ Ihr Dank geht außerdem an die Firma Krahn, die sich um die grafische Gestaltung des Schaufensters kümmert.

Aktive Unterstützer gesucht

Apropos Spenden: Zwar habe „das mobile Hospiz“ nun für zwei Jahre die Sicherheit einer eigenen Unterkunft. „Dennoch wir brauchen weiterhin Gelder; denn wir bekommen keine staatliche Förderung“. Aber nicht nur Spenden sind beim Verein willkommen: Auch aktive Unterstützer werden gesucht. „Natürlich sind die Hospizhelferinnen das Herzstück unseres Vereins, aber es gibt auch darüber hinaus genug zu tun.“ Etwa für Menschen, die gern spazieren gehen und sich bereit erklären, auf ihren Wegen mal Flyer oder Einladungen zu verteilen. „Das würde mich schon sehr entlasten. Besonders in den Ortsteilen fehlen uns Menschen, die aus Sympathie für die Sache so etwas machen würden“, sagt Ursula Reschke, die diese Aufgabe meist erledigt. „Solche kleinen Gesten würden uns das Leben oft schon viel einfacher machen.“

Kontakt

Sprechzeiten im Büro: dienstags und donnerstags, 11 bis 13 Uhr, mittwochs, 16 bis 18 Uhr.

  • Darüber hinaus können Termine vereinbart werden unter 0176/ 99 33 48 57 oder per E-Mail: info@mobileshospizwetter.de

  • Mehr Infos online unter www.mobileshospizwetter.de

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