Soziales

Rafael-Grundschüler aus Wetter schnüren Pakete für das Leben

Teilen wie St. Martin: Mit Lehrerin Dagmar Pösel (hinten Mitte) haben Grundschüler Pakete mit Lebensmittelspenden für Südosteuropa gepackt. Jost Stahlschmidt, FeG-Auslandshilfe (hinten), freut sich.

Teilen wie St. Martin: Mit Lehrerin Dagmar Pösel (hinten Mitte) haben Grundschüler Pakete mit Lebensmittelspenden für Südosteuropa gepackt. Jost Stahlschmidt, FeG-Auslandshilfe (hinten), freut sich.

Foto: Elisabeth Semme

Wetter.  Eltern der Grundschüler spendeten Lebensmittel, die die Kinder mit Lehrerin Dagmar Pösel in Hilfs-Paketen verstauten. Sie gehen nach Südosteuropa.

Was es mit dem Heiligen St. Martin auf sich hat, der seinen Mantel der Legende nach mit einem Bettler teilte, das lernten die Jungen und Mädchen aller vier Klassen der katholischen Grundschule St. Rafael kürzlich im Religionsunterricht. Doch bei der bloßen Theorie sollte es nicht bleiben, befand Lehrerin Dagmar Pösel und startete deswegen unter dem Motto „Teilen wie St. Martin“ eine Hilfsaktion in der Schule.

Nachdem die Pädagogin zuvor die Eltern der Kinder mit ins Boot geholt hatte, verteilte sie in allen Klassen kleine Einkaufszettel für die Kinder bzw. deren Eltern. Denn mit den Spenden sollten die Kinder „Pakete zum Leben“ packen. So heißen die standardisierten Kartons der Auslands- und Katastrophenhilfe des Bundes Freier evangelischer Gemeinden, die ihren Sitz in Witten hat. „In einem Paket sind immer zehn Kilo Grundnahrungsmittel, also Nudeln, Zucker, Mehl, Reis, Öl und Multivitamintabletten.

In der vergangenen Woche haben die Kinder im Religionsunterricht die Pakete gemeinsam gepackt. Am Ende waren die Kinder ganz begeistert, dass 15 Pakete zusammen gekommen sind“, freut auch Dagmar Pösel sich über das Ergebnis der Aktion. Und berichtet: „Manche Kinder wussten auch, dass die Menschen, die die Pakete bekommen, kein Obst haben. Sie haben begriffen, wie wichtig deshalb zum Beispiel die Multivitamintabletten sind, die sie mitbringen.“ Ein dickes Dankeschön gebühre nun allen Eltern, die die Aktion unterstützten.

Abholung der Pakete

Am Mittwochmorgen besuchte Jost Stahlschmidt, Leiter der FeG-Auslandshilfe, die Grundschüler in Alt-Wetter, um die Pakete abzuholen und den Kindern zu erklären, wer eigentlich all die Nudeln und das Mehl und Öl bekommt. „Wir fahren alle 14 Tage mit einem 40 Tonner nach Südosteuropa und bringen Hilfsmittel in acht Länder, darunter Albanien, Griechenland, Mazedonien, Kosovo und Bulgarien. Auf jedem Lkw sind etwa 500 Pakete zum Leben.“

Viele Menschen in diesen Ländern seien sehr arm und sehr hilfsbedürftig. Eine Änderung der katastrophalen wirtschaftlichen Lage sei kurzfristig nicht in Sicht. Die Schere zwischen Arm und Reich werde immer größer, und besonders hart treffe es Menschen am Rande der Gesellschaft – wie Rentner, Arbeitslose, Romafamilien, Witwen und Waisen, so Jost Stahlschmidt. „Vor Ort werden die Pakete nach Bedürftigkeitslisten verteilt“, so Stahlschmidt. Für viele Menschen, die ein solches Paket bekommen, seien es tatsächlich Überlebenspakete – verbunden mit dem Geschenk, sich einmal satt essen zu können; denn das Geld für Grundnahrungsmittel fehle.

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