Veranstaltung

Oliver Steller bringt Kindern die Welt der Gedichte näher

Oliver Steller tritt im Werner-Richard-Saal in Herdecke vor den Schülern der dritten und vierten Klasse auf. 

Oliver Steller tritt im Werner-Richard-Saal in Herdecke vor den Schülern der dritten und vierten Klasse auf. 

Foto: Ramona Richter

Herdecke.  Rezitator Oliver Steller ist zu Gast in Herdecke. Er singt und spricht Lyrisches aus den vergangenen 300 Jahren.

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Ein lautes Kinderlachen ertönt aus dem Werner-Richard-Saal der Werner Richard - Dr. Carl Dörken Stiftung in Herdecke. Dann wird es wieder still. Auf der Bühne steht Oliver Steller, Rezitator und Musiker. Das rote Tuch, das er soeben noch in der linken Hand hielt, ist nun verschwunden.

Staunende Gesichter bei den Kindern im Publikum. „Ich weiß, wie der Zaubertrick geht“, flüstert ein Junge in der hinteren Reihe. Dann greift Steller zur Gitarre. „Sie heißt Frieda“, sagt er. „Hallo Frieda“, rufen die Kinder im Chor. Es sind die Kinder der dritten und teilweise vierten Klasse einiger Grundschulen in Herdecke, vor denen der 52-Jährige sein Programm vorführt.

Spinne Martha begeistert die Kinder

60 Minuten lang singt und liest er Gedichte vor, macht kleinere Zaubertricks und integriert die jungen Zuschauer in sein Programm. „Die Kinder sind durch den Unterricht oftmals auf 45 Minuten geeicht. Daher machen wir nur ein wenig länger“, sagt Steller vor seiner Show. „Ich möchte, dass die Kinder am Ende bei dem Begriff „Gedicht“ nicht die Arme verschränken, sondern Spaß daran haben. Für mich waren Gedichte früher immer etwas Trockenes, das man ständig auswendig lernen oder interpretieren musste.“

Davon ist im Werner-Richard-Saal nichts zu spüren. „Kennt jemand die Geschichte von Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland?“, fragt er in die Runde. Nur wenige Kinder im Saal heben ihren Arm in die Luft. „Die anderen von euch haben davon noch nie etwas gehört? Na gut, ich erzähle sie euch.“ Wieder wird es still im Saal. Dabei liest Steller an diesem Tag nicht nur die Klassiker vor, sondern auch moderne Stücke.

Bei den Kindern besonders beliebt – die Spinne Martha. Kaum beginnt Oliver Steller mit dem ersten Vers, spricht ihm sein junges Publikum nach. „Paul hatte eine Spinne, die Spinne Martha hieß. Und Paul rief immer: „Martha!“ und fand die Spinne süß.“

Weitere Shows mit Steller sind geplant

Die Musik zum Gedicht hat Oliver Steller – wie bei allen anderen Gedichten auch – selbst komponiert. „Als ich selbst noch ein Schüler war, spielte ich in einer Band. Allerdings fehlten uns damals die Texte. Bei meinem Vater fand ich dann englische Lyrik. Irgendwann habe ich es dann umgedreht. Jetzt habe ich die Texte zuerst und schreibe dann die Musik dazu“, so Steller, der Gedichte aus den vergangenen 300 Jahren vertont.

Die Veranstaltung hat die Bürgerstiftung organisiert. „Oliver Steller war schon mehrfach bei uns zu Gast. Er versteht es, die Kinder für Gedichte und Reime zu begeistern“, sagt Rainer Hatzky von der Bürgerstiftung. Detlef Plett war es, der den Rezitator damals vorschlug. „Er hatte mich damit sofort begeistert“, so Hatzky.

Im kommenden Jahr ist der Rezitator und Musiker erneut in Herdecke zu Gast. Im März wird er vor den Schülern der fünften Klasse im Werner-Richard-Saal auftreten. Bis zu 500 Zuschauer werden dabei erwartet. Zudem gibt es am 17. Februar 2020 eine Show für Erwachsene. Dann spricht und singt Oliver Steller die besten Stücke von Robert Gernhardt – einem deutschen Schriftsteller und Dichter, der 2006 verstarb.

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