Bauplanung

Kindergartenangebot überrascht Ausschussmitglieder in Wetter

An der Heilkenstraße sollen eine neue Kindertagesstätte und ein (Zukunfts-) Spielplatz entstehen. Über den Standort für die Kita hat es Diskussionen gegeben.

An der Heilkenstraße sollen eine neue Kindertagesstätte und ein (Zukunfts-) Spielplatz entstehen. Über den Standort für die Kita hat es Diskussionen gegeben.

Foto: Steffen Gerber

Volmarstein.  Überraschende Neuigkeiten im Jugendhilfeausschuss: Pfarrer Hansen bringt Kirchengelände für Kita als Alternative für Heilkenstraße ins Spiel.

Das war eine echte Überraschung. In der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses brachte die FDP-Fraktion mit Jenny Westermann einen Dringlichkeitsantrag ein. Aufgrund der ersten Formulierung waren die Ausschussmitglieder zunächst irritiert, entschlossen sich jedoch, die Geschichte dahinter zu hören – und die hatte es in sich.

Pfarrer Thorsten Christian Hansen meldete sich zu Wort. Er habe erst nach den Ferien von den Planungen der Stadtverwaltung erfahren, an der Heilkenstraße eine neue Kindertagesstätte zu bauen, um so mehr Plätze für die U3-Betreuung zu schaffen. Er habe daraufhin bei der Stadt angerufen und mit der zuständigen Fachbereichsleiterin Birgit Gräfen-Loer gesprochen. „Wir haben in unserer Kirchengemeinde an der Steinkampstraße ein passendes Gebäude und genügend Fläche für Parkplätze“, erklärte er. Man sei vor einigen Jahren überein gekommen, dass dort wieder Kita eröffnet werden könnte. „Das steht sogar so in unserem Protokoll“, fügt er hinzu. Der dahinter liegende Schotterplatz werde zwar oft dem Rewe-Laden zugeordnet, aber er gehöre der Kirchengemeinde und böte genügend Platz für Autos.

Diskussion über Art der Einbringung

Nach dieser Verkündung war es zunächst still im Raum, während sich die Ausschussmitglieder aus mehreren Gründen verdutzt ansahen. Zunächst einmal kam dieses Angebot sehr überraschend. Dann waren sich die Mitglieder einig, dass der Ort, beziehungsweise die Art, wie es unterbreitet wurde, unangebracht war. „Richtiger wäre gewesen, wenn sie es Kirchenintern im Presbyterium beschlossen und danach an die Verwaltung herangetragen hätten“, meinte Ekkehard Meinecke (SPD). „Wir können doch hier nicht entscheiden, welche Fläche geeigneter ist“, fügte Björn Bösken (SPD) hinzu.

Uneinig waren sich die Ausschussmitglieder auch zunächst, wie nun mit diesen Informationen weiter vorgegangen werden soll. Schließlich habe die Verwaltung im Vorfeld bereits mehrere Optionen geprüft, bevor der Vorschlag, die Kita an der Heilkenstraße zu bauen, entstanden ist. Bürgermeister Frank Hasenberg hatte in der Hauptausschusssitzung den Zeitdruck betont, da Wetter zu wenige Kita-Plätze habe und die Kombination mit einem Spielplatz (auch noch in Waldnähe) sinnvoll sei. „Wir haben uns alternative Standorte angeguckt, wir besitzen aber keine geeigneten Grundstücke beispielsweise an der Nachtigallstraße. Zudem müssen wir die verkehrstechnische Anbindung und Parkplätze für die Einrichtung berücksichtigen.“ Meinecke betonte, dass die Stadt schließlich nur Flächen prüfen könnte, die ihr auch gehören. Außerdem hatte sich die Mehrheit dafür ausgesprochen einen Bebauungsplan mit Flächennutzungsplanänderung aufzustellen und zwar für ein Kita-Gebäude und dem Zukunftsspielplatz an der Heilkenstraße.

Kein Prüfauftrag

Jenny Westermann (FDP) versuchte zunächst den Vorstoß, einen Antrag durchzubringen, dass die Verwaltung den neuen Standort prüfen sollte. Schnell war aber klar, dass es dafür im Jugendhilfeausschuss keine Mehrheit geben würde. Ein wenig Unterstützung fand sie jedoch bei den Grünen. Karen Haltaufderheide betonte: „Der Ausschuss muss reagieren.“ Letztlich einigten sich die Anwesenden Mitglieder darauf, auf einen Prüfauftrag zu verzichten und den Worten von Margot Wiese zu vertrauen, die versicherte: „Die Verwaltung nimmt das mit.“

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