Tourismus

Kaum Fahrgäste bei Railflex-Premiere auf Ruhrtalbahn-Strecke

Premiere für Railflex: Das Ratinger Eisenbahn-Unternehmen bot am 15. September erstmals nostalgische Zugfahrten mit der Lok V100 auf der Strecke der Ruhrtalbahn mit einem Halt in Wengern Ost an. 

Premiere für Railflex: Das Ratinger Eisenbahn-Unternehmen bot am 15. September erstmals nostalgische Zugfahrten mit der Lok V100 auf der Strecke der Ruhrtalbahn mit einem Halt in Wengern Ost an. 

Foto: Steffen Gerber

Wengern.  Tote Hose in Wengern: Bei den Premieren-Fahrten am Sonntag wollten nur wenige in die nostalgischen Züge des neuen Anbieters Railflex einsteigen.

Für manche ist es wohl verwirrend, wenn nun doch wieder nostalgische Züge zwischen Bochum und Wengern unterwegs sind. Dabei ist die Situation ganz einfach: Die Ruhrtalbahn GmbH hat ihre Schienen-Fahrten in diesem Sommer eingestellt. Weiterhin bietet aber das Bochumer Eisenbahnmuseum an bestimmten Tagen Wochenendausflüge auf der so genannten Ruhrtalbahn-Strecke an. Und seit gestern ist eine weitere Firma auf diesem Abschnitt aktiv: Das Ratinger Unternehmen Railflex ist mit seiner Premiere am Sonntag zufrieden.

Dabei stieg erst mittags und auch nachmittags kein einziger Fahrgast am Halt in Wengern Ost ein. Eine alte V100-Lokomotive zog zunächst rund ein Dutzend und dann beim zweiten Ausflug doppelt so viele Passagiere in den historischen Waggons vom Startpunkt am Eisenbahnmuseum den Fluss entlang. „Wir hatten wegen der Folgen durch die Aufgabe der Ruhrtalbahn GmbH auch nicht mit einem großen Andrang gerechnet, das ist in den Köpfen der Leute drin“, sagt Railflex-Prokuristin Martina Uhr. „Unser Ziel ist, die Lücke durch die fehlenden Fahrten zu schließen bzw. erst gar keine aufkommen zu lassen. Das mit uns befreundete Eisenbahnmuseum hat nach dem Ruhrtalbahn-Aus ebenfalls auf dieser Strecke mit geringeren Fahrgastzahlen zu kämpfen.“

Mika Kopetz kam mit seiner Familie aus Siegen ins Ruhrgebiet, um mit Railflex einen schönen Sonntag zu verbringen. „Ich habe das meinem Cousin zum 18. Geburtstag geschenkt und auch meinen Sohn mitgenommen“, sagt er am Bahnsteig in Wengern. „Dann ist er nicht der einzige Fahrgast, der das als Geschenk erhalten hat“, hieß es von anderen am Bahnsteig. Derweil hatte die Lok abgekoppelt und fuhr dann einige Meter weiter, um zu drehen und um den Nostalgie-Zug wieder in Richtung Bochum ziehen zu können.

Die Passagiere berichteten erfreut, dass sie auch Einblicke am Führerstand erhalten konnten und lobten die schöne Strecke, die auch überraschende Perspektiven geboten habe. „Wir konnten Örtlichkeiten wie Hinterhöfe sehen, die man sonst nicht zu Gesicht bekommt“, so ein Gast.

Hoffnung auf Fortsetzung

Erfreut hörte sich Stefan Kunig die Schilderungen an. Der Betriebsleiter für diesen Abschnitt, den die Touristik-Eisenbahn Ruhrgebiet (TER) als Tochtergesellschaft des Regionalverbands Ruhr unterhält und auf der meist Güterzüge unterwegs sind, lobte das Engagement von Railflex, das andere im Vorfeld als Wagnis bezeichneten. „Für uns sind die Einnahmen auf dieser Trasse schon wichtig, um den Unterhalt für die Strecke aufbringen zu können. Von daher begrüßen wir das neue Angebot von Railflex und gehen optimistisch davon aus, dass es das auch im nächsten Jahr geben wird.“

So weit voraus wollte Geschäftsführer David Uhr am Sonntagabend nicht schauen. „Wir sind erst einmal froh, dass organisatorisch alles gut geklappt hat und es den Fahrgästen gefallen hat“, sagte seine Frau Martina, die zur Feier des Tages auch noch ein Schlückchen Sekt spendierte und auf die beiden nächsten Sonntags-Fahrten anstoßen wollte. Auch für den 22. September seien die Erwartungen aber realistisch.

Leserkommentare (2) Kommentar schreiben