Sterbebegleitung

Hospizverein sucht Helfer für den Tag

Eine sanfte Berührung, ein liebes Wort – Hospizhelfer begleiten Menschen am Ende ihres Lebens.

Eine sanfte Berührung, ein liebes Wort – Hospizhelfer begleiten Menschen am Ende ihres Lebens.

Foto: WR

Wetter.   Der Verein „das mobile Hospiz“ Wetter bietet eine weitere Ausbildung zum ehrenamtlichen Hospizhelfer an. Und hofft, dass sich Menschen finden, die tagsüber Zeit haben.

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„Wir schenken Zeit, und wir kommen kostenlos.“ Es hat seinen Grund, dass Ursula Reschke vom Verein „das mobile Hospiz Wetter“ dies betont. Denn Privatpersonen hätten – anders als Altenheime – noch immer eine hohe Hemmschwelle, sich beim Verein Hilfe oder Unterstützung zu holen. Ursula Reschke ahnt, warum das so ist: „Die Anforderungen der Angehörigen an sich selbst sind in der Regel sehr hoch. Sie gehen oft weit über ihre Grenzen.“ Dabei bieten die Sterbebegleiter ihre Unterstützung keineswegs nur in den letzten Tagen oder Stunden bis zum Tod eines Angehörigen an. „Wir kommen auch schon lange vorher. Nur dann kann man zu dem Sterbenden noch eine Beziehung aufbauen, was für ihn schöner ist. Und für die Angehörigen ist es eine Entlastung und gibt ihnen die Möglichkeit, einmal Luft zu holen, einzukaufen oder zum Arzt zu gehen“, so Ursula Reschke.

Dritter Lehrgang

Das „mobile Hospiz“ bietet ab dem 31. August seinen nunmehr dritten Kurs für Menschen an, die sich ehrenamtlich in der ambulanten Hospizarbeit engagieren möchten. Der Lehrgang zum mobilen Hospizhelfer läuft über sechs Monate; die Teilnehmer treffen sich einmal wöchentlich jeweils von 18.30 Uhr bis 21.30 Uhr im Gemeindezentrum der Freien evangelischen Gemeinde an der Schöntaler Straße. Zur Ausbildung der ambulanten Sterbebegleiter gehören u.a. die Themenschwerpunkte Grundlagen der Hospiz- und Palliativarbeit, Eigenreflexion von Endlichkeit, Verlust und Trauer sowie Abschiedsrituale und Bedürfnisse Sterbender und Angehöriger. Zum Ausbildungskonzept gehört neben der Theorie auch ein Praktikum, das Ursula Reschke als Koordinatorin des Vereins betreut. Weitere Bausteine bilden der Besuch eines stationären Hospizes und ein Filmabend zum Thema.

Voraussetzung, um in diesem Ehrenamt überhaupt tätig werden zu können, ist laut Ursula Reschke „eine stabile Psyche“. „Denn es ist nicht immer schön, wenn man zu Sterbenden kommt“, weiß die 64-Jährige und spricht von „Bildern und Gerüchen, die man verkraften muss“. Wer nach Besuchen bei Sterbenden dann doch einmal Gesprächsbedarf habe, für den stehe sie selbst jederzeit zur Verfügung. Zudem würden die Hospizhelfer auch von einer Supervisorin begleitet. Für den neuen Kurs wünscht sich der Verein ganz besonders Menschen, die tagsüber Freizeit haben. „Denn gestorben wird auch mittags, so dass wir auch tagsüber Zeit haben müssen. Bei uns sind derzeit aber überwiegend Frauen im Einsatz, die noch voll berufstätig und deswegen zeitlich gebunden sind“, so Reschke.

Was es ihr persönlich gibt, Menschen in ihren letzten Stunden zur Seite zu stehen? „Es ist nicht immer nur schwierig. Man bekommt viel zurück und lernt viel von alten, sterbenden Menschen, die sehr viel Lebenserfahrung haben.“

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