Kirche

Herdecker Seniorenkreis gemeinsam durch die Jahrzehnte

Weihnachten 1983: An der Aufführung für die Senioren im Philipp-Nicolai-Haus sind Pfarrer Christof Reymann, Annegret Lüder(sitzend), Ingeborg Georgi, Sascha Lüder und Helga Hoffmann (von links) beteiligt.

Weihnachten 1983: An der Aufführung für die Senioren im Philipp-Nicolai-Haus sind Pfarrer Christof Reymann, Annegret Lüder(sitzend), Ingeborg Georgi, Sascha Lüder und Helga Hoffmann (von links) beteiligt.

Foto: Privat

Herdecke.  Die „Senis“ der Evangelischen Kirchengemeinde Herdecke feiern am Donnerstag 45-jähriges Bestehen ihrer Gemeinschaft.

Wenn die Senioren der Evangelischen Kirchengemeinde Herdecke an diesem Donnerstag im Gemeindehaus an der Stiftskirche zusammenkommen, haben sie einen Grund zum Feiern: Der Kreis der „Senis“, wie der einstige Pfarrer Christof Reymann seine älteren Gemeindemitglieder einmal liebevoll nannte, wird heute 45 Jahre alt.

Gegründet wurde die Gruppe einst von dem damaligen Gemeindepfarrer und späteren Superintendenten Thomas Küstermann. Über ein Vierteljahrhundert lag die Leitung in den Händen von Helga Hoffmann und ihren fleißigen Mitarbeiterinnen. Inzwischen haben Annegret Lüder und Anneliese Küppers das Zepter übernommen, „aber an der Anziehungskraft unseres Seniorenkreises hat sich nichts geändert“, sind sich die Leiterinnen sicher.

Früher trafen sich die Senis noch jeden Donnerstag mit Gleichgesinnten im Philipp-Nicolai-Haus; mittlerweile kommen sie nur noch alle zwei Wochen zusammen: Neben dem gemütlichen Beisammen mit Kaffee, Tee und Kuchen standen und stehen auch (Dia)Vorträge, Gymnastik, Gesellschafts- und Singspiele auf dem Programm. Das Motto anderer Nachmittage wird von den Jahreszeiten vorgegeben – oder auch von Festen wie Weihnachten oder Ostern. In der Ferienzeit unternahmen die Senioren gemeinsam Ausflüge. „Manchmal fahren wir mit dem Bötchen, besuchen den Rombergpark oder gehen gemeinsam Mittagessen“, so Annegret Lüder. Und wer an den gemeinsamen Nachmittagen etwa aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr teilnehmen kann, der kann sicher sein, dass er per Telefon auf dem Laufenden gehalten wird und sich auch über Krankenbesuche freuen.

Brand zerstört das Zuhause

„Im Schnitt kommen 30 Senioren zu unseren Treffen. Weitere fünf, die nicht mehr kommen können, aber immer noch dazugehören, werden von uns durch Besuche mitbetreut. Dabei überbringen wir nicht nur Grüße, sondern hören auch einfach mal zu“, sagt Annegret Lüder.

DieZerstörung des Philipp-Nicolai-Hauses im Oktober 2008 durch einen Brand änderte vieles im Leben der Evangelischen Kirchengemeinde Herdecke. Die Gemeinde hatte kein Zuhause mehr; und auch der Seniorenkreis war von jetzt auf gleich heimatlos. „Bei diesem fürchterlichen Brand sind auch alle unsere Bilder und Tagebücher verbrannt“, so Annegret Lüder.

Aber: Die Senioren fanden im katholischen Pfarrheim an der Wetterstraße schnell eine neue Bleibe. Bereits am 4. Dezember 2008 kamen sie erstmals dort zusammen und blieben ganze sieben Jahre. Am 5. Februar 2015 konnte der evangelische Seniorenkreis dann das erste Treffen im neuen Philipp-Nicolai-Haus im Schatten der Stiftskirche feiern: „Es war ein erhebender Augenblick. Die Räumlichkeiten strahlen Wärme und Gemütlichkeit aus. Wir waren wieder Zuhause angekommen.“

Neben diesen schönen Momenten wollen die Senioren aber auch die traurigen nicht vergessen. Annegret Lüder: „Im September 2018 verstarb unsere Pfarrerin Karin Erteld. Sie war in unserem neuen Gemeindehaus für uns stets ansprechbar und hat uns durch viele Nachmittage begleitet.“

Dafür seien sie und alle Mitglieder der Gemeinschaft heute noch dankbar.

So habe nun, nach 45 Jahren, eine neue Zeit begonnen, in der der Kreis von Pfarrerin Leska Meyer und Pfarrer Christoph Gerdom begleitet werde. Annegret Lüder: „Wir machen weiter. Aber wie lange wir das noch können, das wissen wir nicht.“

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