Schule

Die Sekundarschule in Wetter sagt dem Rassismus den Kampf an

Die Schule am See in Wetter trägt jetzt den Titel "Schule ohne Rassismus". Bettina Wülfing (links) vom Kommunalen Integrationszentrum überreichte Urkunde und Schild an Lehrerin Stefanie von Rüden und Schulleiter Thomas Rosenthal. Schüler gestalteten die Feier in der Aula.

Die Schule am See in Wetter trägt jetzt den Titel "Schule ohne Rassismus". Bettina Wülfing (links) vom Kommunalen Integrationszentrum überreichte Urkunde und Schild an Lehrerin Stefanie von Rüden und Schulleiter Thomas Rosenthal. Schüler gestalteten die Feier in der Aula.

Foto: Klaus Görzel / WP

Rassismus ist an der Sekundarschule nicht schlagartig verschwunden, nur weil es ein Zertifikat gibt. Aber die Schüler haben sich was vorgenommen.

Wetter. Wenn auf dem Schulhof einer nicht mitspielen darf, weil er anders aussieht oder gar deswegen geärgert wird, nennt man das Rassismus. Diese Form der Diskriminierung kommt leider immer häufiger im Schulalltag vor. Um die Sekundarschule in Wetter für ihr Engagement gegen diese Art von Diskriminierung zu ehren, bekam sie jetzt das Emblem „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“.

Für Schulleiter Thomas Rosenthal war das Überreichen einer Urkunde und eines großes Schilds ein „freudiger Anlass“. Von Beginn an habe die Sekundarschule einen besonderen Fokus auf Schüler mit einem Migrationshintergrund oder einer Fluchtgeschichte gehabt. „Wir wollen hinsehen und Diskriminierung oder Rassismus direkt ansprechen“, leugnet er Alltagsrassismus auch an seiner Schule nicht, will dem aber etwas entgegensetzen. Gemeinsam werden nun Projekte und Konzepte entwickelt, die auch im Schulprogramm verankert werden.

Pate bringt Rap gegen Hass mit

Auch Stefanie von Rüden sieht sich eher auf einem Weg und noch nicht am Ziel: „Wir feiern uns heute nicht, weil wir bereits eine ,Schule mit Zivilcourage’ sind. Nein. Aber wir wollen jeden Tag daran arbeiten, dass wir so eine Schule einmal sein werden.“ Gerade noch haben Schüler auf der Bühne Musik gemacht, hinter ihnen sind Bilder und Sprüche wie „Courage zeigen“ oder „Miteinander“ zu sehen. Nun hat die Lehrerin das Mikrofon in der Hand und erinnert noch einmal daran, was alles auf dem Weg zur „Schule ohne Rassismus“ schon geschehen ist. Beispielsweise der Projekttag vor einem halben Jahr. Bilder in den Klassen zeugen davon.

„Sehr beeindruckt“ von den Anstrengungen der Schüler, aber auch des Kollegiums zeigt sich Bettina Wülfing vom Kommunalen Integrationszentrum. Zivilcourage sei „in Zeiten des wachsenden Rechtspopulismus wichtiger denn je“, sagt sie in der Mensa der Schule, in der bei der nachmittäglichen Feier auch Wetters Bürgermeister Frank Hasenberg Platz genommen hat.

Die Schule ist bei ihren Anstrengungen für angstfreie Pausen und Unterrichtsstunden nicht allein. Christian Salihin hat sich den Jungen und Mädchen als Pate zur Verfügung gestellt. Mitgebracht hat er einen Rap. Kleiner Auszug gefällig? „Hass ist Ballast, und das Leben ist zu kurz dafür“ singt und spricht er. Die jungen Zuhörer sind begeistert.