Heimatcheck

Bei Bürgerbeschwerden: „Der Ton ist überwiegend freundlich“

Ein besonderer Aufreger bei den Bürgern: Die Sperrung der Auffahrt Volmarstein auf die A1 Richtung Bremen. 

Ein besonderer Aufreger bei den Bürgern: Die Sperrung der Auffahrt Volmarstein auf die A1 Richtung Bremen. 

Foto: Manuela Pavlovskis / WP

Wetter.  Jens Holsteg ist bei der Stadt Wetter zuständig für Beschwerden. Bei ihm landet Kritik - und manch gute Idee.

Wie kanalisiert die Stadtverwaltung Wetter Anregungen und Kritik der Bürger? Pressesprecher Jens Holsteg gibt Antworten.

In Wetter heißt es Ideen- und Beschwerdemanagement. Wie ist das Verhältnis von Ideen und Beschwerden?

Jens Holsteg: Grundsätzlich sind es mehr Beschwerden. Vielfach liefern die Bürgerinnen und Bürger Lösungen direkt mit, die wir gerne umsetzen, sofern sie auch machbar sind.

Auf welchem Weg kommen Ideen und Beschwerden an? Gibt es im Rathaus (noch) einen „Kummerkasten“ für echte Briefe?​

Über verschiedene Kanäle. Hauptsächlich per Mail über das Formular, aber auch telefonisch und über den Postweg. Einen speziellen Kummerkasten gibt es nicht. Der Briefkasten vor dem Rathaus kann selbstverständlich dafür genutzt werden.

Wer sammelt die Anregungen und Beschwerden und welchen Lauf nehmen die Dinge dann?

Dafür ist der Fachdienst Politik, Öffentlichkeitsarbeit und Ehrenamt zuständig, der dem Bürgermeisterbüro zugeordnet ist. Das passt gut, weil auch im Vorzimmer des Bürgermeisters viele Bürgeranliegen eingehen, sozusagen als Schnittstelle zwischen Bürgerinnen und Bürgern und der Verwaltung. Je nach Anliegen werden Informationen von den zuständigen Fachdiensten eingeholt. Es erfolgt zunächst immer eine Eingangsbestätigung.

Geben Ämter und Abteilungen Anregungen und Beschwerden an die Sammelstelle weiter?

Je nach Art und Umfang der Beschwerde, ja.

Wie ist die Tonlage bei den Beschwerden? Sind die Bürger eher vorsichtig oder eher fordernd?

Überwiegend freundlich, vereinzelt ist der Ton auch recht fordernd. Es ist aber auch schon mal vorgekommen, dass Mails in einem Ton formuliert sind, die jegliche Antwort erübrigen. Genauso gibt es aber auch positive Rückmeldungen auf unser Kümmern. Das tut gut.

Gibt es Dauerbrennerthemen?

Beschwerden über illegal entsorgten Müll, mögliche Gefahrenstellen. Genauso auch die Anforderung von Geburtsurkunden oder anderen Dokumenten. Aktuell nutzen viele Bürgerinnen und Bürger das Formular als Möglichkeit, sich einen Termin geben zu lassen.

Gibt es vorgefertigte Antworten?

Nein.

Was hat besonders viele Beschwerden ausgelöst?

Die Auswirkungen der Sperrung der Anschlussstelle A1 Richtung Bremen auf den innerstädtischen Verkehr.

Bleibt es bei bloßen Erklärungen für die Bürger oder wird auch schon mal etwas im Rathaus umgesetzt?

Wir nehmen jede Anfrage ernst und beantworten die jeweiligen Anliegen individuell. Genauso verhält es sich mit der Umsetzung von Anregungen.

Ein Beispiel für eine umgesetzte Bürgeranregung, bitte:

Da ist zum Beispiel die Anbringung eines Aschenbechers im Park der Ruhe im Eingangsbereich. Nennen kann ich aber auch die sofortige Wiederinstandsetzung von Gehwegplatten.

Gibt es selbst gesetzte Fristen für eine Antwort?

Wir kümmern uns sofort. Natürlich kann die Ermittlung des Sachverhalts je nach Umfang eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Dafür bitten wir um Verständnis.

Wie viele Ideen und wie viele Anregungen sind im Schnitt im Monat zu beantworten?

Zwischen 20 und 30. Beschwerden überwiegen.

Gibt es ein Auswertungssystem?

Alle Anfragen werden dokumentiert und können für entsprechende Analysen intern genutzt werden.

Bedeuten wenige Beschwerden eine zufriedene Bürgerschaft?

Das könnte man auf den ersten Blick so sehen, aber wir glauben, dass eine hohe Beteiligung eher ein Anzeichen dafür ist, dass die Bürgerinnen und Bürger auch wissen, dass ihr Anliegen bei uns ernst genommen wird. Für uns ist das ist eine selbstverständliche Form der Kommunikation.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben