Kirchentag in Dortmund

400 Kirchentagsgäste suchen noch einen Schlafplatz

Anna-Maria Erlinghäuser, die Stimme der „Schlummernummer“ beim Kirchentag in Dortmund, wirbt mit Stephan von Kolson bei Herdeckes Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster (rechts) für Quartiere. „Fast könnten die Gästezu Fuß gehen“, scherzt diese.

Anna-Maria Erlinghäuser, die Stimme der „Schlummernummer“ beim Kirchentag in Dortmund, wirbt mit Stephan von Kolson bei Herdeckes Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster (rechts) für Quartiere. „Fast könnten die Gästezu Fuß gehen“, scherzt diese.

Foto: Klaus Görzel

Herdecke/Wetter.   Die „Schlummernummer“ muss noch 400 mal klingeln, damit genügend Privatquartiere gefunden sind. In Herdecke und Wetter wird jetzt auch gesucht.

Der Countdown läuft: 33 Tage noch, und der Evangelische Kirchentag in Dortmund beginnt. Her­decker und Wetteraner können mit dafür sorgen, dass kein Kirchentagsbesucher unter freiem Himmel schlafen muss. Und beide Städte haben bereits ordentlich vorgelegt: In Wetter haben sich schon 40 Quartiergeber angeboten, in Herdecke sind es mit über 60 fast so viele Schlafplätze wie das deutlich größere Gelsenkirchen zusammen bekommen hat.

Seit Ostern stehen Wetter und Herdecke mit Essen auf der offiziellen Liste der Quartiergeberstädte für das großen Kirchenfest. Die drei Städte sind nachgerückt. Von den 5000 Privatquartieren, die benötigt werden, fehlen immer noch 400. Die Uhr läuft: Bis nächsten Mittwoch müssen Anbieter die „Schlummernummer“ 0231/ 99768-200 gewählt haben.

Kurze Wege im Revier

Die Stimme der „Schlummernummer“ war jetzt schon im Herdecker Rathaus zu vernehmen. Anna-Maria Erlinghäuser meldet sich im über 100-köpfigen Kirchentagsteam, wenn für die Tage vom 19. bis 23. Juni ein Bett geboten wird. „Viele Kirchentagsbesucher finden es toll, vor Ort unter zu kommen“, erklärt Stephan von Kolson die Nachfrage nach privaten Unterkünften. Dabei bleibe gar nicht viel Zeit für Gespräche mit den Gastgebern: Das Programm für den Kirchentag ist pickepacke voll: 2000 Veranstaltungen an rund 200 Orten werden geboten. Auch für die Bürgermeisterin könnte etwas dabei sein. Das Kinder- und Jugendprogramm finde sie besonders ansprechend, sagt Katja Strauss-Köster, und den Abschluss-Gottesdienst im Stadion auch.

Bis dahin gilt: Die Hotels sind voll. 40.000 Besucher kommen in Sammelunterkünften wie Schulen unter. Senioren, Familien mit Kindern und Menschen mit Behinderungen soll das nicht zugemutet werden. Sie haben Vorrang bei der Quartiervergabe. Ursprünglich war der Bedarf an Privatunterkünften höher geschätzt worden. Aber dann zeigte sich die Besonderheit des Reviers: „Sehr viele Menschen können abends wieder nach Hause fahren“, sagt Stephan von Kolson und freut sich über den Verkauf von „sehr viel mehr Tageskarten“.

Vertrauen, dass es passt

Auch als Herdecke und Wetter noch nicht auf der Liste der Gastgeberstädte geführt wurden, gab es Angebote. Jetzt, wo noch Quartiere gesucht werden, ist Anna-Maria Erlinghäuser froh, dass die Kontaktdaten der Anbieter noch parat liegen. Auf der Zielgeraden soll der Besuch bei der Bürgermeisterin noch ein paar Plätze bringen. Ob es reichen wird? „Es muss“, sagt Stephan von Kolson, „schließlich lautet das Motto des Kirchentages ,Was für ein Vertrauen’“.

>>>Mit dem Westfalenpaket zum Kirchenfest

Letztes Mal in Berlin, dieses Jahr findet er direkt vor der Haustür statt: Der Kirchentag wird von Gemeinden in Herdecke und Wetter bislang unterschiedlich wahrgenommen. Beliebt sind jedoch besonders die im „Westfalenpaket“ angebotenen Gruppenrabatttickets für Schnuppertage. Einige Kontingente mit den jeweils 30 Karten haben die lokalen Gemeindebüros gekauft, so dass sich Interessenten die Tageskarten für 15 statt 35 Euro dort kaufen können. Oft gehen Pfarrer mit ihren Konfirmanden- und Kindergruppen zu einzelnen Tagen oder Veranstaltungen. Während beide evangelischen Kirchengemeinden aus Alt-Wetter nicht am Programm teilnehmen, sind die Herdecker und Wengeraner Protestanten mit Stand oder Freiwilligen dabei.

Schnittchen und Getränke für die Gäste

Pastor Christoph Gerdom aus Herdecke berichtet: „Am Abend der Begegnung, dem Eröffnungstag, werden wir einen Stand mit Schnittchen und Getränken haben“. Außerdem leiten er und seine Frau Gruppen, die beim Abschlussgottesdienst im Borussia-Stadion das Abendmahl austeilen werden.

Wengern hingegen erwartet in den Junitagen seltene Gäste: Acht Mitglieder der Partnergemeinde aus Ruanda kommen in den Kirchenkreis Hattingen-Witten, zu dem Wengern gehört. „Das wird schön“, freut sich Pastor Waschhof, der die Besucher betreuen wird. Es sei toll, dass die Menschen aus Ruanda Kirche in Deutschland mal ganz anders erleben können und dazu sogar mit zwei Chorauftritten dabei wären. Insgesamt scheint der Zulauf für Karten noch bescheiden zu sein, aber „viele entscheiden sich sehr spontan,“ so Waschhof. Und das Juni-Wetter könnte für weitere Gäste sorgen.

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