Digitaler Unterricht

Gymnasium reagiert auf Eltern-Umfrage

Oberstufenkoordinator Martin Schack bei der Neuplanung des verschobenen Abiturs.

Oberstufenkoordinator Martin Schack bei der Neuplanung des verschobenen Abiturs.

Foto: Privat

Hemer.  Das digitale Lernen in der Corona-Zeit klappt gut, allerdings steigt der Stress-Pegel in manchen Familien.

Alles ist anders, alles ist neu, aber es läuft: Auch wenn die Schülerinnen und Schüler gerade morgens nicht aktiv ihren Schulweg antreten – die Schulbank drücken, das müssen sie in der Corona-Krise trotzdem. Zu Hause,auf eine andere Art und Weise als bisher. „Das ist für alle eine neue Erfahrung“, berichtet Professor Dr. Jörg Trelenberg, Schulleiter des Woeste-Gymnasiums, im Gespräch mit unserer Zeitung. Jeden Morgen um acht gibt es auf der Homepage neuen Unterrichtsstoff für die 600 Kinder und Jugendlichen. Arbeitsblätter, Lehrbuchkopien und zum Beispiel audiovisuelle Medien finden die Schüler in einem passwortgeschützten Materialdepot.

Einen verpflichtenden Sockel geschaffen

Auch wenn sie sich zu Hause ihre Zeit einteilen können, das Unterrichtsmaterial muss bearbeitet werden. „Die einen lechzen nach neuem Stoff, anderen ist es zu viel. Da hat sich nichts geändert“, so Dr. Trelenberg, der mit seinem Kollegium ebenfalls voll im Einsatz ist. Mit einem Fragebogen, den immerhin 65 Prozent der Familien zurückgeschickt haben, haben Schulleitung und Kollegium ein Gespür dafür bekommen, wie das digitale Lernen ankommt, ob es Stress bereitet oder auch, ob es effektiv ist.

Dabei wurde deutlich, dass es für viele von der Menge her zu viel und die Bearbeitungsfristen für einige zu kurz seien. Es seien eher Wochenaufgaben gewünscht, so der Schulleiter. Darauf regierten die Lehrer und haben sozusagen einen verpflichtenden Sockel geschaffen, der mit freiwilligen Aufgaben ergänzt wird. „Einige wünschen sich zudem noch mehr individuelles Feedback, was natürlich versucht wird, aber einige Lehrer unterrichten bis zu 200 Schüler. Da wird es dann schwierig“, erläutert. Jörg Trelenberg.

38 Prozent der Familien sagen, dass der Stressfaktor in der Familie höher sei als sonst, in 7 Prozent der Familien sei der Stress auf Grund der neuen Situation sogar sehr hoch.

Abi-Vorbereitungenin der Corona-Zeit

Auch das Lernen für die Abiturprüfungen ändert sich: In den letzten zwei/drei Wochen werde im Unterricht meist der bekannte Stoff wiederholt, so Dr. Trelenberg. „Die angehenden Abiturienten haben von ihren Kursleitern Übungsmaterialien mit Lösungsblättern bekommen und können sich im virtuellen Kursraum austauschen.“ Auch sind die Abiturprüfungen der letzten Jahre freigegeben, die die Jugendlichen durchgehen können. Dr. Trelenberg: „Damit kann man sich gut vorbereiten“.

70 Jugendliche wollenAbitur am „Woeste“ machen

Das alles passiere natürlich in der Corona-Situation nicht von Angesicht zu Angesicht und sei für einige bestimmt ein bisschen schwieriger als sonst, schätzt der Schulleiter des Gymnasiums.

Am 21. April sollte es mit den Abiturprüfungen der Leistungs- und Grundkurse in den Fächern Bio, Physik, Chemie und Informatik losgehen, aber wie am Freitagvormittag durch das Ministerium bekannt gegeben wurde, werden die Prüfungen erst Mitte Mai beginnen. Am Woeste-Gymnasium wollen 70 Jugendliche ihr Abitur in diesem Jahr machen.

Auch an den anderen beiden weiterführenden Schulen in Hemer läuft das Lernen aktuell komplett digital und über die schuleigene Homepage.

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