Hilfsprojekt

Große Spendenbereitschaft für zwei Brunnenbau-Projekte

Die türkisch-islamische Gemeinde baute einen Brunnen in Mauretanien

Die türkisch-islamische Gemeinde baute einen Brunnen in Mauretanien

Foto: Privat

Hemer.   Die Ditib-Gemeinde übergab Spenden in Mauretanien. Der Hemeraner Brunnen versorgt 450 Familien mitten in der Wüste.

„Gute Taten werden die Welt verändern“, sagt Tacettin Önal. Von solch einer guten Tat ist der Vorsitzende der türkisch-islamischen Gemeinde jetzt zurückgekehrt und berichtet begeistert von einem Hilfsprojekt, das die Hemeraner Ditib-Gemeinde unterstützt hat. In dem mauretanischen Dorf Kente versorgt jetzt ein „Hemer-Brunnen“ Menschen und Tiere mit überlebenswichtigem Trinkwasser.

Als der Ditib-Landesverband in Essen zu dem Hilfsprojekt aufgerufen hatte, ließ sich die Hemeraner Gemeinde nicht zweimal bitten. Innerhalb von nur sechs Wochen spendeten die Mitglieder 25.000 Euro. Das sollte in jedem Fall für eine Brunnenbohrung in Mauretanien reichen. Die Hemeraner wurden Paten für das Projekt in Kente, einem Dorf rund 80 Kilometer entfernt von der Stadt Aleg. 450 Familien leben dort mitten in der Wüste. 82 Meter tief musste gebohrt werden, um auf Grundwasser zu stoßen.

Delegation übergibt Hilfsgüter an rund 1000 Familien

Wie die Spendengelder verwendet wurden, erfuhr Tacettin Önal jetzt bei einem Besuch vor Ort. Zusammen mit dem Attaché reisten elf Gemeindevorsitzende nach Mauretanien, nicht nur um sich die Investitionen in insgesamt 20 Brunnen anzusehen, sondern auch um weitere Hilfe zu leisten. „Unser Brunnen fördert bis zu 4,5 Liter in der Sekunde, wird durch einen mit Sonnenenergie gespeisten Elektromotor betrieben“, berichtet der Hemeraner Vorsitzende. Für Dürrezeiten kann das Wasser in einem großen Wassertank gespeichert werden. Mehrere Zapfstellen und eine große Tränke wurden angelegt. Nicht nur die 450 Familien werden dadurch versorgt, sondern auch die Tiere, denn das Dorf lebt von der Tierzucht. „Vorher waren Kinder bis zu acht Stunden am Tag unterwegs, um Trinkwasser zu holen“, berichtet Önal. Die Zeit kann jetzt auch für den Schulbesuch genutzt werden. Ein großes Namensschild erinnert an die Spende aus Hemer.

Die türkische Delegation reiste nicht mit leeren Händen nach Mauretanien. Weitere Geldspenden wurden für den Kauf von Lebensmitteln vor Ort verwendet. Für rund 1000 Familien wurden Reis, Zucker, Öl und Nudeln gekauft. In fünf Gruppen wurden die Spendenfahrzeuge beladen, um dann nach Rücksprache mit den Dorfvorstehern die Spenden direkt an die Familien zu verteilen. Auch T-Shirts und Sandalen konnten verteilt werden. Außerdem hatte die Gruppe kleines Kinderspielzeug wie Fußbälle, Luftballons oder Trillerpfeifen im Gepäck. „Das Glänzen in den Augen der Kinder muss man erlebt haben. Ich habe gesehen, mit was man Menschen glücklich machen kann“, berichtet Tacettin Önal. Der persönliche Kontakt zu den Menschen dort sei besonders beeindruckend gewesen.

Unterstützung fürBrunnenbau in Nigeria

Es soll nicht das letzte Hilfsprojekt gewesen sein. Der Brunnenbau in Mauretanien hat 11.000 Euro gekostet. Für den Lebensmitteleinkauf wurden weitere Gelder verwendet. Da die Spendengelder in Hemer so reichlich flossen, kann nun ein weiteres Brunnenprojekt unterstützt werden.

Mit rund 9500 Euro wird die Ditib-Gemeinde einen weiteren Brunnenbau in Nigeria unterstützen, den die türkische Gemeinde in Hattingen aktuell begleitet. „Wir haben die Notwendigkeit gesehen und helfen gerne“, sagt der Vorsitzende aus Hemer.

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