Konjunktur

Wirtschaft in der Schlüsselregion befindet sich im Aufwind

Die Gießerei August Küpper führt eine Insolvenz in Eigenregie durch. Das klappt bisher recht gut

Die Gießerei August Küpper führt eine Insolvenz in Eigenregie durch. Das klappt bisher recht gut

Foto: Heinz-Werner Rieck

Heiligenhaus.   Laut der IHK Rheinland geht es den Betrieben so gut wie seit zehn Jahren nicht mehr. Davon profitiert auch der Heiligenhauser Haushalt.

Talfahrten, Rückzahlungen der Gewerbesteuer, tiefe Einschnitte auf der Einnahmenseite: Durch Tiefschläge, Krisen und Firmenschließungen gab es lange keine guten Nachrichten aus der Heiligenhauser Wirtschaft. Für die Haushaltslage war der IHK-Konjunkturbericht oft Grund zur Sorge. Doch das sieht dieses Jahr deutlich anders aus: Laut IHK-Rheinland geht es der heimischen Wirtschaft so gut wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Einen kräftigen Jahresaufschwung feiert die Industrie- und Handelskammer in ihrem Bericht. „Der rheinischen Wirtschaft geht es so gut wie seit zehn Jahren nicht mehr“, kommentiert Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, das Ergebnis der jüngsten Konjunkturbefragung der IHKs im Rheinland. Dazu beigetragen habe sowohl die Inlands- als auch die Auslandsnachfrage.

Die Inlandsnachfrage werde, so heißt es in der Begründung, durch den hohen und weiter steigenden Beschäftigungsstand, steigende Einkommen, anhaltend niedrige Zinsen sowie einem verbreiteten Optimismus getragen. Da sich die Weltwirtschaft inzwischen im Aufschwung befindet, so die IHK, legt auch der Export erheblich zu. Durchaus vorhandene Risiken – wie etwa der anstehende Brexit, die Türkei- und Nordkorea-Krise sowie die jüngste Entwicklung in Spanien – trüben bislang noch nicht die Stimmung.

Heljenser Wirtschaft optimistisch

Und auch die Heiligenhauser Wirtschaft zeigt sich optimistisch – das sieht man nicht nur an den vielen Transporten rund um die hiesigen Betriebe. „Normalerweise ist die IHK ja eher zurückhaltend“, kommentiert Wirtschaftsförderer Peter Parnow, „nun sprechen sie von Zehn-Jahres-Hoch und kräftigem Aufschwung. Aber ich muss sagen, dass das auch das Meinungsbild ist, das ich aufgreife in den Gesprächen mit den hiesigen Unternehmen.“ Die Stimmung sei hier auch schon deutlich anders gewesen.

Die Auftragslage scheine nach dem, was Peter Parnow hört, gut zu sein. „Vor allem auch in der Bauindustrie läuft es sehr gut. Hier gibt es sogar Klagen aus der Kreishandwerkerschaft, dass man mit Aufträgen nicht hinterher komme.“ Positiv bewertet Parnow auch den Verlauf der Insolvenz in Eigenregie der Firma Küpper, bedauert die baldige Schließung der Firma Kongsberg. „Hier wird am 15. Dezember der Betrieb endgültig eingestellt.“

Ebenfalls bestätigen kann das gute Wirtschaftsklima Dr. Thorsten Enge, Geschäftsführer der Schlüsselregion: „Das merkt man derzeit auch vor allem daran, dass die Betriebe super beschäftigt sind“, sagt er. „Das bekommt man dann gefühlt mit, wenn man aus den Unternehmen hört, man sei zu bis oben hin“, freut er sich über die gute Geschäftslage. „Unser Eindruck bestätigt das, was die IHK in ihrem Konjunkturbericht feststellt.“ Auch müsse man sich in der Schlüsselregion langfristig keine Sorgen machen, dass die Branche irgendwann nicht mehr gefragt sei. „Unser Standort ist sicher. Wir sind eine klassische Branche, in der die Digitalisierung in den industriellen Prozessen stattfindet.“ Er rechnet hier sogar mit weiterem Wachstum.

Stadt plant Überschuss ein

Und auch die Stadt Heiligenhaus freut sich über den Umkehrschwung, nachdem vor gut zehn Jahren in der Wirtschaftskrise der städtische Haushalt kurz vor dem Kollaps stand. „Wir planen dieses Jahr wieder mit einem Überschuss“, freut sich die kommissarische Kämmerin Jutta Scheffler. Möglich war dies nur durch massive Einsparungen bei freiwilligen Leistungen. Auch für die nächsten Jahre sei ein Überschuss eingeplant. Denn auch wenn es jetzt gut aussieht: Vom Schuldenberg runter ist die Stadt noch lange nicht. Aber es ist ein erster Schritt.

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