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Wie eine Lösung für das neue Heljensbad aussehen könnte

2004 begann der Umbau des Erkrather Neanderbads. Nun haben Heiligenhauser Politiker die Einrichtung besucht

2004 begann der Umbau des Erkrather Neanderbads. Nun haben Heiligenhauser Politiker die Einrichtung besucht

Foto: Carsten Klein

Erkrath/Heiligenhaus.   Eine Heiligenhauser Delegation besuchte das Neanderbad, um sich Anregungen für das Heljensbad zu holen. Auch die WAZ schaute sich in Erkrath um.

Ein wunderschöner Sommernachmittag, 27 Grad, die Sonne brennt. Was gibt es jetzt Schöneres als eine Abkühlung im Freibad? Ob und wie diese Option auch in Heiligenhaus weiterhin bestehen wird, muss sich noch in der aktuellen Diskussion zeigen. Inspirationen für einen möglichen Umbau des Heljensbads holte sich vergangene Woche der zuständige Arbeitskreis, bestehend aus Vertretern der Badnutzergruppen und Lokalpolitikern, im Neanderbad in Erkrath.

WAZ-Mitarbeiter Simon Klaus hat das 2004 umgebaute Bad in Erkrath aus diesem Grund getestet. Bäderleiter Till Eckers berichtet, was an seinem Schwimmbad so besonders ist und was man sich für das Heljensbad abgucken könnte.

Auch eine Sole ist vorhanden

Der größte Unterschied zwischen Neanderbad und Heljensbad liegt darin, dass das Heljensbad ein getrenntes Hallen- und Freibad besitzt, welche nur saisonal geöffnet sind und einen separaten Eintritt haben. In Erkrath ist dies anders gelöst: Hier sind Hallenbad und Freibad durch Türen verbunden: das Konzept eines so genannten „Kombibades“. Dies hat laut Eckers diverse Vorteile: „Wir sind mit unserem Bad wetterunabhängig, da auch im Sommer das Hallenbad geöffnet ist. So kann man auch einen verregneten Sommer wie im letzten Jahr auffangen, wo wir tatsächlich neue Besucherrekorde aufgestellt haben.“

Ein weiterer Vorteil sei die Möglichkeit, den Außenbereich nicht völlig zu überdimensionieren, da die Besucher bei großem Andrang stets nach drinnen ausweichen können. Eckers: „Ich bin der Meinung, dass die Leute keine riesigen Freibäder mehr wollen und brauchen. Wir haben draußen beispielsweise nur drei Bahnen à 25 Meter sowie ein Kinderbecken, trotzdem reicht dies den Besuchern völlig aus.“ Im Hallenbereich stehen den Gästen acht Bahnen à 25 Meter, ein Sprungturm bis drei Meter und eine 75 Meter lange Rutsche, ein Kinderbecken sowie ein großes „Erlebnisbecken“ (welches vor allem für Familien gedacht ist) zur Verfügung. Darüber hinaus können Besucher für einen Aufpreis von 1,70 Euro ein Solebecken nutzen.

Viele Familien kommen ins Bad

Dieser Aufbau des Schwimmbades dient laut Till Eckers auch zur Klientelsteuerung: „Wir haben hier sehr viele Familien, von denen auch ein großer Anteil aus dem Außenbezirk kommen. Wir definieren uns als Familienbad und werden auch so angenommen.“ Um das zu erreichen, seien auch die Eintrittspreise gerade für Familien fair, so Eckers.

Ein Beispiel zur Klientelsteuerung ist auch die Rutsche, die mit einem parallelen Auslaufbecken keine Konflikte mit anderen Gästen in anderen Becken provozieren kann. Das heißt allerdings nicht, dass Jugendliche hier keinen Spaß haben können: Ich hatte die Möglichkeit, nach dem Gespräch mit dem Bäderleiter das Bad selbst mit einigen Freunden zu nutzen. Und wir haben einen tollen Nachmittag in einem abwechslungsreichen und vor allem sehr gut gepflegten Schwimmbad verbracht.

Es dürfte ein langer Weg werden

Aber nicht nur die Gestaltung des Schwimmbades als Kombibad ist eine Innovation, auch die Energiegewinnung ist sehr fortschrittlich. Das Neanderbad ist CO2-neutral, was an einer Biogasanlage und einer großen Photovoltaikfläche auf dem Dach des Bades liegt.

Darüber hinaus verfügt das Bad über eine Schlammwasseraufbereitung, alles zusammen ergebe das ein sehr umweltfreundliches Bad, das auch die Heiligenhauser Delegation beeindruckt habe, so Till Eckers. Diese hatte natürlich einige Fragen, neben den technischen und infrastrukturellen Bereichen stand vor allem das Zusammenspiel von Schulunterricht, Vereinen und normalen Gästen zur Debatte. Hier legt Bäderleiter Till Eckers großen Wert auf einen harmonievollen, offenen und kooperativen Ablauf, was im Neanderbad auch gut funktioniere.

Einige interessante Aspekte

Insgesamt habe die Heiligenhauser Delegation einige interessante Aspekte mitnehmen können. Vor allem der Aufbau, die Umweltfreundlichkeit sowie die familiäre Klientel seien gelobt worden, erklärt Eckers, der stolz über die Vorbildfunktion seines Bades ist. „Für uns ist eine große Ehre, unser Bad so präsentieren zu dürfen. Das bestätigt uns in unserer Arbeit und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg ist.“

Eine direkte Empfehlung für das Heljensbad traut er sich nicht zu. Dazu fehlten diverse Daten und Informationen, die so von außen nicht einzusehen seien. Doch insgesamt wiederholt Till Eckers gerne: „Kombibäder sind im Kommen, da sollte jedes Bad drüber nachdenken. Das in Kombinationen mit einer gewissen Umweltfreundlichkeit ist grundsätzlich keine schlechte Idee.“

Mein Fazit nach dem Besuch: Wenn man diese Ideen mit dem Charme und der Weitläufigkeit des Heljensbads kombinieren könnte, wäre es für mich persönlich ein positives Ergebnis.

Doch bis man Ergebnisse sehe, werde es wohl dauern, sagt Till Eckers: „Das Heljensbad ist jetzt an dem Punkt, wo wir 2004 waren. Der Weg ist lang, aber sinnvoll.“

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