Nahverkehr

Weshalb kein Bus direkt von Heiligenhaus nach Mettmann fährt

Deutlich mehr Heiligenhauser wollen mit dem Bus in die Nachbarstädte Velbert und Ratingen fahren als in die Kreisstadt Mettmann.

Deutlich mehr Heiligenhauser wollen mit dem Bus in die Nachbarstädte Velbert und Ratingen fahren als in die Kreisstadt Mettmann.

Foto: Alexandra Roth / Archiv

Heiligenhaus.   Die Grünen fordern eine direkte Buslinie von Heiligenhaus nach Mettmann. Dass es die Linie nicht gibt hat laut der Stadt aber einige gute Gründe.

Die Grünen haben zuletzt öffentlich eine direkte Busverbindung zwischen Heiligenhaus und Mettmann gefordert. Die WAZ hat nun nachgefragt, warum es diese Verbindung zur Kreisstadt nicht gibt.

Tiefbauamtsleiter Michael Krahl erläutert dazu, dass eine Direktverbindung nach Mettmann in den Beratungen zur Aufstellung des dritten Nahverkehrsplans diskutiert und durch die Kreisverwaltung abgelehnt wurde, weil der bestehende Bedarf mit der gesicherten Umsteigebeziehung zwischen den Linien 771 und 748 in Verbindung mit den Einsatzbussen für die Gesamtschule gedeckt sei.

Eine zusätzliche durchgehende Buslinie, so Krahl weiter, müsste der Kreis Metmann mit den drei betroffenen Städten Mettmann, Ratingen und Heiligenhaus verhandeln und diese Linie müsste von allen drei Städten auch bezahlt werden. Für das Verkehrsunternehmen, das die Buslinie betreiben soll, müsste das Fahrgastpotenzial ebenfalls einen wirtschaftlichen Betrieb ermöglichen. „Aus dem Nahverkehrsplan hat sich klar ergeben, dass die Verbindungen in die beiden direkten Nachbarstädte Velbert und Ratingen die mit Abstand größte Nachfrage haben“, so Michael Krahl. Diese Verbindungen werden deshalb mit den Linien 770 und 771 im 20-Minuten-Takt bedient – abgestimmt auf die S-Bahn S 6 in Hösel und Ratingen-Ost.

Mögliche Alternative für Pendler nach Düsseldorf

Die Nachfrage für eine Direktverbindung sei aber gegeben, argumentiert Grünen-Ratsherr Lothar Nuthmann. Denn von Mettmann könne man mit dem Zug nach Düsseldorf fahren. Somit wäre ein Bus in die Kreisstadt zugleich eine Alternative zur störanfälligen S-Bahn in Hösel. Zusatzkosten sieht Nuthmann nicht, da man jetzt schon durch Ratingen fährt, wenn man nach Mettmann will.

Doch seiner Fraktion geht es beim Bus nach Mettmann auch ums Prinzip: „Wir haben einen Rechtsanspruch darauf, aber die Verwaltung will ihn nicht durchsetzen.“ Gesetzlich sei vorgeschrieben, dass man mit dem Bus von Heiligenhaus maximal doppelt solange nach Mettmann brauchen darf wie mit dem Auto. Das sei derzeit nicht gegeben. „Deshalb stellen wir diese Forderung immer wieder.“

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