Kriminalstatistik

Warum in Heiligenhaus mehr Sexualstraftaten erfasst wurden

Die Polizei hat nun die Kriminalstatistik für den Kreis Mettmann vorgestellt.

Die Polizei hat nun die Kriminalstatistik für den Kreis Mettmann vorgestellt.

Foto: Andreas Bartel

Heiligenhaus.   Die Kreispolizei hat die aktuelle Kriminalstatistik vorgestellt. In Heiligenhaus gab es weniger Straftaten, ein Bereich war jedoch auffällig.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Einige erfreuliche Zahlen für Heiligenhaus – zumindest bei Diebstählen – gibt es bei der „Kriminalitätsstatistik 2018“ der Kreispolizei Mettmann zu vermelden: So habe es im vergangenen Jahr beispielsweise nur noch 22 Wohnungseinbrüche in der Stadt gegeben, 2017 habe die Zahl noch bei 56 gelegen. Auch im Kreisgebiet sanken die Zahlen. Warum die Zahlen in diesem Bereich gefallen sind, dafür kann die Polizei aber keine genaue Erklärung bieten.

Dafür aber bei einem anderen Delikt, das auf den ersten Blick eine alarmierende Entwicklung nach oben genommen hat: So stieg die Zahl an Sexualstraftaten gleich um 262 Prozent von acht auf 29 Fälle. Doch dies sei vor allem auf eine neue statistische Erfassung zurückzuführen, erläuterte ein Sprecher der Kreispolizei: „Das liegt daran, dass seit dem vergangenen Jahr nun etwa auch Beleidigungen mit sexuellen Aussagen als sexuelle Belästigung und nicht mehr als allgemeine Beleidigung erfasst werden.“ Auch beispielsweise Grabschen werde jetzt als sexueller Übergriff gewertet. Berücksichtige man all dies, habe es 2018 nicht mehr „echte“ Sexualstraftaten als im Jahr zuvor gegeben.

Mehr Fälle von Straßenkriminalität

Was allerdings in der Stadt zugenommen habe, sei die Verbreitung von pornografischen Schriften beziehungsweise von Kinderpornografie (von einem auf acht Fälle). Dies habe unter anderem mit WhatsApp-Gruppen unter Jugendlichen zu tun. Wenn dann etwa pornografische Bilder verschickt würden, falle das schnell wegen des Alters der Beteiligten unter die Rubrik Kinderpornografie.

Insgesamt sei die Zahl der bekannt gewordenen Straftaten in Heiligenhaus von 1427 auf 1388 gefallen. Die Aufklärungsquote habe bei 54,47 Prozent gelegen (2017: 52,14 Prozent). Knapp 18 Prozent der ermittelten Tatverdächtigen seien jünger als 21 Jahre alt gewesen. Gestiegen seien auch die Fälle an Straßenkriminalität (von 345 auf 376). Die Zahl der Gewaltdelikte habe ebenfalls von 45 auf 51 zugenommen, so die Polizei weiter. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich sei allerdings von knapp 89 auf 84,3 Prozent gefallen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben