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Vorlese-Talente kämpfen beim Stadtentscheid

Foto: Heinz-Werner Rieck

Heiligenhaus.   In der zweiten Runde des Vorlesewettbewerbs zeigten die Vertreter der drei weiterführenden Schulen in der Stadtbücherei ihr Können.

Etwas angespannt sind die Teilnehmer des Vorlesewettbewerbs im Lesecafé der Stadtbücherei am Dienstag, als Moderatorin Christiane Elwers die erste Runde eröffnet. Die drei gegeneinander antretenden Sechstklässler der Gesamtschule, Realschule und des Immanuel-Kant-Gymasiums, Mona, Lilian und Max, rutschten nervös auf ihren Stühlen herum. Heute wird nämlich entschieden, wer die Stadt beim Regionalentscheid am 20. Februar in Hilden vertreten und bestenfalls auch gewinnen soll.

Zuvor hatten sich die Teilnehmer schon an der eigenen Schule gegen die Konkurrenz durchgesetzt, nun lesen sie vor dieser Jury vor: Evi Fischer, langjähriges Mitglied der Stadtbücherei, Nina Beer von der Buchhandlung Kotthaus&Beer, Verena Sarnoch, Mitglied des Fördervereins und Andrea Einig, Leiterin der Stadtbücherei, bestimmen den Sieger.

Verschiedene Kriterien

Dabei haben sie aber keinesfalls freie Hand: Gleich ein ganzer Bewertungsbogen mit den verschiedensten Kriterien liegt vor ihnen. So ist unter anderem die Lesetechnik samt Aussprache und sinngemäßer Betonung eine Sparte zur Punkteverteilung. Doch davon lassen sich die talentierten Teilnehmer keinesfalls bei ihren Auftritten beirren.

Im ersten Durchgang lesen sie Passagen aus ihren Lieblingsbüchern vor und lassen die Zuhörer in die Geschichten eintauchen.

Ein ausgewählter Fremdtext

In der zweiten Runde wird es schon etwas schwieriger: Ein von der Stadtbücherei ausgewählter Fremdtext soll möglichst sicher vorgetragen werden. Mona von der Gesamtschule findet das ziemlich schwierig und ist mit ihrer Leistung nicht ganz zufrieden. „Die Namen im Text waren schwer auszusprechen“, findet sie.

Ihre Deutschlehrerin Christine Nowara ist dennoch stolz auf sie. „Zumindest hast du dich getraut. An unserer Schule haben sich kaum Freiwillige gefunden. Jungs schon mal gar nicht“, erklärt sie.

Büchergutscheine für die Teilnehmer

Das kann Max von der Realschule überhaupt nicht verstehen. Er liest in seiner Freizeit, wann es nur geht. „Wenn ich abends nicht zu müde bin, lese ich bis zu 80 Seiten. Oder ich lese meiner kleinen Schwester vor“, sagt der Sechstklässler. Darüber freut sich Nina Beer ganz besonders. „Es ist toll, dass ihr so gerne lest. Das wollte ich honorieren“, sagt sie und hat für jeden Teilnehmer einen Büchergutschein dabei.

Ein Wettbewerb ohne Verlierer

Diese Belohnung kann nur noch vom Sieg selbst getoppt werden. Als die Jury nach einer kurzen Besprechung zurückkommt, ist die Spannung im Raum fast greifbar. Das jedoch völlig umsonst, denn am Ende der Veranstaltung verlässt niemand als Verlierer den Raum. Mona und Max belegen beide einen tollen zweiten Platz und Lilian kann sich über die goldene Urkunde und somit über das Ticket zum Regionalentscheid freuen. Sie ist sich bei einer Sache besonders sicher: „Ich lese nochmal aus demselben Buch. Das bringt mir Glück.“

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