Heljens historisch

Vor 20 Jahren gab es einige Feiern für die Heiligenhauser

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Nicht ganz 2001, aber immerhin mit 2010 auch schon ein paar Jahre her: Damals sieht man den ehemaligen FDP-Bundestagsabgeordneten Detlef Parr als Karnevalsprinzen in Isenbügel.

Nicht ganz 2001, aber immerhin mit 2010 auch schon ein paar Jahre her: Damals sieht man den ehemaligen FDP-Bundestagsabgeordneten Detlef Parr als Karnevalsprinzen in Isenbügel.

Foto: Ulrich Bangert

Jubiläum hier, Karneval dort – in der dritten Februarwoche 2001 gab es einiges zu feiern für die Heiligenhauser. Simon Klaus blickt zurück.

Die dritte Februarwoche startet märchenhaft. So beschrieb die Leitung des Montessori-Kinderhauses St. Josef das Programm für die Jubiläumsfeier anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Einrichtung. Das ganze Jahr über haben die Erzieherinnen Aktionen mit den Kindern geplant – den Anfang der Festlichkeiten machten nun jedoch die Erwachsenen.

So waren zum Auftakt alle ehemaligen Erzieherinnen eingeladen, um bei einem Plausch bei Kaffe und Kuchen zu erkunden, was sich in den vier Jahrzehnten alles so verändert hat. Gut 25 Erzieherinnen waren zu diesem Anlass erschienen und tauschten sich aus. Der nächste Termin des Festprogramms richtet sich dann direkt an die Kinder: Mit einem Kasperletheater am 25. April kommen auch die Kleinsten auf ihre Kosten.

Isenbügel feiert wieder einmal tollen Karneval

Nach diesem netten Austausch wurde es närrisch in Heljens, denn Karneval war angesagt! Diverse Gesangseinlage Heiligenhauser Bürgermeister stachen hervor, aber es lohnt ein Blick auf das Isenbügeler Narrentreiben. „Isenbügel keck und jeck“ lautete das Motto, unter dem der Bürgerverein Isenbügel in die Adolf-Clarenbach-Grundschule eingeladen hatte. Nach einem Schnäpschen zur Begrüßung konnte der Abend beginnen. Bunt und fantasievoll kamen die Kostüme daher: Sträflinge, Rocker, Indianer - und eine Kuh, die als Anspielung auf den grassierenden Rinderwahn ein Warnschild mit der Aufschrift „Vorsicht, BSE!“ trug.

Das Damenduo Christa Maria Kuhs und Mandy Kühr führte durch das Programm und stellte in ihrer Büttenrede „Der Bohrer“ fest, dass dieses Werkzeug im Grunde alle Probleme in allen Lebenslagen lösen kann. Das Publikum zeigte sich besonders begeistert von dem Auftritt der immer bekannter werdenden „Isenbügeler Spitzen“, dem ortsansässigen Männerballett. Und auch Bürgermeister Peter Ihle, der als singender Bürgermeister unterwegs war, wohnte dem närrischen Treiben bei: Als Altrocker mit rotgefärbten Haaren, Lederkutte und Holzfällerhemd gab der erste Bürger der Stadt eine so ganz Figur ab. Nach dem Programm gab es passende Musik zum Schunkeln und Tanzen - und aus heutiger Sicht die Erkenntnis, dass solche Momente dieses Jahr leider vollständig ausbleiben.

Club-Abende sind berauschend

Eine weitere Sehnsucht vieler Bürger sind Konzerte. Egal ob Weltstars in großen Arenen, Festivals in Parks oder eher kleine Veranstaltungen – beispielsweise im Club Heiligenhaus – werden aktuell vermisst. 2001 jedoch war die Lage anders, und so konnte der Club einen denkwürdigen Rock´n´Roll-Abend erleben. Das Schlagzeug hämmert in den Körpern der Gäste, der Bass lässt den Boden unter ihren Füßen beben und gibt den Beat vor, der dazu verleitet, zum Sound der E-Gitarren mitzurocken. Vier Bandmitglieder der „Hell Boys“ stehen auf der Bühne und bieten ein Kick-Ass-Rock´n´Roll-Special, was viele Fans aus der Heiligenhauser Umgebung anlockt.

„Wir feiern den guten alten Rock mit Feuer und Glimmer, der von Herzen kommt“, erklärt der schweißdurchnässte Drummer Eulinger nach dem Konzert. Mit ihren Songs will die Gruppe den Spaß am Leben und an der Musik auf ihre Zuhörer übertragen. Damit dies besonders gut klappt, schreiben sie ihre Songs größtenteils selbst. Lediglich einige Rockklassiker der 60er und 70er Jahre sorgen für Auflockerung des Repertoires. Bassist J. Horn sieht man den Spaß an der Musik an: „Wir lieben es, mit dem Publikum zusammen abzugehen und die Musik zu leben. Wir fühlen uns wie zu Hause, wenn wir auf der Bühne stehen und performen.“ Das Publikum honoriert die maßlose Energie und ständige Animation zum Mitrocken mit einer großen Party - ein ruhiges Bein sieht man im Club an diesem Abend nirgends.

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