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Sozialticket ist auch für viele Heiligenhauser wichtig

Am Freitag 28.10.2011Sozialticket in Gladbeck, Kundencenter Busbahnhof Oberhof in Gladbeck Foto: Peggy Mendel/ WAZ FotoPool

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Am Freitag 28.10.2011Sozialticket in Gladbeck, Kundencenter Busbahnhof Oberhof in Gladbeck Foto: Peggy Mendel/ WAZ FotoPool

Auch in Heiligenhaus stieß das Vorhaben des NRW-Verkehrsministers Hendrik Wüst (CDU) auf Kritik. Wer bei uns davon betroffen gewesen wäre.

Mal eben nach Düsseldorf, Essen oder Wuppertal und zurück, das kann mit dem öffentlichen Nahverkehr ganz schön teuer werden. Eine Hin- und Rückfahrt kostet ab Januar 2018 11,80 Euro, bis nach Köln sogar 25 Euro. Da ist für viele Menschen das Sozialticket des VRR extrem wichtig: Für 37,80 Euro im Monat können Berechtigte dieses erwerben und sind im ganzen VRR-Gebiet unterwegs. Auch in Heiligenhaus zeigt man sich nun erleichtert, dass die NRW-Landesregierung zusichert, zumindest 2018 doch die Mittel nicht einzusparen.

Denn auf heftige Kritik stieß der Vorschlag des NRW-Verkehrsministers Hendrik Wüst (CDU), der die 40 Millionen Euro, die sein Ministerium jährlich für das Sozialticket ausgibt, lieber in den Straßenbau stecken wollte. Überrascht über diesen Vorschlag zeigte sich auch der Stadtverbandsvorsitzende der CDU, Frank Jakobs: „Ich war auch zunächst irritiert, weil ich nicht wusste, wie diese Forderung zustande gekommen ist.“ Vorstellen konnte sich Jakobs nicht, dass seine Partei diese wichtige Unterstützung komplett einstellen wollte. „Der Grundgedanke dahinter war wohl, dass das Verkehrsministerium nicht als zuständiges Ministerium für eine soziale Leistung angesehen wurde und die Finanzierung neu überdacht werden sollte.“

Flickenteppich bei den Kommunen

Taktisch unklug mag es da von Wüst gewesen sein, statt zunächst am Kabinettstisch die Lage zu eruieren, den Landtags-Ausschuss zu informieren – und nachdem knapp eine Woche lang Sozialverbände Alarm schlugen, ruderte am Dienstag nun Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zurück. Das war auch die Hoffnung von Jakobs: „Es kann und darf auch nicht sein, dass Menschen, die das Sozialticket benötigen, das nicht mehr erhalten.“

Doch zunächst ist die Finanzierung 2018 zugesichert worden. Sollte die Landesregierung das Ticket nicht mehr unterstützen, wären die Leittragenden die Kommunen, so Bürgermeister Michael Beck. „Wenn es wirklich so kommen würde und das Land die Unterstützung irgendwann einstellt, dann werden wir wieder einen Flickenteppich haben. Denn jede Kommune muss dann gucken, wie sie in ihrer Haushaltslage damit umgeht.“ Beck findet jedoch, die Verkehrsbetriebe wären dann auch in der Pflicht. „Es ist ja ihre Entscheidung, ob sie auch ohne die Landesmittel das Sozialticket für den Preis anbieten wollen.“

Doch wen betrifft das Sozialticket in Heiligenhaus eigentlich? „Wir haben in diesem Jahr 180 Menschen die Bescheinigung ausgestellt“, berichtet Johanna Boismard vom Fachbereich Soziales. Denn das Sozialticket kann nur erworben werden, wenn man über eine amtliche Berechtigungsbescheinigung verfügt. „Ich habe das Gefühl, dass das rege genutzt wird von unseren Kunden“, so Boismard. Die Stadt stellt die Bescheinigung für Wohngeldempfänger und Empfänger von Sozialhilfe aus. Auch die Kunden des Jobcenters (SBG 2) würden das Sozialticket rege nutzen, so Jobcenter-Sprecherin Martha Ogorka: „Es ist definitiv wichtig, dass das Sozialticket beibehalten wird, denn die Mobilität ist von hoher Wichtigkeit für unsere Kunden.“

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