Jugendeinrichtung

So macht das Spielhaus Oberilp nach der Brandstiftung weiter

Im Spielhaus Oberilp wird der Außenbereich bald per Videokamera überwacht.

Im Spielhaus Oberilp wird der Außenbereich bald per Videokamera überwacht.

Foto: Alexandra Roth

Heiligenhaus.   Nach der Brandstiftung im Spielhaus Oberilp wird bald die Videoüberwachung installiert. Manche Eltern sorgen sich um die Sicherheit ihrer Kinder.

Es war für viele ein Schock: Vor drei Wochen hatten Unbekannte im Spielhaus Oberilp auf der Treppe zum Jugendkeller eine brennbare Flüssigkeit verschüttet und angezündet – während sich unten Menschen aufhielten. Spielhaus-Leiter Christoph Meschede berichtet, wie es seit der Brandstiftung in der Jugendeinrichtung weitergeht.

Verletzt wurde bei dem Vorfall am 19. März niemand, auch ein bleibender Sachschaden ist nicht entstanden, weil die Flammen schnell ausgetreten werden konnten. Aber gerade die Eltern der jüngeren Kinder, die zur Nachmittagsbetreuung kommen, seien um die Sicherheit ihres Nachwuchses besorgt gewesen. „Das hat schon größere Kreise gezogen, viele haben gefragt, ob sie ihre Kinder noch zu uns schicken können“, sagt Meschede, der die Eltern dann beruhigt habe.

Eine Gruppe geht nun nicht mehr ins Spielhaus

Dass nun ältere Jugendliche der Einrichtung fernbleiben, kann Meschede nicht feststellen. Ausnahme sei eine Gruppe, die nicht mehr komme, nachdem vor einiger Zeit zwei Hausverbote ausgesprochen worden seien.

Seit der Brandstiftung habe es keinen weiteren Vorfall mehr in der Art gegeben. Auch unter den jugendlichen Besuchern der Einrichtung sei der Vorfall kaum ein Thema gewesen. Meschede: „Die meisten hatten kaum ein Bedürfnis, darüber zu sprechen. Viele wissen auch mehr als wir, sprechen aber nicht offen darüber.“ Schließlich wolle keiner als Verräter gelten. Meschede sagt, es gebe schon Ansatzpunkte, wer die Verantwortlichen sein könnten. „Ich denke, man wird schon noch dahinter kommen.“

Videoüberwachung wird diese Woche installiert

Um weitere derartige Vorfälle zu verhindern, sollen nun Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden. Die Videoüberwachung im Außenbereich wird in dieser Woche installiert, berichtet Jugenddezernent Thomas Langmesser. „Die Kamera zeichnet dann für einige Stunden auf und dann wird das Material überschrieben.“ Kosten wird diese Überwachung weniger als 5000 Euro, teilt der Immobilienservice mit.

Ansonsten habe sich nach der Brandstiftung nichts geändert, die Polizei höre verstärkt im Ortsteil nach, so Langmesser. Ein Polizeisprecher bestätigt auf Nachfrage, dass man Hinweise in der Angelegenheit erhalten habe, denen man derzeit nachgehe. Die Ermittlungen im Fall dauern an.

>> BEI DER INTEGRATION GIBT ES PROBLEME

  • Eine ausländerfeindliche Motivation hinter der Brandstiftung hat Spielhaus-Leiter Christoph Meschede bereits kurz nach der Tat ausgeschlossen. Das sei in all den Jahren nie ein Thema gewesen.
  • Die Einrichtung in der Oberilp wird vor allem von jungen Leuten mit Migrationshintergrund besucht. In einem Interview mit der WAZ hatte Christoph Meschede bereits betont, dass es Probleme bei der Integration gibt.

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