25 Jahre Postleitzahl

Sind wir in Heiligenhaus nicht alle ein wenig 5628?

Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl – das singt nicht nur Herbert Grönemeyer.

Foto: Gero Helm

Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl – das singt nicht nur Herbert Grönemeyer. Foto: Gero Helm

Heiligenhaus.   Die neuen Postleitzahlen sind inzwischen schon 25 Jahre alt. Doch die alte Nummer ist für viele immer noch eine Identifikation mit der Heimat.

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W-5628 Heiligenhaus. Erinnern Sie sich noch? So lautete bis 1993 die Anschrift für Briefe, Pakete und Co. Doch mit der Wende wurden auch neue Postleitzahlen notwendig, denn 800 Städte hatten die gleiche – und Heiligenhaus wurde wie alle anderen auch fünfstellig. 42579, das ist heute unsere Nummer. Doch verschwunden ist die 5628 noch lange nicht – wir haben uns mal auf die Suche gemacht, ob und wo im Stadtgebiet die Zahl noch zu finden ist. Und es zeigt sich: öfter als man denkt. . .

Die fünfstellige Postleitzahl setzt sich übrigens folgendermaßen zusammen: Anhand der ersten beiden Ziffern ist die Zielregion einzuordnen, diese ist heute gleichzusetzen mit dem jeweiligen Briefzentrum einer Region. Die Ziffern drei bis fünf zeigen an, wo der Kunde wohnt, ob der Empfänger ein Großkunde ist oder ein Postfach gemietet hat.

JAN HEINISCH

Einen besonderen Bezug zur Heimat hat Jan Heinisch – und das nicht nur, weil der ehemalige Bürgermeister Staatssekretär im NRW-Heimatministerium ist. Die 5628 steht auch auf seinem Autokennzeichen. „Die 5628 ist für mich das alte Heiligenhaus und die alte Post mit ihren Schaltern sowie Massen von Telefonbüchern aus ganz Deutschland.“ Erinnern kann er sich auch noch an die Werbefigur Rolf – nach stürmischem Wetter hoffte eine Freundin, die Fan von der Hand war, dass die Flagge vom Winde verweht werde.

DIETER RUHRMANN

Was nehmen wir bloß für eine Nummer am Kennzeichen, überlegte das Ehepaar Ruhrmann vor vielen Jahren. „Wir wollten keine Geburtstage oder Jahreszahlen, da fiel mir die alte Heiligenhauser Postleitzahl ein“, berichtet Dieter Ruhrmann. Die könne man sich ja auch gut merken, „und als alter Heiligenhauser hat man natürlich einen Bezug dazu.“ Auch angesprochen worden ist er auf sein Kennzeichen, „nicht jedem fällt es auf, aber wenn, dann finden das alle eine originelle Idee“, berichtet Dieter Ruhrmann.

EDELGARD EICHBERG

Wenn Club-Chefin Edelgard Eichberg mal einen besonderen Brief schreiben will, dann kommt es zum Einsatz: das Briefpapier, das sie zum 20. Geburtstag bekommen hat. „Ich streiche dann die 5628 einfach durch“, erzählt sie lachend. Auch die alte Vorwahl ist dort noch zu sehen, 02126. Eine schöne Erinnerung, findet sie.

BAND-ALBUM 5628

„In den 80er Jahren gab es in Heiligenhaus eine recht lebhafte Musikszene“, berichtet Thomas Schardt. „Im Mittelpunkt stand Ingold Schneider, Gründer und Schlagzeuger der Bobby-Butts- Band. Vier Bands teilten sich zu dieser Zeit einen Proberaum und träumten davon, ins Studio zu gehen. Da keine der Bands viel Geld zur Verfügung hatte, entstand die Idee, die Kosten für eine Studioaufnahme zu teilen und gemeinsam eine Schallplatte zu produzieren. Aus Verbundenheit zur Heimatstadt Heiligenhaus wurde dann das Album 5628 genannt. Gekrönt wurde die Produktion des Albums am 5. Mai 1989 mit einem Konzert der Bands in der Aula des Kant-Gymnasiums vor ausverkauftem Haus. Die Auflage des Albums war 1000 Stück.“

DIE STADTWACHT

Seitdem es die Stadtwacht gibt, fährt das Auto mit dem Kennzeichen ME-HE 5628 durch die Gegend. „Das ist ganz bewusst so gewählt worden, unser Wunschkennzeichen. Wir wollten eine Nummer haben, die eindeutig zu Heiligenhaus zuzuordnen ist“, berichtet Ordnungsamtschefin Kerstin Ringel.

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