Popup Comedy

Schwarzer Humor führt die Erfolgsgeschichte im Thums fort

„Comedy ist eine Kunst und keine Wissenschaft“: Dass über seine tiefschwarzen, zotigen Witze nicht alle Zuschauer lachen, findet Johnny Armstrong nicht schlimm.

Foto: Socrates Tassos

„Comedy ist eine Kunst und keine Wissenschaft“: Dass über seine tiefschwarzen, zotigen Witze nicht alle Zuschauer lachen, findet Johnny Armstrong nicht schlimm. Foto: Socrates Tassos

Die Popup Comedy im Thums ist längst etabliert. Bisher war jede einzelne Show ausverkauft. Auch Dienstagabend mit Johnny Armstrong und Quichotte.

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Die Erfolgsgeschichte geht weiter, Heiligenhaus bleibt eine Hochburg der Popup Comedy. Das hat am Dienstagabend die jüngste Auflage nach der Winterpause gezeigt, bei der neben Moderator Lars Hohlfeld die Komiker Johnny Armstrong und Quichotte in der Gaststätte Thums auftraten. Diese Show war ausverkauft, wie ausnahmslos alle seit der Premiere im Oktober 2016.

„Ich hätte nie gedacht, dass die Popup Comedy so einschlägt“, sagt Thums-Chef Andreas Fischbach und flachst, „das liegt bestimmt daran, dass mein Serviceteam so geil ist.“ Dass die ausverkauften Abende tatsächlich etwas Besonderes sind, bestätigt Organisatorin Monique Placzek von Moma Artists: „Das ist einzigartig in der Region.“ Daher denken die Beteiligten nicht ans Aufhören. „Das steht völlig außer Frage“, sagt Placzek, „wir machen weiter, solange es läuft und der Lars Lust hat.“

Die Zuschauer sind besonders treu

Dass es läuft, daran gibt es keinen Zweifel. Das liegt auch an den treuen Fans. „Wir sind jedes Mal hier“, sagt Thomas Lange, der mit seiner Frau Nicole und einigen Freunden seit der Premiere dabei ist. „Egal wer auftritt, wir kommen. Bis jetzt war es immer gut“, und die Komiker seien sehr abwechslungsreich, „Satire, Lustiges aus dem Alltag und harte Comedy“.

Johnny Armstrong gehört eindeutig zur letzteren Kategorie, der Engländer ist bekannt für tiefschwarzen, zotigen Humor und seine Einzeiler. „Viele Leute hier kennen mich nicht, also bringe ich das Beste, was ich habe“, sagt er der WAZ. Also haut er eine Pointe nach der anderen raus, „und die müssen sitzen“. Dass er mit seinen Witzen aneckt, gehört für ihn dazu. „Ich will die Leute zum Lachen bringen, aber Humor entsteht aus der Tragödie.“ Sein Rezept geht auf, denn sein Pointenfeuerwerk entlockt vielen Zuschauern lautes Lachen, darunter auch Thomas Lange.

„Das Publikum war großartig, geil und locker“

Leicht verdaulich sind seine Scherze allerdings nicht. Einige gehen bewusst unter die Gürtelline, sind anstößig und brechen Tabus. Daher bleibt einigen Gästen auch das Lachen im Hals stecken. So sei seine Freundin zwar hässlich, „aber das Innere zählt; ich brauche eine Niere“. Nein, nett will Armstrong nicht rüberkommen, obwohl er wie er sagt, Flüchtlingen in Berlin ehrenamtlich Deutschkurse gibt. „Weil mir wichtig ist, dass sie in Deutschland bleiben und nicht nach England kommen.“ Doch sich selbst nimmt er auch auf die Schüppe („In der U-Bahn hat sich ein Obdachloser neben mich gesetzt. Das hat so gestunken, er ist wieder aufgestanden.“)

„Das Publikum war großartig, geil und locker“, freut sich der Engländer später, als er im Thums mit Gästen noch ein Bier trinkt. „Es hat nicht dem Klischee entsprochen, dass Deutsche keinen Humor haben.“ Die Gruppendynamik sei besonders toll gewesen. Dass nicht immer alle gelacht haben? Geschenkt! „Comedy ist Kunst und keine Wissenschaft“, sagt er gelassen. Es gebe viele Genres. Das sei bei Musik nicht anders. „Wer nur Punk mag, wird nicht zu Hip Hop tanzen.“

Quichotte rappt flotte Bandwurmsätze

Wem Johnny Armstrong zu hart und anzüglich ist, der kann die jüngste Popup Comedy dennoch mögen. Denn Monique Placzek achtet darauf, dass die beiden Künstler eines Abends abwechslungsreich sind. So bildet Quichotte aus Köln ein Kontrastprogramm. Er spielt Gitarre auf der Bühne und rappt dazu flotte Bandwurmsätze, warum sein Vater glaubt, dass aus der Rap-Karriere mit über 30 Jahren nichts wird.

Besonders gut kommt auch seine gesungene Handlungsempfehlung für Eltern: „Gib die Kinder ins Heim, dann seid ihr endlich wieder allein“, und diesen Refrain singt das Publikum mit. Dennoch kommt der frühere Gymnasiallehrer zu dem Fazit: „Kinder sind ein bisschen wie Fürze: die eigenen gehen.“

Heiligenhauser wollen Markus Krebs

Der Abend so vergnüglich, dass sogar alle Karten für die nächste Auflage im März ausverkauft sind. Das ist eine Premiere. Vielfach wünschen sich die Fans, dass bald der Duisburger Markus Krebs in Heljens auftritt. Dagegen würde sich Thums-Kellnerin Anna Kahle freuen, wenn Chris Tall käme.

Versprechen kann Organisatorin Monique Placzek diese Wunschkandidaten zwar nicht, aber noch sind nicht alle Komiker für 2018 gebucht. Sicher ist jedoch: „Es kommen immer professionelle Comedians, die von der Comedy leben.“

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