Ehrenamt

Serie "Feuerwehrleben" - Retten ist mehr als Ehrensache

Präsentierten am Freitag das Plakat: Nils Vollmar (v.l.), Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr, Heike Vehling vom Innenministerium und Projektleiterin der „FeuerwEhrehrensache“, Bürgermeister und Vorsitzender des Feuerwehrverbandes NRW Dr. Jan Heinisch sowie Cornelia de la Chevallerie, Abteilungsleiterin Gefahrenabwehr im Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes NRW.

Präsentierten am Freitag das Plakat: Nils Vollmar (v.l.), Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr, Heike Vehling vom Innenministerium und Projektleiterin der „FeuerwEhrehrensache“, Bürgermeister und Vorsitzender des Feuerwehrverbandes NRW Dr. Jan Heinisch sowie Cornelia de la Chevallerie, Abteilungsleiterin Gefahrenabwehr im Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes NRW.

Foto: Heinz-Werner Rieck

Heiligenhaus.   Die Freiwillige Feuerwehr sucht neue Mitglieder, die im Einsatz oder auch am Rande mithelfen möchten. Wie man sich engagieren kann.

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Retten ist mehr als nur Ehrensache – auch bei der Freiwilligen Feuerwehr in Heiligenhaus. Denn was vielen gar nicht bewusst ist: Die meisten Feuerwehrleute sind ehrenamtlich im Einsatz. In unserer Serie "Feuerwehrleben" stellen wir die Kameradinnen und Kameraden vor.

Alle bisherigen Folgen der Serie:

Dominic Wulf brennt für sein Hobby bei der Feuerwehr

Aufstehen, wenn andere schlafen. Im Einsatz, wenn andere Feierabend haben. Wenn jemand die 112 wählt, ist Dominic Wulf einer der vielen Heiligenhauser freiwilligen Feuerwehrleute, die alles stehen und liegen lassen, um denen zu helfen, die gerade Hilfe brauchen. Sei es, weil es brennt, weil sie einen Unfall hatten oder der Regen ihre Keller flutete.

Vom Traum, einmal selber Feuerwehrmann zu werden

Von der Pike an, sozusagen, hat Sebastian Lumpe sein Handwerk gelernt: Feuerwehrmann werden, das war sein großer Traum. Mit zwölf Jahren ging es für den heute 22-Jährigen schon zur Jugendfeuerwehr und hier wurde er bestens vorbereitet, um mit 18 Jahren in die Einsatzabteilung überzutreten – und von da an nicht aus Spaß das Retten zu üben, sondern Leben zu retten. Den Artikel über Sebastian Lumpe lesen Sie hier.

Glenn Klar hat immer den Erfolg des Einsatzes im Blick

Die Einsatzausrüstung sitzt, dann geht es für Glenn Klar auf die Drehleiter. Doch zunächst wird der Sicherheitsgürtel angelegt, „denn auch wenn es kein Einsatz ist, man muss immer die Vorschriften beachten“, erklärt der Oberbrandmeister. Und eine gute Organisation und klare Abfolge sei bei Einsätzen nun mal das Wichtigste. Klar ist seit 2012 bei der Heiligenhauser Freiwilligen Feuerwehr aktiv – und mittlerweile als Löschgruppenführer tätig.

Marcel Schürger rettet beruflich und in seiner Freizeit

Wenn Marcel Schürger bei der Velberter Feuerwehr in den Feierabend eintritt, heißt das für ihn oftmals nicht gleich Füße hochlegen. Als Gruppenleiter ist er bei der Heiligenhauser Freiwilligen Feuerwehr aktiv – denn hier hat für den hauptberuflichen Feuerwehrmann alles begonnen. Und nach einer familiär bedingten Auszeit ist er wieder zurück bei seinen Kameraden. Mehr lesen Sie hier.

Warum das Reden nach dem Retten genauso wichtig ist

Es ist ein klischeehaftes Bild, was manche möglicherweise im Kopf haben: Feuerwehrleute sind hart im Nehmen, sie stecken alles weg. Doch so professionell diese im Einsatz auch den kühlen Kopf bewahren, genauso viel Wert wird heutzutage um eine vernünftige Aufarbeitung nach schlimmen Geschehnissen gelegt. Jessica Horn ist Teil des PSU-Teams des Kreises Mettmann und da, wenn jemand von den Einsatzkräften Hilfe braucht.

Warum man seinen Kindheitstraum auch im Alter erfüllen kann

Wenn Athanasios Kotios, genannt Saki, durch die Gänge der Heiligenhauser Feuerwehrwache läuft, dann begleitet ihn immer eins dabei: Ein breites Lächeln. Und das nicht nur, weil der gebürtige Grieche „das Lachen mit in die Wiege gelegt bekommen hat“, wie seine Mutter ihm gesagt habe, sondern weil er nach nun, mit 39 Jahren, endlich seinem großen Traum nachgehen kann: Saki ist seit dem letzten Jahr Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr – und hatte nun endlich auch seinen ersten Einsatz. Den Artikel über Saki lesen Sie hier.

Für Feuerwehrmann Benjamin Böger ist sein Beruf Berufung

Wenn Benjamin Böger als kleiner Junge die Feuerwehr beobachtete, war er ganz aufgeregt. Das, was die Großen da machen, das wollte er später auch. Dass er nun, mit 36, als hauptamtlicher Feuerwehrmann in Solingen aktiv ist und ehrenamtlich als Löschgruppenführer bei der Heiligenhauser freiwilligen Feuerwehr, ist für ihn das Verwirklichen seines Lebenstraums. Hier finden Sie den Artikel über Benjamin Böger.

Heiligenhauser Feuerwehrchef behält immer einen kühlen Kopf

Wenn Ulrich Heis als Sechsjähriger die Sirene im elterlichen Haus betätigen durfte, da war er ganz aufgeregt. Wenn der 64-jährige Feuerwehrchef heute zum Einsatz fährt, dann ist er nur eins: höchst konzentriert. „Man erwartet von uns professionelle Hilfe, da hilft es keinem, vor Ort den Kopf zu verlieren.“ Hier lesen Sie die gesamte Geschichte.

Wenn bei einem Einsatz das eigene Leben in Gefahr gerät

Wenn in den 1960er Jahren der Alarm durch Heiligenhaus ging, dann standen zwei Zwillingsbrüder sofort vor der Tür. In der Hoffnung, dass die Feuerwehr in ihre Richtung fährt und sie beobachten können, was passiert. Später einmal sollten die Brüder selber ausrücken – und einer von ihnen, Günter Blum, sogar deren Chef werden. Seit fast 50 Jahren ist er dabei und hat schon so einiges erlebt. Hier lesen Sie mehr.

Junge Heiligenhauserin will anderen Menschen helfen

Senkrecht im Bett, so saß Jolijn Lehr, als zum ersten Mal ihr Piepser ging. Mitten in der Nacht, um vier Uhr, sollte ihr erster Einsatz als Truppfrau bei der Freiwilligen Feuerwehr Heiligenhaus erfolgen. Person hinter verschlossener Tür lautete die Einsatzmeldung – am Ende war es nur eine Fehlmeldung, doch seitdem weiß Lehr: aus ihrem bisherigen Hobby ist nun ernst geworden. Hier finden Sie den Artikel über Jolijn Lehr.

Heiligenhauser Jugendfeuerwehr erlebt einen ganzen Berufstag

Großer Einsatz für die Feuerwehr am Freitagabend: Bei der Stadtranderholung in der Sportfeldschule haben Kinder in einem Raum mit Kartons gezündelt – es gibt eine starke Rauchentwicklung, zwei Personen sind vermisst, ein Betreuer hat sich schwere Verletzungen an Kopf und Armen zugezogen. Zwei Löschfahrzeuge sind schnell zur Stelle, Schläuche werden ausgerollt, Kommandos erteilt. Nach einiger Zeit wird eine leblose Figur aus dem verrauchten Flur getragen – eine Puppe. Denn: Gott sei dank ist es nur eine Übung.

Heiligenhauser Zwillinge wollen einmal selber Feuerlöschen

40 Feuerwehrleute im Kampf gegen einen Brand: Als vor über einem Jahr der Blitz in einen Dachstuhl in Isenbügel einschlug, und das nur wenige Meter neben dem Bett des dort schlafenden Ehepaars, war einiges los am Tulpenweg. Viele Stunden waren die Einsatzkräfte aus Heiligenhaus und Ratingen im Einsatz, die Nachbarskinder Jette und Mats Bierenfeld verfolgten alles hautnah: Und konnten es seitdem nicht erwarten, endlich 12 Jahre alt zu werden, um Mitglied bei der Jugendfeuerwehr werden zu können. Hier erfahren Sie mehr über die Zwillinge.

Christian Peipe übernimmt die schweren Feuerwehr-Einsätze

Neue Leute kennenlernen, dem alten Hobby weiter frönen können und am neuen Heimatort heimisch werden: Als Christian Peipe nach Heiligenhaus zog, ging er direkt zur Freiwilligen Feuerwehr. „Das war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte, denn ich habe mich hier sofort willkommen gefühlt“, berichtet der Hauptbandmeister.

Für Deborah Frohberg ist die Feuerwehr auch wie eine Familie

Retten, bergen, löschen, schützen – das sind die vier Grundtätigkeiten bei der Feuerwehr. Und schon lange werden diese Arbeiten nicht nur von Männern erledigt: Immer mehr Frauen gibt es bei den Feuerwehren. Deborah Frohberg ist eine der Freiwilligen in Heiligenhaus und mit voller Begeisterung im Einsatz. Hier lesen Sie mehr über Einsätze von Deborah Frohberg.

Der Heiligenhauser Bürgermeister rückt im Notfall selber aus

Wenn ein Notruf bei der Feuerwehr eingeht, heißt es für die Freiwilligen schnell los zum Einsatzort. Ist er im Dienst, dann meldet sich auch bei Dr. Jan Heinisch der Pieper oder die App auf dem Smartphone und er muss alles stehen und liegen lassen. Der Heiligenhauser Bürgermeister ist Einsatzleiter, Brandoberinspektor und führt zudem den Verband der Feuerwehren NRW (VdF). Warum er sich engagiert und wie die Leute reagieren lesen Sie hier.

Leben retten wird bei der Feuerwehr intensiv geübt

Es ist 19 Uhr, Feuerwehrleiter Ulrich Heis ruft über den Lautsprecher alle anwesenden Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen zum Antritt zusammen. Die vier Löschgruppen der zwei Löschzüge stellen sich auf, hören, was der Chef zu sagen hat, bevor sie den ganzen Freitagabend üben werden, was im Ernstfall zu tun ist. Wie sich die Heiligenhauser Freiwilliger Feuerwehr auf alle möglichen Einsätze vorbereitet – lesen Sie hier.

Helfen ist auch für den Nachwuchs eine Ehrensache

Der Gong ertönt pünktlich um 19 Uhr. Der Leiter der Heiligenhauser Feuerwehr ruft alle auf der Wache anwesenden freiwilligen Feuerwehrleute zum Antreten zum Übungsdienst zusammen. Mit dabei ist Robin Reuschel, obwohl er an diesem Tag einen ganz besonderen Geburtstag feiert: Er wird 18 Jahre alt. Warum die Förderung für die Zukunft so wichtig ist lesen Sie hier.

Das Herz rast nicht nur beim ersten Feuerwehr-Einsatz

Seinen ersten Einsatz für die Freiwillige Feuerwehr, den vergisst Andrés Gómez Malagón nicht. „Mein Vater hatte Geburtstag. Plötzlich piepste es – und ich war völlig überrascht: Huch, das ist ja mein Piepser!“ Heute kann Malagón darüber lachen, aber damals, da war er schon extrem nervös. Was mit der Jugendfeuerwehr anfing, konnte er nun zu seinem Beruf machen: In Leverkusen absolviert er derzeit seine Ausbildung zum Berufsfeuerwehrmann. Hier lesen Sie mehr.

Das Kameradschaftliche ist mit nichts zu vergleichen

Es ist Freitagabend, es ist eine gesellige Runde. Plötzlich geht ein Piepser los – und während alle weiterfeiern, ist Andreas Braig schon unterwegs zur nächsten Feuerwehrwache. Braig ist einer von vielen freiwilligen Feuerwehrleuten in Heiligenhaus und dann im Einsatz, wenn es irgendwo im Stadtgebiet zu Bränden, Unfällen oder Gefahrensituationen kommt.

Nach der Arbeit in den Einsatz als Oberbrandmeisterin

Wenn bei Daniela Hemmert der Piepser geht, dann stehen gleich zwei Teams hinter ihr: Einmal ihre Gruppe bei der Feuerwehr, mit der sie in den Einsatz fährt, sowie das Kollegium des Pflegedienstes Kniebeler. Hemmert hat zwar zwei Jobs, aber nur einen Arbeitgeber: Für die Feuerwehr ist sie nämlich wie alle anderen Heiligenhauser Floriansjünger rein ehrenamtlich im Dienst. Hier lesen Sie mehr.

Helfen ist für Rolf Dieter Ruhrmann mehr als Ehrensache

Zum Bund, nein, das wollte Rolf Dieter Ruhrmann nicht. Das stand für den Jugendlichen fest, damals, vor über 40 Jahren. Er entschied sich für den Zivilschutz, ging 1974 zur Feuerwehr und war im Einsatz in Hetterscheidt. Dass es eine Entscheidung sein wird, die sein ganzes Leben beeinflussen wird, das war dem Unterbrandmeister a.D. der Heiligenhauser Freiwilligen Feuerwehr damals gar nicht so klar.

„Gemeinsam geben wir alles. Damit andere nicht alles verlieren.“ Mit bewegenden Worten wie diesen startet nun die landesweite Kampagne der Freiwilligen Feuerwehren, um für mehr Mitglieder zu werben. Denn was viele gar nicht wissen: In den meisten Kommunen in NRW rücken nicht Berufsfeuerwehrmänner aus, sondern rein ehrenamtliche Retter. Und das ist auch in Heiligenhaus der Fall.

An der Velberter Straße hängt eines von zwei Plakatmotiven, die in ganz NRW aufgehängt werden. Zur Eröffnung luden nicht nur Bürgermeister Dr. Jan Heinisch, der zudem der Vorsitzende des Verbandes der Feuerwehren in NRW ist, sondern auch Nils Vollmar (Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Heiligenhaus), Cornelia de la Chevallerie (Abteilungsleiterin Gefahrenabwehr des Innenministeriums NRW) sowie Heike Vehling (Projektleiterin Feuerwehrensache im Innenministerium). Denn um auch in Zukunft gewährleisten zu können, dass es genug ehrenamtliche Helfer gibt, erhielt da

Projekt des Innenministeriums NRW

Nach langer Planung, wie Heinisch berichtet, steht nun ein Projekt, „von dem ich völlig begeistert bin.“ Nötig geworden sei es nun in ganz NRW, mehr Ehrenamtler zu gewinnen, aus drei Gründen: „Wir haben den demografischen Wandel, das Freizeitverhalten hat sich verändert, aber wir spüren auch deutlich die Folgen, dass die Wehrpflicht ausgesetzt wurde und weniger Ersatzdienst geleistet werden muss“, führt Heinisch aus.

Eine Kampagne zu entwickeln, von denen alle Freiwilligen Feuerwehrleute profitieren können in NRW, das war das Ziel, erläutert Projektleiterin Heike Vehling: „Es läuft über die sozialen Netzwerke, innerhalb einer Woche haben wir auch schon 5000 Leute, die unserer Seite folgen.“ Außerdem gebe es Plakate mit sechs verschiedenen Motiven, Flyer und einiges mehr, um vor Ort um mehr Mitglieder zu werben. „Wir sprechen mit den Motiven unterschiedliche Gruppen an, zum Beispiel Jugendliche, Berufstätige, Studenten, Frauen. Die Feuerwehr ist vielschichtig, aber gerade aus den Bereichen suchen wir mehr Helfer“, erklärt Cornelia de la Chevallerie. Auf den Plakaten für die Jugendlichen und Studenten zu sehen sind übrigens Heiligenhauser, die gerettete Katze hält Kreisbrandmeister Torsten Schams.

In Heiligenhaus retten nur Ehrenamtler

Denn was vielen gar nicht bewusst ist: In Heiligenhaus und 73 Prozent der 396 Kommunen in NRW gibt es keine Berufsfeuerwehr. Hier retten ausschließlich Ehrenamtler. „Sie sind eine tägliche Stütze der Gefahrenabwehr, ich bin tief beeindruckt, was sie alles können. Das ist definitiv mehr als Feuer löschen“, findet de la Chevallerie. „Ich bin begeistert von den Menschen, die den Dienst leisten.“

Das machen derzeit zwar schon viele, aber es könnten auch mehr sein, so Nils Vollmar: „Wir haben kein Problem, die Schichten nach Feierabend zu besetzen, aber tagsüber schon. Denn es gibt viele Pendler oder Berufstätige, die ihren Arbeitsplatz nicht verlassen können“, berichtet er von den Komplikationen. Auch neu sei, so betont Heinisch, und NRW sei damit bundesweit sogar außergewöhnlich: „Wir freuen uns über jeden, der helfen möchte – auch, wenn er nicht in den Einsatz will.“

Auch eine Kinderfeuerwehr soll es bald geben

Zwei Neuerungen wird es noch geben, um mehr Leute für die Wehr zu begeistern: Die Altersgrenze von derzeit 63 Jahren für den aktiven Einsatz soll auf 65 erhöht werden können, außerdem wird es eine Kinderfeuerwehr geben für Kinder zwischen 6 bis 12. Denn, so führt Vehling aus: „In die Jugendfeuerwehr darf man erst mit 12 eintreten. Da haben die Kinder aber oft schon kaum noch Freizeit.“

Viele Projekte starten nun also mit einem Ziel: Noch mehr Freiwillige für dieses so wichtige Ehrenamt zu gewinnen, damit auch in Zukunft genug Retter ausrücken können, um zu helfen.

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