Ehrenamt

Serie "Feuerwehrleben" - Retten ist mehr als Ehrensache

Präsentierten am Freitag das Plakat: Nils Vollmar (v.l.), Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr, Heike Vehling vom Innenministerium und Projektleiterin der „FeuerwEhrehrensache“, Bürgermeister und Vorsitzender des Feuerwehrverbandes NRW Dr. Jan Heinisch sowie Cornelia de la Chevallerie, Abteilungsleiterin Gefahrenabwehr im Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes NRW.

Foto: Heinz-Werner Rieck

Präsentierten am Freitag das Plakat: Nils Vollmar (v.l.), Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr, Heike Vehling vom Innenministerium und Projektleiterin der „FeuerwEhrehrensache“, Bürgermeister und Vorsitzender des Feuerwehrverbandes NRW Dr. Jan Heinisch sowie Cornelia de la Chevallerie, Abteilungsleiterin Gefahrenabwehr im Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes NRW. Foto: Heinz-Werner Rieck

Heiligenhaus.   Die Freiwillige Feuerwehr sucht neue Mitglieder, die im Einsatz oder auch am Rande mithelfen möchten. Wie man sich engagieren kann.

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„Gemeinsam geben wir alles. Damit andere nicht alles verlieren.“ Mit bewegenden Worten wie diesen startet nun die landesweite Kampagne der Freiwilligen Feuerwehren, um für mehr Mitglieder zu werben. Denn was viele gar nicht wissen: In den meisten Kommunen in NRW rücken nicht Berufsfeuerwehrmänner aus, sondern rein ehrenamtliche Retter. Und das ist auch in Heiligenhaus der Fall.

An der Velberter Straße hängt seit Freitag eines von zwei Plakatmotiven, die in ganz NRW aufgehängt werden. Zur Eröffnung luden nicht nur Bürgermeister Dr. Jan Heinisch, der zudem der Vorsitzende des Verbandes der Feuerwehren in NRW ist, sondern auch Nils Vollmar (Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Heiligenhaus), Cornelia de la Chevallerie (Abteilungsleiterin Gefahrenabwehr des Innenministeriums NRW) sowie Heike Vehling (Projektleiterin Feuerwehrensache im Innenministerium). Denn um auch in Zukunft gewährleisten zu können, dass es genug ehrenamtliche Helfer gibt, erhielt das Innenministerium durch die Landesregierung diesen mit fünf Millionen Euro ausgestatteten Projektauftrag.

Projekt des Innenministeriums NRW

Nach langer Planung, wie Heinisch berichtet, steht nun ein Projekt, „von dem ich völlig begeistert bin.“ Nötig geworden sei es nun in ganz NRW, mehr Ehrenamtler zu gewinnen, aus drei Gründen: „Wir haben den demografischen Wandel, das Freizeitverhalten hat sich verändert, aber wir spüren auch deutlich die Folgen, dass die Wehrpflicht ausgesetzt wurde und weniger Ersatzdienst geleistet werden muss“, führt Heinisch aus.

Eine Kampagne zu entwickeln, von denen alle Freiwilligen Feuerwehrleute profitieren können in NRW, das war das Ziel, erläutert Projektleiterin Heike Vehling: „Es läuft über die sozialen Netzwerke, innerhalb einer Woche haben wir auch schon 5000 Leute, die unserer Seite folgen.“ Außerdem gebe es Plakate mit sechs verschiedenen Motiven, Flyer und einiges mehr, um vor Ort um mehr Mitglieder zu werben. „Wir sprechen mit den Motiven unterschiedliche Gruppen an, zum Beispiel Jugendliche, Berufstätige, Studenten, Frauen. Die Feuerwehr ist vielschichtig, aber gerade aus den Bereichen suchen wir mehr Helfer“, erklärt Cornelia de la Chevallerie. Auf den Plakaten für die Jugendlichen und Studenten zu sehen sind übrigens Heiligenhauser, die gerettete Katze hält Kreisbrandmeister Torsten Schams.

In Heiligenhaus retten nur Ehrenamtler

Denn was vielen gar nicht bewusst ist: In Heiligenhaus und 73 Prozent der 396 Kommunen in NRW gibt es keine Berufsfeuerwehr. Hier retten ausschließlich Ehrenamtler. „Sie sind eine tägliche Stütze der Gefahrenabwehr, ich bin tief beeindruckt, was sie alles können. Das ist definitiv mehr als Feuer löschen“, findet de la Chevallerie. „Ich bin begeistert von den Menschen, die den Dienst leisten.“

Das machen derzeit zwar schon viele, aber es könnten auch mehr sein, so Nils Vollmar: „Wir haben kein Problem, die Schichten nach Feierabend zu besetzen, aber tagsüber schon. Denn es gibt viele Pendler oder Berufstätige, die ihren Arbeitsplatz nicht verlassen können“, berichtet er von den Komplikationen. Auch neu sei, so betont Heinisch, und NRW sei damit bundesweit sogar außergewöhnlich: „Wir freuen uns über jeden, der helfen möchte – auch, wenn er nicht in den Einsatz will.“

Auch eine Kinderfeuerwehr soll es bald geben

Zwei Neuerungen wird es noch geben, um mehr Leute für die Wehr zu begeistern: Die Altersgrenze von derzeit 63 Jahren für den aktiven Einsatz soll auf 65 erhöht werden können, außerdem wird es eine Kinderfeuerwehr geben für Kinder zwischen 6 bis 12. Denn, so führt Vehling aus: „In die Jugendfeuerwehr darf man erst mit 12 eintreten. Da haben die Kinder aber oft schon kaum noch Freizeit.“

Viele Projekte starten nun also mit einem Ziel: Noch mehr Freiwillige für dieses so wichtige Ehrenamt zu gewinnen, damit auch in Zukunft genug Retter ausrücken können, um zu helfen.

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