Klimaschutz

Realschule kann künftig klimafreundlich heizen

Dr. Jens Maties (links) und Michael Scheidtmann (rechts), beide von den Stadtwerken, erklären der Realschulleiterin Sonia Cohen und dem Schuldezernenten Björn Kerkmann die Funktionsweise der neuen Heizanlage.

Dr. Jens Maties (links) und Michael Scheidtmann (rechts), beide von den Stadtwerken, erklären der Realschulleiterin Sonia Cohen und dem Schuldezernenten Björn Kerkmann die Funktionsweise der neuen Heizanlage.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Heiligenhaus.  Die Unesco-Realschule verfügt jetzt über ein hochmodernes Blockheizkraftwerk – ein weiterer Baustein im Rahmen des ökologischen Gesamtkonzeptes.

Es ist von städtischer Seite ein weiterer, großer Schritt in Richtung Klimaschutz und Nachhaltigkeit: Die Unesco-Realschule wurde jetzt mit einem modernen Blockheizkraftwerk (BHKW) ausgestattet. Damit verbessert die Schule nicht nur ihre CO2-Bilanz. „Das neue Heizsystem dient der Strom- und Wärmeversorgung“, erklärt Dr. Jens Matics, Leiter der Abteilung Energiedienstleistungen bei den Stadtwerken.

Abwärme der Stromerzeugung wird genutzt

Normalerweise nutze man bei Gebäuden dieser Art eher einen Anschluss an Großkraftwerke, doch ginge dort einiges an Primärenergie in Form von Wärme verloren – teilweise bis zu 60 Prozent. Bei einem Blockheizkraftwerk passiere dies nicht: „Die Anlage verfügt über einen hohen Gesamtwirkungsgrad, 96 Prozent des verbrannten Erdgases werden verwertet, weil die Abwärme der Stromerzeugung genutzt wird. Nur ein kleiner Anteil geht verloren“, informiert Matics.

Verbesserte CO2-Bilanz

An warmen Tagen wird die produzierte Wärme in einem Wärmespeicher zwischengelagert und kann bei Bedarf in das System eingespeist werden. Die Kosten für die Erneuerung der Verbrennungsgeräte und des neuen Heizsystems liegen bei rund 15.000 Euro.„Mit dem neuen Kraftwerk wollen wir zusammen mit der Realschule die CO-Bilanz verbessern sowie das Gebäude auch baulich aufwerten“, erzählt Kämmerer Björn Kerkmann. Insgesamt lassen sich jetzt rund 61 Tonnen CO jährlich einsparen, bei einer voraussichtlichen Betriebsdauer von etwa 20 Jahren macht das 1220 Tonnen. Zudem sollen zeitnah die Fenster der Schule erneuert, alle städtischen Gebäude mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden.

Stadt plant weitere Umbauten

Schulleiterin Sonia Cohen zeigt sich erfreut: Im Rahmen des bereits 2008 ausgearbeiteten ökologischen Schulkonzeptes bedeutet das neue Heizsystem einen wesentlichen Schritt auf dem Weg zum angestrebten Ziel, eine „weitgehend klimaneutrale Schule“ zu werden.“ Mit der Heizung werden nun drei Gebäudeteile mit 35 Räumen, mehreren Schulfluren, der Aula und der Sporthalle versorgt“, erzählt die Rektorin stolz. Künftig sollen auch andere städtische Gebäude mit Blockheizkraftwerken ausgestattet werden. Im vergangenen Jahr waren im Rahmen einer energetischen Analyseerfassung vier städtische Gebäude nach dem Ampelprinzip in die Kategorie „rot“ (besonders schlechte Energieeffizienz) eingestuft worden: Die Realschule, die Gesamtschule, das Feuerwehrmuseum und die Gebäude, die zum Sportplatz „Am Sportfeld“ gehören.

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