Brandstiftung

Containerbrände: Polizei fasst drei verdächtige Jugendliche

Die Polizei hat drei jugendliche Heiligenhauser wegen des Verdachts der Brandstiftung festgenommen.

Die Polizei hat drei jugendliche Heiligenhauser wegen des Verdachts der Brandstiftung festgenommen.

Foto: Olaf Ziegler

Heiligenhaus.   Nach der dritten Brandstiftung in drei Wochen meldet die Polizei einen Erfolg: Sie fahndete mit einem Helikopter und nahm drei Jugendliche fest.

Die Brandserie, bei der in Heiligenhaus seit zweieinhalb Wochen Müllcontainer angezündet wurden, ist am Dienstagabend gegen 22.20 Uhr fortgeführt worden. In der Nacht auf Mittwoch hat die Polizei drei mutmaßliche Brandstifter gefasst, es handelt sich um Teenager (19, 15 und 14 Jahre alt) aus Heiligenhaus.

„Wir sind alle erleichtert, dass jemand gefasst worden ist“, sagt der stellvertretende Feuerwehrleiter Nils Vollmar im Gespräch mit der WAZ. „Die Einsätze gestern waren sehr kräftezehrend“, so waren bis nach 1 Uhr gut 20 Männer und Frauen damit beschäftigt, die Container und die Strohballen zu löschen. Dabei mussten sie Atemschutzgeräte und Sauerstoffflaschen tragen, „das ist besonders anstrengend“.

Dagegen „absolut ärgerlich“ finden Vollmar und seine Kameraden die Brandserie, die am 31. März begann. So sei allein am vergangenen Wochenende „der Piepser regelrecht im Zwei-Stunden-Takt gegangen“, sagt Vollmar, der damals bereits die Brandstiftungen scharf verurteilte.

Täter spielen mit der Ruhezeit der ehrenamtlichen Feuerwehr

„Wenn der Piepser geht, auch nachts, hinterfragen wir nicht, warum es brennt, sondern löschen das Feuer.“ Doch durch die jüngsten Brandstiftungen „sind die Gemüter bei uns durchaus gereizt.“ Denn solche Einsätze seien „völlig überflüssig“ und die Täter „spielen mit unserer Ruhezeit und mit der Zeit für unsere Partner und Familien“, gibt Vollmar zu bedenken. Glücklicherweise seien nicht nur die Partner und Familien sehr verständnisvoll, sondern auch die Arbeitgeber, die aufgrund von Einsätzen teils auf ihre Beschäftigten verzichten müssen.

Alle Feuerwehrleute hoffen, dass die Täter nun gefasst sind und dass damit die Brandstiftungsserie beendet ist. So sehr diese Brände auch an den Kräften gezehrt haben, die Ehrenamtler werden weiterhin ausrücken, wenn der Piepser geht und in Heiligenhaus Feuer löschen. „Wir haben einen gesetzlichen Auftrag und den erfüllen wir“, betont Nils Vollmar – und anders wolle es auch kein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr haben.

Ein Zeuge beobachtet Jugendliche beim Feuerlegen

Die Festnahme war möglich, weil ein Zeuge bei der Polizei meldete, dass er zwei Jugendliche dabei beobachtet haben will, wie sie an der Bergischen Straße einen Papiercontainer und einen Mülleimer in Brand setzten. Anschließend seien sie geflüchtet und hätten noch einen Busch angezündet.

Auf dem Weg zum Tatort bemerkten Polizisten, dass zusätzlich zehn Strohballen an der Hülsbecker Straße brannten. Die Freiwillige Feuerwehr löschte beide Brände, zudem einen brennenden Mülleimer an einem Bolzplatz im Nonnenbruch. Verletzt wurde niemand, auch Gebäude wurden nicht beschädigt.

Die Ermittlungen dauern an

Währenddessen suchte die Polizei nach den Tätern und setzte dabei auch einen Hubschrauber ein, um schnellstmöglich zum Tatort zu gelangen. Schließlich trafen zivil gekleidete Beamte an der Heidestraße auf drei Tatverdächtige. Alle hatten dreckige Schuhe und rochen nach Qualm. Sie alle sind wegen diverser Delikte einschlägig polizeibekannt. Zudem wurde der 19-Jährige kürzlich bei einem Containerbrand in Heiligenhaus ebenfalls in Tatortnähe angetroffen.

Die Beamten nahmen das Trio vorläufig fest und die Kriminalpolizei vernahm die Jugendlichen in Velbert. Dabei erhärtete sich der Verdacht gegen die Beschuldigten.

Ob sie auch für die vorangegangenen Mülleimer- und Containerbrände in Heiligenhaus verantwortlich sind, sollen laufende Ermittlungen klären. Die jugendlichen Täter wurden inzwischen an ihre Erziehungsberechtigten übergeben oder in Absprache entlassen. Auf das Trio wartet nun ein Strafverfahren.

>> Weiterer Brand am Dienstagabend

  • Zu einem Zimmerbrand am Südring rückte die Feuerwehr am Dienstagabend ebenfalls aus. Ein Rauchmelder hatte gegen 19.40 Uhr angeschlagen, weil Essen auf dem Herd angebrannt war. Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte nahmen den Topf vom Herd und lüfteten die Wohnung. Nach einer halben Stunde waren sie wieder in der Wache.
  • Die Feuerwehr Heiligenhaus hat gut 90 Mitglieder, von denen aber nicht immer alle ausrücken können. Bei Alarm rücken von einer Löschgruppe mit mindestens neun Mitgliedern bis zu zwei Löschzüge à 22 Leute aus, je nach Situation.

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