Oldtimertreffen

Oldtimer lassen Heiligenhauser in Erinnerungen schwelgen

Rolf Wichert aus Homberg hatte mit seinem Citroën B14F, Baujahr 1928, eines der ältesten Fahrzeuge auf dem Oldtimer-Treffen.

Rolf Wichert aus Homberg hatte mit seinem Citroën B14F, Baujahr 1928, eines der ältesten Fahrzeuge auf dem Oldtimer-Treffen.

Foto: Ulrich Bangert

Heiligenhaus.  Beim sechsten Oldtimer-Treffen blitzten wieder hunderte gepflegte Fahrzeuge vor Chrom in Heiligenhaus. Die Autos ließen viele Besucher staunen.

Beim sechsten Heiligenhauser Oldtimertreffen in der Innenstadt haben Hunderte Fahrzeugbesitzer ihre Schätze von ihrer besten Seite präsentiert. Viele Besucher kamen, staunten und schwelgten dabei am Sonntag in Erinnerungen.

„Berti Vogts: Drückt uns heute die Daumen“ titelt die Bild-Zeitung vom 1. Juni 1978, auf der Bravo vom 24. Mai 1978 zieren Leiff Garret und Amanda Lear die bunte Oberseite. Beide Ausgaben liegen im Cockpit des mandarinenfarbigen Volkswagen Campingbulli, der 1978 erstmalig zugelassen und verkauft wurde – für einen Neupreis von 25.286 Deutschen Mark. „Oh, was kommen da Erinnerungen hoch“, schwärmt eine ältere Dame, die sich das topgepflegte Fahrzeug ganz genau von innen anschaut. „Genau so einen hatten wir auch, karierte Sitzbezüge, gelbe Gardinen, der kleine Gaskocher, einfach herrlich.“

Die alten Bullis sind Jahr für Jahr Anziehungsmagnet für viele Besucher, sie stehen für Freiheit, Abenteuer, Aufbruch. „Ich bin auch mit so einem Bulli in den Urlaub gefahren, allerdings bin ich nachts immer aus dem Bett gepurzelt“, erinnert sich ein etwa 70-jähriger Passant lachend. „Irgendwann riet mir jemand, einfach eine Wasserwaage mit auf Reisen zu nehmen. Dann passiere so etwas nämlich garantiert nicht.“

Persönliche Lieblingsautos sind ganz schnell entdeckt

Neben den scheckheftgepflegten Liebhaberfahrzeugen aus alten Zeiten sind es vor allem diese Gespräche, die das Oldtimertreffen so einzigartig machen. „Weißt du noch, damals..?“ oder „Ja, den habe ich auch mal gefahren“. Und: „Was habe ich immer von solch einem Auto geträumt...?“, klingt es aus allen Ecken. Wildfremde Menschen tauschen sich aus, für viele Besucher sind es die Autos ihrer Jugend und jeder hat sein ganz persönliches Lieblingsauto schnell entdeckt.

„Ein alter Ford Mustang, ich werd verrückt“, schwärmt ein junger Mann und öffnet die Fahrertür des edlen kupfer-schwarzen Fahrzeugs, das technisch und optisch absolut perfekt restauriert ist. Seine Freundin neckt ihn: „Frag doch mal was der kostet, kannst Du dir bestimmt leisten.“ Für 43.000 Euro würde er mit sich reden lassen, erklärt Verkäufer Volker Thon grinsend.

Die allermeisten Besucher können nur von einem Klassiker träumen

Gemeinsam mit seinem Bruder betreibt der 43-Jährige unter anderem einen Oldtimer-Rundumservice in Velbert, kauft alte Schätzchen auf und macht sie wieder fit. „Hier, den Wagen haben wir in Teilen auseinandergebaut und in Kisten verstaut in der Garage eines alten Mannes gefunden“, erinnert sich Volker Thon und zeigt auf einen viertürigen Plymouth Sedan Deluxe von 1930, der nun – so komplett restauriert und cremefarben lackiert – bereits zahlreiche staunende und bewundernde Besucher um sich versammelt hat. „Wir haben etwa ein Jahr an dem Auto gearbeitet“, so Thon weiter. „Wer will, kann es kaufen. Wir denken da so an 85.000 Euro.“ Für die allermeisten Besucher bleibt der Wunsch, einen solch feudalen Klassiker zu besitzen, ein allerdings Traum.

Und doch gibt es jene, die sich solch einen Oldtimer leisten können. Die sogar nicht nur einen, sondern gleich mehrere dieser Fahrzeuge ihr Eigen nennen. Bernd Köster ist einer von ihnen. Heute hat sich der Essener gemeinsam mit seiner Partnerin für die Anfahrt in dem dunkelgrünen Allard K1 entschieden, Baujahr 1974, 4400 Kubikzentimeter, V8-Motor, 160 PS. „Wir haben den Wagen erst vor kurzem auf der Motorshow gegen sechs unserer Oldtimer eingetauscht“, erklärt der 74-Jährige, „dieses Auto ist ein historischer Rennwagen, mit dem wir nach wie vor Rennen fahren, das ist unsere große Leidenschaft.“

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