Ausstellung

Nix für Vegetarier

Foto: WAZ

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"Ohne Wurst und ohne Speck hat das Leben keinen Zweck": In der neuen Sonderausstellung im Museum Abtsküche dreht sich alles um das Fleischerhandwerk und die Hausschlachtung.

„Ich ess' ja am liebsten Pfälzer Leberwurst, die grobe”, offenbart Peter Ihle, der Vorsitzende des Geschichtsvereins, und Kustos Reinhard Schneider schwärmt für „guten Schwartenmagen, am besten aus der Hausschlachtung wie früher bei Hümbs”. Das Motto der neuen Sonderausstellung – „Ohne Wurst und ohne Speck hat das Leben keinen Zweck” – würden die beiden Herren sicher vorbehaltlos unterschreiben. Wie auch einige der zahlreichen Besucher, die am Sonntagvormittag zur Eröffnung in die Heimatkundliche Sammlung des Geschichtsvereins gekommen waren.

In der Abtsküche dreht sich aktuell alles um das Handwerk des Fleischers und Metzgers um das Thema Hausschlachtung – „wohl nichts für Vegetarier also”, wie der städtische Beigeordnete Michael Beck in seiner Begrüßungsrede anmerkte. Der im Übrigen „am liebsten Leberwurst oder Mett” auf dem Brot hat.

Eines der ältesten Handwerke überhaupt

Im Anbau des Museums werden bis zum 1. Juni in mehreren Vitrinen Zeugnisse eines der ältesten Handwerke überhaupt präsentiert. Leihgaben und Schenkungen verschiedener Fleischer, viele Fotos, ein altes Lehrbuch und Prüfungszeugnisse, vor allem aber Werkzeuge sind zu sehen: Fleischersäge und Ochsenkopf-Spalter zum Beispiel, Metzgerhaken und Bolzen, spezielle Messer. Dass vor dem Verzehr von Wurst und Fleisch stets das Töten und Ausnehmen der Tiere steht, wird mehr als deutlich. Zu den größten Exponaten zählen eine blitzblanke Mengmulde aus Stahl und ein Pökelbottich.

Die Sonderschau führt zurück „in eine Zeit, als die Technisierung das alte Handwerk noch nicht bestimmte”, so Michael Beck. Ein Teil ist dabei der Hausschlachtung gewidmet, wie sie im 19. und auch noch im 20. Jahrhundert vor allem in bäuerlichen Gegenden üblich war. Nicht zuletzt bei den Texten zu diesem Thema zeigt sich der Einfluss, den die sauerländische Heimat des Kustos Reinhard Schneider auf die Ausstellung hat: Die „Hausschlachtung bei Henze” etwa ist ein Dokument aus einem Dorf bei Finnentrop, das Mechthild Sieg Mitte der 1990er Jahre für eine heimatgeschichtliche Publikation erstellt hat – über die Hausschlachtung im Haus ihres Schwiegervaters. Zusammen mit ihrem Mann war die Autorin übrigens extra zur Ausstellungseröffnung aus dem Sauerland angereist. Den Kontakt hatte im Vorfeld Ferdinand Becker hergestellt. Der letzte Inhaber der alten Heiligenhauser Metzgerei Gustav Sethe stammt nämlich ebenfalls aus Finnentrop.

Öffnungszeiten Museum Abtsküche: mittwochs 15-19 Uhr, samstags 13-17 Uhr und sonntags 10-17 Uhr; der Eintritt ist frei.

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