Serie: Das macht Spaß

Nicht aus der Reihe tanzen

WAZ-Mitarbeiten Kirsten Gnoth (3. von rechts) ließ sich auf Linie bringen.

WAZ-Mitarbeiten Kirsten Gnoth (3. von rechts) ließ sich auf Linie bringen.

Foto: WAZ FotoPool

Heiligenhaus.   Die Gruppe „HeiLiners“ bringt seit einem Jahr den amerikanischen Line Dance ins Niederbergische.

Tanzen, ohne dem Partner die Füße platt zu treten, davon hat WAZ-Mitarbeiterin Kirsten Gnoth schon immer geträumt. Walzer, Square Dance und Co. tanzen sich nur leider allein nicht wirklich gut. Beim Line Dance dagegen sind Einzelkämpfer auf dem Parkett gefragt, ein Gruppensport ist es aber trotzdem. Brigitte Denné und ihre Hobbygruppe „HeiLiners, Heiligenhaus“ wollen die amerikanische Art, die Hüften zu schwingen, auch hier etablieren. Einmal in der Woche können sich Interessierte dazugesellen und die Tänze erlernen.

Auch für Untrainierte geeignet

Die „HeiLiners“ stehen sich in zwei Reihen gegenüber. Die Musik setzt ein, und dann klappern die Ledersohlen ihrer Schuhe über den grauen Fußboden. Die sechs Damen müssen nicht mehr überlegen, wie sie ihre Schritte setzen, sich drehen oder durcheinander laufen sollen. Line Dance sieht ganz einfach aus. In mir steigt aber langsam die dunkle Vorahnung auf, dass es das in Wirklichkeit gar nicht ist. Mit der Koordination meiner Gliedmaßen hapert es nämlich von Zeit zu Zeit gewaltig. Kommt dazu dann auch noch ein vorgegebener Rhythmus, setzen jegliche Rezeptoren aus.

Die Schnuppertänzer nehmen Aufstellung auf. Ich verkrümele mich erstmal in die zweite Reihe; bloß nicht auffallen, lautet die Devise. „Keine Angst, wenn es beim ersten Mal nicht direkt klappt. Wir mussten es alle mal lernen. Es soll einfach Spaß machen, sich zur Musik zu bewegen“, sagt Line Dancerin Brigitte Denné und erklärt damit direkt, wie die kleine Hobbygruppe zum amerikanischen Reihentanz gekommen ist. Im Vordergrund stand der Wunsch nach Bewegung, ohne sich jedes mal völlig zu verausgaben. Zumba und Body-Workout seien einfach nichts für Untrainierte, beim Line Dance sei das anders.

Der Lilt ist eine Mischung aus Jive, Polka und Swing

Nach den ersten Schritten kommt zwar nicht mein Körper ins Schwitzen, dafür aber meine Gehirnzellen. Der sogenannte Lilt, eine Mischung aus Jive, Polka und Swing, fordert der ungelernten Gruppe einiges ab. Sich auf Anhieb mehr als sechs Schritte zu merken, scheint in den ersten Anläufen unmöglich, dabei wiederholen sie sich. Doch irgendwann klappt es selbst bei mir als Tanzmuffel ganz gut. „Sehen Sie, das ist das Schöne am Line Dance: Man muss nicht unbedingt tanzen können, um einen Tanz zu erlernen. Es ist etwas für Jung und Alt“, weiß Denné.

Auf die Füße treten kann man hier zwar auch niemandem, umtanzen allerdings schon – immerhin müssen wir im zweiten Schritt noch durcheinander laufen. Präzise Millimeterarbeit. Die nächsten Schritte fallen mir dann immer leichter, und so gelingt auch der zweite Tanz des Abends ganz gut. Die Ideen für neue Tänze holt sich Brigitte Denné übrigens bei einem Verein in Düsseldorf.

Fazit: Line Dance steckt an, ist allerdings nichts für Leute, die den engen Kontakt zum Partner oder die tänzerische Verausgabung suchen. Beim amerikanischen Reihentanz geht’s gemütlicher zu als bei Salsa oder Cha-Cha-Cha, dafür kommen auch Tanzmuffel nach einer Anlaufphase auf den Geschmack.

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