Traditionsgaststätte

Neues Leben für den Heiligenhauser Nassenkamp

Sind glücklich, endlich ihre Pläne umsetzen zu können: Nico (l.) und Jörg Heesen.

Sind glücklich, endlich ihre Pläne umsetzen zu können: Nico (l.) und Jörg Heesen.

Foto: Katrin Schmidt

Heiligenhaus.  Lange war nicht klar, was aus der ehemaligen Kultkneipe Nassenkamp in Heiligenhaus wird. Landwirt Jörg Heesen hat die Immobilie nun erworben.

Es hat einen Hauch von Halloween-Erlebnishaus: Beim Betreten des Nassenkamp betritt man auch eine andere Welt. Eine, die sich schon vor vielen Jahren aufhörte, zu drehen, aber immer noch von viel Leben zeugt. Doch nun, nach so vielen Jahren des Stillstands, zieht wieder neues Leben in die Traditionskneipe ein, denn mit Jörg Heesen hat das Haus endlich einen neuen Besitzer.

Ein Grabstein vor der ehemaligen Gaststätte erinnert noch heute an das, was hier einmal war: Unter der Woche, am Wochenende – das Nassenkamp war Kultstätte. Vor allem, wenn Halber Liter spielte. Auch für Jörg Heesen: „Hier vorne haben wir mit der Landjugend immer gesessen“, erinnert er sich zurück. Es sind viele, schöne Erinnerungen, die er mit dem Haus verbindet, das sieht man an dem Strahlen seiner Augen – und schon lange war es sein Traum, die Immobilie zu erwerben. „Sie wurde zwangsversteigert, mein Angebot war auf Platz drei“, so Heesen. Und wie es manchmal so kommt im Leben, hatte er Glück: Die ersten beiden Bietangebote platzten am Ende, so rückte Heesen nach. „Es hat ein gutes Jahr gedauert, bis alles stand“, so Heesen.

Heesen pachtet bereits das Gut Römersheide

Gekauft hat er keine Katze im Sack: „Ich wusste ja, wie es um die Immobilie steht, wir hatten eine Begehung und ich kannte ja auch den Vorbesitzer. Unser Hof liegt nur wenige hundert Meter entfernt von hier“, erklärt Jörg Heesen. 1996 pachtete er das Gut Römersheide, gemeinsam mit Nadine Schütte betreibt er dort einen Pferdehof. Und Sohn Nico packt auch schon mit an: Er kümmert sich um die Hühner. „Wir teilen uns das auf“, berichtet Jörg Heesen lachend, „ich bezahle alles, was anfällt, und er darf die Einnahmen behalten.“

Doch auf die Hühner kommt nun eine größere Aufgabe zu, denn Heesen verrät, was er mit dem Nassenkamp nun vorhat: „Eine der Auflagen der Stadt zum Erwerb der Immobilie war eine betriebliche Nutzung. Wir werden hier einen Hofladen aufbauen.“ Und das würde auch an die Geschichte des Nassenkamps anknüpfen, „der Hof wurde Forst- und Landwirtschaftlich genutzt früher.“ Heesen führt durch den ehemaligen Schankraum, der Tresen steht noch, es steht sowieso noch etliches Mobiliar herum. „Wir werden hier viele Container rausräumen müssen, bevor wir mit der eigentlichen Sanierung beginnen können. Aber hier werden wir den Laden errichten und Produkte von Bauern aus der Nachbarschaft verkaufen.“ Und eben Eier von den Hühnern, die hier eine große Freilauffläche erhalten. Die ehemalige Kegelbahn wird dann wieder zur Scheune, „damit die Tiere auch Unterschlupf haben.“

Viel Arbeit für Sanierung und Renovierung

Noch viel Arbeit kommt auf Jörg Heesen zu. Die Dächer sind teilweise undicht und müssen neu gemacht werden, ebenso die Feuchtigkeit aus dem Haus gezogen werden, einige Fenster sind zu Bruch gegangen, „die haben Jugendliche eingeworfen“, berichtet Heesen. Auch im Bereich der Kegelbahn gibt es Spuren von unerlaubten Partys, „so eine leerstehende Immobilie zieht ja auch an.“ Doch damit ist jetzt Schluss, mit viel Unterstützung aus dem Bekanntenkreis wird Heesen hier richtig aufräumen. Wie schnell das passieren kann, zeigt bereits die Grünarbeit vor dem Nassenkamp. „Da sieht man auch wieder, wie groß das Grundstück ist. Es war ja alles zugewachsen“, so Heesen. Über 12.000 Quadratmeter hat das Grundstück, und auch die Immobilie ist riesig, wie sich bei der Begehung zeigt.

Was alles außer dem Hofladen Nassenkamp, wie er dann später heißen wird, entstehen wird, darüber ist sich Jörg Heesen noch nicht ganz sicher. „Wir werden nach und nach alles renovieren und schauen.“ Zumindest hat er nun sein eigenes Heim – und Sohn Nico, der mal in die Fußstapfen von Papa als Landwirt treten will, eine eigene Zukunft. Und die Heiligenhauser wieder ihren Nassenkamp zurück, wenn auch anders, als erwartet. Hier lesen Sie weitere Nachrichten aus Heiligenhaus.

Nassenkamp

Die Immobilie steht seit 2015 leer. 2016 kam bereits Bewegung in das Thema Nassenkamp. Jörg Heesen plant, den Hofladen im Frühjahr zu eröffnen.

Damals bewarb die Wirtschaftsförderung der Stadt die Immobilie, die bald in die Zwangsversteigerung gehen werde, als mögliches Ausflugsziel und Image für die Stadt.

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