Jugend

Neue Spielhaus-Mitarbeiterin hat in der Oberilp viel vor

Lisa Ammer ist die neue Mitarbeiterin im Spielhaus Oberilp und dort seit Oktober vor allem zuständig für den Kinderbereich. Die 23-Jährige muss den Stadtteil und Heiligenhaus aber erst noch kennenlernen.

Lisa Ammer ist die neue Mitarbeiterin im Spielhaus Oberilp und dort seit Oktober vor allem zuständig für den Kinderbereich. Die 23-Jährige muss den Stadtteil und Heiligenhaus aber erst noch kennenlernen.

Foto: Ulrich Bangert

Heiligenhaus.  Lisa Ammer ist die neue Mitarbeiterin im Spielhaus Oberilp. Die Pädagogin hat viele Aufgaben im Jugendzentrum und einige Ideen für neue Angebote.

Viele Kinder und Jugendliche kennen die neue Mitarbeiterin des Spielhauses Oberilp bereits, den Stadtteil und seine Menschen will Lisa Ammer aber erst noch richtig kennenlernen. Seit Oktober ist die 23-Jährige in dem Jugendzentrum vor allem für die Kinderangebote zuständig. Ihre neue Stelle hat die junge Frau mit viel Enthusiasmus begonnen und hat in der Einrichtung noch viel vor.

Das Spielhaus sei schon sehr nah an ihrem Traumjob: „Hier bekommt man nie Langeweile, die Arbeitszeiten sind sehr flexibel und die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen interessiert mich schon immer am meisten“, sagt Lisa Ammer. Zwar sei die offene Jugendarbeit, wie sie im Spielhaus angeboten wird, in ihrer Branche nicht so beliebt, weiß Lisa Ammer, aber für die studierte Pädagogin sei sie genau das Richtige. Gerade „die Mischung aus Büro und Praxis“ mag die gebürtige Niedersächsin, die seit anderthalb Jahren in Velbert lebt. So kalkuliert sie derzeit einige Budgets, koordiniert die Dienstpläne der Hilfskräfte und der Jahrespraktikantin. Um eine neue Webseite wird sie sich ebenfalls kümmern.

Der Ton ist recht rau

Besonders interessant findet die Pädagogin allerdings den täglichen Kontakt zu den Kindern, Jugendlichen und auch den Eltern, die in die Einrichtung kommen. Das Spielhaus ist ein beliebter Treffpunkt, doch ebenso gut angenommen werden auch zusätzliche Angebote: darunter Hausaufgabenbetreuung, ein Computerraum, eine Fußball-AG oder Ausflüge.

Dennoch ist das Spielhaus im Stadtteil mehr als nur ein Jugendzentrum, nicht zuletzt wegen der Sozialberatung. „Eltern kommen hierhin, wenn sie ihre Post nicht verstehen“, sagt Ammer, die Jugendlichen auch bei Bewerbungsschreiben hilft oder erst kürzlich einer 14-Jährigen bei einem Schulreferat. Vom schlechten Ruf der Oberilp hat die junge Frau zwar bereits gehört, doch sie hat auch unter anderem in Essen studiert, in Duisburg gelebt und kennt dort auch Problemviertel. „Hier leben viele Menschen, die Probleme haben, in der Gesellschaft Fuß zu fassen“, sagt Lisa Ammer, doch sie fühle sich im Stadtteil wohl. „Zu uns kommen ganz normale Kinder, auch wenn der Ton hier recht rau ist.“ In ihren ersten Wochen habe sie sich durchaus schon mit deutlichen Ansagen Respekt verschafft, selbst wenn die Jugendlichen vereinzelt größer sind als sie. Das ist für sie ein Balance-Akt: „Ich will nicht zu streng sein, lasse mir aber nichts gefallen.“

Ein Schwerpunkt ist die Mädchenförderung

Natürlich komme es mal zu Streitigkeiten oder Prügeleien – und sie hat auch schon Störenfriede kurzerhand rausgeschmissen. „Aber die Kinder und Jugendlichen sind ja gerne hier, deshalb halten sich die meisten auch an Regeln.“ Diese müssten manche aber erst lernen. „Einige Kinder kommen aus Großfamilien, haben nicht viel Erziehung erfahren und kaum elterlichen Rückhalt.“ Andere wiederum seien so erzogen, dass ein Mann nichts im Haushalt tut und eine Frau keinen Hammer schwingen sollte. Dass es auch anders geht, will Lisa Ammer ihnen beweisen.

Hauptsächlich kümmert sich die neue Mitarbeiterin um den Kinderbereich, doch sie hat noch einen weiteren Schwerpunkt: „Ich will die Mädchenförderung stärken.“ So führt sie etwa einen Abend ein, an dem Mädchen von zwölf bis 18 Jahren im Spielhaus unter sich sein können. „Bald wird es hier noch mehr Angebote für Mädchen und junge Frauen geben“, verspricht Lisa Ammer. Zudem würde sie sich freuen, wenn sie Jungen und Mädels hilft, Interessen und Hobbys zu entwickeln. Denn sie selbst joggt, reitet, spielt Klarinette und engagiert sich bei der Landjugend Neviges. So ist ihre Freizeit ebenso vielfältig wie ihr neuer Job.

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