Wettbewerb

Manche Schüler finden Mathematik einfach kinderleicht

19 Heiligenhauser Schüler (alle vom IKG) waren bei der Mathematik-Olympiade erfolgreich und erhielten eine Urkunde.

19 Heiligenhauser Schüler (alle vom IKG) waren bei der Mathematik-Olympiade erfolgreich und erhielten eine Urkunde.

Foto: Heinz-Werner Rieck

Heiligenhaus.   Bei der Mathematik-Olympiade würden kürzlich die Sieger im Nordkreis am IKG geehrt. Für eine Heiligenhauserin geht es weiter zum NRW-Wettbewerb.

Mathe ist nichts für Mädchen? Wer das denkt, hat die Rechnung ohne Valerie Abt gemacht. Die 14-jährige Schülerin des Immanuel-Kant-Gymnasiums IKG) hat bei der Mathematik-Olympiade im Nordkreis den ersten Platz in ihrer Altersklasse belegt. „Für Mathe muss man eigentlich nicht viel tun“, sagt sie gelassen. Kunststück, wenn die eigene Mutter das Fach unterrichtet.

Valerie und 64 weitere Preisträger (19 aus Heiligenhaus) wurden am Donnerstag im Immanuel-Kant-Gymnasium für ihre Leistungen bei der Mathe-Olympiade ausgezeichnet. „Schön, dass Ihr Euch trotz Schulstresses Zeit für die Mathematik nehmt“, lobte Regionalkoordinator und IKG-Oberstudienrat Rolf Schlechtriemen das Engagement der Schüler.

Gute Ergebnisse im Kreis

Mit den diesjährigen Ergebnissen ist er zufrieden: Für ihre Auszeichnungen (verliehen wurden im Nordkreis 34 dritte, 27 zweite und vier erste Plätze) mussten die Preisträger ganz schön Grips beweisen. In Runde zwei des Wettbewerbs mussten die Teilnehmer unter Klausurbedingungen – je nach Altersklasse zwei bis vier Stunden – Aufgaben lösen. „Die sind aber nicht mit normalen Standardaufgaben aus dem Matheunterricht vergleichbar, sondern erfordern andere Denkprozesse“, erklärt Rolf Schlechtriemen. Beispiel: Alle Zahlen von 1 bis 100 multiplizieren und berechnen, auf wie vielen Nullen das Ergebnis endet (es sind übrigens 24).

Auf lange Sicht schulen solche Aufgaben nicht nur Mathe-Kenntnisse selbst, sondern auch logisches Denken und Motivationsvermögen, ist sich Schlechtriemen sicher. Und für den Lebenslauf könne die Teilnahme an der Mathe-Olympiade ohnehin lohnenswert sein. Einige Universitäten würden gezielt auf solche Wettbewerbe achten und sie bei der Studienplatz-Bewerbung berücksichtigen.

Lieblingsfach Englisch

Über ein Studium macht sich der elfjährige Jacob vom IKG noch keine großen Gedanken. Er mag Mathe einfach gerne, löst teilweise auch zuhause in der Freizeit Aufgaben im Internet. So konnte er bei der diesjährigen Olympiade seinen dritten Platz vom vergangenen Jahr wiederholen. „Mein Lieblingsfach ist aber Englisch“, sagt er.

Wie Jacob stammen drei Viertel der Preisträger dieses Jahr aus den Klassen 5, 6 und 7. Ab der achten Klasse gebe es einen Einbruch, da die Aufgaben deutlich schwieriger seien, sagt Rolf Schlechtriemen. „Ich kann den jüngeren nur raten: bleibt dabei. Später habt ihr weniger Konkurrenz.“

Landeswettbewerb im Februar

Der verbliebenen Konkurrenz wird sich Valerie Abt Ende Februar beim NRW-Landeswettbewerb in Bielefeld stellen. Bei Erfolg winkt eine Teilnahme am Bundeswettbewerb. Für Valerie ist dabei sein alles, sie blickt schon mal über den Wettbewerb hinaus. „Ich kann mir gut vorstellen, später Mathe zu studieren. Auf jeden Fall etwas mit Zahlen.“ Dafür ist die Mathe-Olympiade ja schon mal ein gutes Training.

>>> Bundesweit 250 000 Teilnehmer pro Jahr

  • Die Mathematik-Olympiade ist ein deutschlandweiter Wettbewerb, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.
  • Die Tradition reicht bereits bis in das Schuljahr 1961/62 zurück.
  • Pro Jahr nehmen rund 250 000 Schüler teil.
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