Service-Organisation

Mädchen- und Frauenrechte stärken

Soroptimist Velbert Heiligenhaus: Vizepräsidentin Dr. Martina Dürbeck-Günther, Präsidentin Dr. Alexandra Ruthmann und Pressesprecherin Eva Rüther.

Soroptimist Velbert Heiligenhaus: Vizepräsidentin Dr. Martina Dürbeck-Günther, Präsidentin Dr. Alexandra Ruthmann und Pressesprecherin Eva Rüther.

Foto: WAZ FotoPool

Heiligenhaus/Velbert.   Soroptimist International gründet einen eigenen Club Heiligenhaus-Velbert. Serviceorganisation fördert gezielt lokale Projekte. Der Club ist weder politisch noch religiös gebunden.

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Die weltweit größte Service-Organisation berufstätiger Frauen – Soroptimist International – gründet einen eigenen Club Heiligenhaus-Velbert. Am heutigen Samstag, 10. Mai, wird dies offiziell mit einer großen Feier und vielen Gästen aus ganz Deutschland und Nachbarländern im Gemeindesaal St. Paulus in Velbert gefeiert.

Der Club trägt die Nummer 208. Vor gut zwei Jahren entstand die Idee, in Niederberg einen eigenen Service-Club zu gründen. „Ich bin sozusagen erblich vorbelastet. Meine Mutter ist Mitglied im Essener Club“, sagt Präsidentin Dr. Alexandra Ruthmann lachend. 24 Frauen aus ganz unterschiedlichen Berufen haben sich seitdem zusammengefunden, sieben aus Heiligenhaus, die anderen kommen aus Velbert, Wülfrath, Mettmann, Mülheim und Essen. Sie alle wollen „die besten Schwestern“, so die Übersetzung des vom Lateinischen sorores optimae abgeleiteten Namens, sein. „Wir wollen das Beste tun für die Mädchen und Frauen, wollen ihre Rechte stärken und sie unterstützen“, erläutert Ruthmann das Leitmotiv.

Soroptimist International wurde 1921 in Oakland gegründet – übrigens von einem Mann. Der trug damit der zur Jahrhundertwende unter Frauen stetig ansteigenden Berufstätigkeit und ihrem gesellschaftlichen Engagement Rechnung. Heute ist die Frauenorganisation in 117 Ländern mit 80 000 Mitgliedern vertreten. Der erste deutsche Club wurde 1930 in Berlin gegründet und installierte sich 1952 neu. Inzwischen haben sich in den Clubs hierzulande über 6200 Mitglieder organisiert.

Der Club ist weder politisch noch religiös gebunden, engagiert sich jedoch im lokalen, nationalen und internationalen Bereich für eine aktive Teilnahme von Frauen an Entscheidungsprozessen auf allen Ebenen der Gesellschaft. Die Mitglieder sind Netzwerkerinnen und möchten die Rechte und die Unabhängigkeit von Mädchen und Frauen unterstützen. So bekämpfte Soroptimist als eine der ersten Organisationen die Genitalverstümmelung bei Mädchen.

Die Frauen arbeiten zudem auf kulturellem und sozialem Gebiet – ähnlich wie etwa die Mitglieder von Inner Wheel, der Frauenorganisation der Rotarier. „Zu den örtlichen Lions und Rotariern haben wir schon gute Kontakte. Wir wollen Kooperationen aufbauen und haben da keine Berührungsängste“, betont Präsidentin Ruthmann.

Engagement und Power

Die Frauen der Soroptimist Heiligenhaus-Velbert haben bereits eine Velberter Einrichtung unterstützt, ein privates Frauenhaus, das Gewaltopfern den Weg zurück in ein normales Leben ermöglichen möchte. Sieben Wohneinheiten konnten in einer ehemaligen Villa u.a. mit Hilfe von Spenden durch Soroptimist, eingerichtet werden. Andere Mädchen- und Frauenprojekte auch in Heiligenhaus sind geplant, konkreter zur Sache gehen soll es nach der Gründungsveranstaltung am Wochenende.

Weitere engagierte Frauen, egal welcher Profession und welchen Alters, werden dazu gesucht. Der Mitgliedsbeitrag beläuft sich auf 20 Euro im Monat. „Das ist zu stemmen“, sagt Dr. Martina Dürbeck-Günter, die stellvertretende Club-Präsidentin. An einer Mitgliedschaft interessierte Frauen müssten sich allerdings an ein Clubmitglied wenden. „Diese stellt die Anwärterin in der Versammlung vor. Und einstimmig muss die Aufnahme beschlossen werden“, erklärt Dürbeck-Günter das Prozedere. Gewünscht seien Frauen, „die nicht nur das Scheckbuch zücken, sondern die Power haben und sich aktiv einbringen.“

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