Kochkurs für Kinder

Kinder lassen im Spielhaus Oberilp die Töpfe klappern

Romayssa (links) und Seyma kneten den Teig für die Nachspeise. Die beiden Neunjährigen nehmen am Kochkurs „Kids-Kitchen – coole Kinder kochen“ der Soroptimistinnen im Spielhaus Oberilp teil.

Romayssa (links) und Seyma kneten den Teig für die Nachspeise. Die beiden Neunjährigen nehmen am Kochkurs „Kids-Kitchen – coole Kinder kochen“ der Soroptimistinnen im Spielhaus Oberilp teil.

Foto: Uwe Möller

Heiligenhaus.   Bei einem Kochprojekt der Soroptimistinnen Heiligenhaus-Velbert lernen Kinder kochen. Die Aktion im Spielhaus ist für zwei Jahre geplant.

Die Kochmütze ist ein bisschen zu groß für Hristinas Kopf. Immer wieder rutscht ihr das Accessoire tief auf die Stirn. Die Sechsjährige lässt sich davon nicht beirren und schneidet weiter Erdbeeren in Stücke. Hristina ist eine von sechs Kindern, die im Spielhaus zu Nachwuchsköchen werden. Beim Projekt „Kids-Kitchen – coole Kinder kochen“ der Soroptimistinnen Heiligenhaus-Velbert lernen die Kinder nicht nur den Umgang mit dem Pfannenwender, sondern auch neue Lebensmittel kennen. So manches Mal ist das allerdings eine bittere Erfahrung.

„Wisst ihr, was das ist?“, fragt Köchin Désirée Angelkorte und hält eine Stange Rhabarber hoch. Sie bekommt fragende Blicke zurück. Macht nichts, die Kinder lernen das Gemüse gleich näher kennen. Denn aus dem Rhabarber soll zusammen mit Erdbeeren ein Crumble, eine Art Küchlein, werden.

Projekt startete vor einem halben Jahr

„Kann ich das mal probieren?“, fragt die elfjährige Angelina neugierig. Sie steckt sich ein kleines Stückchen Rhabarber in den Mund, beißt zu und verzieht sofort das Gesicht. „Deshalb mischen wir den Rhabarber mit Erdbeeren, er ist sehr sauer“, sagt Angelkorte und lächelt.

Doch auch diese Erfahrungen sollen die Kinder machen. „Wir möchten, dass sie Spaß am Kochen bekommen und auch etwas aus dem Kurs mitnehmen“, sagt Gudrun Sieg-Küster, die Präsidentin der Soroptimistinnen Heiligenhaus-Velbert, dem 208. deutschen Club von Soroptimist International, einem weltweit agierenden Service-Club für Frauen.

Schwestern stehen mit in der Küche

Zum ersten Mal klapperten die Töpfe vor einem halben Jahr im Spielhaus. Inspiration für das Projekt bekamen die örtlichen Soroptimistinnen bereits vor zwei Jahren. „Im Februar 2017 haben wir dann Kontakt mit dem Oberilper Stadtteilbüro geknüpft“, erinnert sich Sieg-Küster. Anschließend kümmerte sich eine Projektgruppe um die Organisation. Im Oktober 2018 kam dann das Okay.

„Bisher sind wir sehr zufrieden mit dem Projekt. Es ist ausgelegt auf zwei Jahre, und danach würde ich natürlich mir wünschen, dass es selbstständig weiterläuft“, sagt Gudrun Sieg-Küster. Noch stehen zwei der insgesamt 26 Club-Schwestern mit in der Küche des Spielhauses.

Motorische Fähigkeiten fördern

„Kochen ist Teamarbeit“, weiß Désirée Angelkorte, die meist vegan mit den Kindern kocht. „Sie verbessern ihre sozialen Kompetenzen und bauen ihre motorischen Fähigkeiten aus“, fügt Sieg-Küster hinzu. Die Romayssa (9) und Seyma (9) sind jedenfalls schon Back-Profis. Sie stecken bis zu den Handgelenken im Teig für den Crumble und kneten ihn ordentlich durch, damit die Naschkatzen den Rhabarber auch mal von seiner süßen Seite kennenlernen.

>>> FRAUEN WELTWEIT VERNETZEN

  • Der Verein Soroptimist Heiligenhaus-Velbert wurde vor fünf Jahren gegründet. Insgesamt hat Soroptimist International weltweit über 3000 Service-Clubs in 132 Ländern. „Es geht darum, Frauen untereinander zu vernetzen“, erklärt Gudrun Sieg-Küster.
  • Die Schwestern, so die Bezeichnung der Mitglieder, unterstützen karitative Projekte. Die örtlichen Schwestern helfen beispielsweise dem Hospizverein in Velbert und einem Frauenhaus in Sambia. Alle Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich neben dem Beruf.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben