Aktion Tschernobyl

Kinder aus Kiew sind wieder zu Gast in Heiligenhaus

Im Rahmen der Aktion Tschernobyl verbringen 14 Mädchen und zwei Jungs im Alter zwischen neun und 19 Jahren einen Teil ihrer Schulferien in Heiligenhaus.

Im Rahmen der Aktion Tschernobyl verbringen 14 Mädchen und zwei Jungs im Alter zwischen neun und 19 Jahren einen Teil ihrer Schulferien in Heiligenhaus.

Foto: Alexandra Roth

Heiligenhaus.  Mit der Aktion Tschernobyl machen ab sofort 16 Kinder und Jugendliche Urlaub in Heiligenhaus. Ein buntes Programm wartet auf die Besucher.

32 Stunden hat die Anreise von Kiew gedauert, doch jetzt sind sie endlich da: Die Kinder und Jugendlichen, die dank der Aktion Tschernobyl drei hoffentlich unbeschwerte Wochen in Heiligenhaus verbringen werden, sind gut in ihren Gastfamilien angekommen.

Kinder mussten lange an der Grenze warten

„Leider hat es an der Grenze sehr lange gedauert, insgesamt sieben Stunden mussten die Kinder im Bus warten“, erzählt Gaby Slotta, bei der auch in diesem Jahr wieder alle organisatorischen Fäden zusammenlaufen. 14 Mädchen und zwei Jungs im Alter zwischen neun und 19 Jahren verbringen diesmal einen Teil ihrer Schulferien hier, zwei Betreuerinnen sind mitgekommen. Begonnen wurde das abwechslungsreiche Programm am Montag mit dem Empfang beim Bürgermeister, der den jungen Gästen Sportbeutel mitgab. Danach wartete ein Eiswagen mit kühlen Leckereien vor dem Rathaus.

Die 15-jährige Valeria ist schon zum dritten Mail in Heiligenhaus, ihre Mutter begleitet die Gruppe als Betreuerin und Übersetzerin. Und auch Valeria spricht schon gut Deutsch: „Ich bin sehr froh, wieder hier zu sein“, erzählt sie. „Alles gefällt mir hier, ich freue mich besonders auf den Besuch im Movie Park und auch aufs Einkaufen.“ Das steht bereits am heutigen Dienstag auf dem Programm – Heinz Nardmann lädt die ganze Gruppe ins Rhein-Ruhr Zentrum ein, wo sich jedes Kind für 50 Euro einkleiden darf.

Die Straßen sind sauberer als in Kiew

Unterschiede zwischen ihrer Heimatstadt – die Jugendlichen kommen aus Kiew und den umliegenden Dörfern – und der „zweiten Heimat“ sieht sie auch: „Die Straßen sind hier viel sauberer als zuhause, alles ist schön gemacht. Und meine Lieblingssüßigkeiten sind günstiger“, sagt Valeria lachend. Sie fühlt sich wohl, versteht auch das meiste von den Gesprächen in der fremden Sprache, denn in der Schule hat sie wöchentlich zwei Stunden Deutschunterricht. Vor zwei Jahren sah das anfangs noch anders aus: „Da habe ich nichts verstanden und am ersten Abend geweint.“

Das erste Mal sind diesmal Lew Mark (10) und Mark (9) dabei. „Es ist gemütlich“, erzählt Lew Mark zufrieden über seine Gastfamilie, die zwei Jungs hat, mit denen er spielen kann. „Ich wollte gerne herkommen, hoffe auf viel Spaß und möchte auch gerne Deutsch lernen.“ Falls das nicht ganz so schnell klappt, kann er sich trotzdem unterhalten – denn seine Gastfamilie spricht Russisch, und das Russische ist mit dem Ukrainischen verwandt. Das gleiche Glück hat auch Mark, der aber tatsächlich sein Alter und vieles andere schon auf Deutsch sagen kann. „Ich habe privaten Unterricht“, erzählt der Neunjährige, um dann Oksana Panzyka zu lauschen, die den Kindern eine kurze Einführung in Sprache und und Gewohnheiten des Gastlandes gibt.

Freier Eintritt ins Freibad

Und dann geht es ins Freibad, in das die Kinder die nächsten drei Wochen freien Eintritt haben. „Wir müssen nur erst einmal gucken, wie gut alle schwimmen können“, so Gaby Slotta – denn zielgerichtet Schwimmen gelernt haben längst nicht alle Gäste, die sich aus der Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) erst einmal Badesachen aussuchen dürfen. Die drei Wochen dürften auch im kühlen Nass wie im Fluge vergehen.

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