Ampel

Verwaltungsposse: Ampelbergmann geht nur im Ruhrgebiet

Ingmar Janssen (l) und Rainer Klinger von der SPD hätten das Bergbaumännchen auf der Ampel gerne behalten.

Ingmar Janssen (l) und Rainer Klinger von der SPD hätten das Bergbaumännchen auf der Ampel gerne behalten.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Heiligenhaus.  Das verirrte Bergmännchen auf der Heiligenhauser Ampelanlage darf nicht leuchten. Das leuchtet zwar nicht ein - aber die Regeln sind streng.

Der kleine Ampelbergmann wird sich seinem Schicksal beugen und sein Grubenlämpchen ein für alle mal auspusten müssen – zumindest in Heiligenhaus. Sein Zuhause ist und bleibt das Ruhrgebiet und nur dort darf er als Ampelschablone Fußgängern „Stehen bleiben“ oder „Gehen“ vorgeben. Und dafür gibt es einen eindeutigen Grund.

„So leid mir das tut“, erklärt Tiefbauamtsleiter Michael Krahl, „aber es gibt seit Dezember 2018 einen Erlaß des Verkehrsministeriums, der die Nutzung von Sondersymbolen im Straßenverkehr nur in besonderen Ausnahmen zulässt.“ Grund dafür sei, dass Ampelmännchen generell eindeutig erkennbar sein müssten – etwa für sehbehinderte Menschen, die Sicherheit stehe an oberster Stelle.

„Stadt hat keinen Handlungsspielraum“

Die Schablonen mit den Bergmännchen waren versehentlich an der Ampelanlage vor der St.-Ludgeruskirche eingesetzt worden, ursprünglich waren sie für Ampeln im Ruhrgebiet bestimmt. Weil sich aber viele Heiligenhauser auf Nachfrage der WAZ bei facebook begeistert von dem Kerlchen zeigten und auch die SPD sich für den Erhalt stark machte, wurde nun von Seiten der Stadt nach einer Option gesucht.

„Wir haben da wirklich keinen Handlungsspielraum“, bedauert es Michael Krahl. Daher werden die Schablonen zeitnah ausgetauscht. Im Ruhrgebiet dagegen hat das Bergmännchen die hohe Bedeutung, die es für eine Sondergenehmigung braucht. Ähnlich verhält es sich im hessischen Friedberg – dort gibt es drei „Elvis-Ampeln“ Der King war dort als junger amerikanischer Soldat 18 Monate stationiert. In Bremen dürfen die Stadtmusikanten auf einigen Anlagen nicht fehlen, in Trier gibt es Karl Marx-Ampeln und natürlich versüßen in Mainz die Mainzelmännchen das warten auf „Grün“. Nun liegt es an Heiligenhaus eine Idee ein lokales Ampelmännchen mit Symbolcharakter zu entwickeln.

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