Kultur

Junge Songwriter präsentieren Stücke im Club Heiligenhaus

Der Wülfrather Marius Wagner stand im Club auf der Bühne – und war glücklich, endlich mal wieder vor Publikum spielen zu dürfen.

Der Wülfrather Marius Wagner stand im Club auf der Bühne – und war glücklich, endlich mal wieder vor Publikum spielen zu dürfen.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Heiligenhaus.  In der Nacht der Jugendkultur bietet der Club Heiligenhaus eine offene Bühne für Nachwuchsmusiker. Die sind froh, wieder vor Publikum zu spielen.

Gitarrenklänge und Gesang klingen aus dem Club während der „Nacht-Frequenz: Nacht der Jugendkultur.“ Acht junge Songwriter treten auf der offenen Bühne auf und tragen ihre selbst komponierten Stücke vor.

Nach langer Zeit ist es das erste Mal, dass die Künstler vor Publikum auftreten dürfen, da durch die Pandemie lange keine Konzerte vor Besuchern möglich waren. Zusätzlich wird jeder Auftritt aufgezeichnet: So ergibt sich für die jungen Songwriter die Möglichkeit, sich mit diesem Film zu bewerben oder ihre Kunst zu publizieren.

Wülfrather hat Publikum vermisst

Der Wülfrather Marius Wagner hat es vermisst, vor echtem Publikum zu spielen. Während der Zwangspause performte er seine Stücke teilweise per Livestream im Internet. „Ich spiele zusammen mit ein paar Freunden in einer Band, beispielsweise auf Hochzeiten. Solo performe ich noch gar nicht so lange, erst seit einem knappen Jahr.“

Musikalisch fühlt sich der 22-Jährige in der Countrymusik zu Hause. „Gitarre spielen habe ich mir in der fünften Klasse zusammen mit einem Kumpel selbst beigebracht, irgendwann kam dann das Singen dazu und seit der neunten Klasse schreibe ich eigene Lieder“, erinnert sich der Lehramts Student.

Freie Bühne im Club als Chance

Das erste Mal sei er auf die Nacht-Frequenz vor ein paar Jahren in Wülfrath aufmerksam geworden, wo er zusammen mit einer Freundin einen Workshop zur Selbstvermarktung der eigenen Band angeboten hatte. „Als ich mitbekommen habe, dass die Nacht der Jugendkultur dieses Jahr zusammen mit dem Club eine freie Bühne bietet, wollte ich hier hin, weil ich die Veranstalter gut kenne und auch mit den meisten der Künstler schon zusammen Musik gemacht habe.“

Duo hat noch eine Band in der Hinterhand

Ebenfalls auf der Bühne steht das Duo Antoine Saint-Martin (21) und Zoe Nölle (22), die auch zusammen mit zwei Freunden in der Band „Chase The Line“ spielen. Beide studieren – genau wie Marius – Lehramt in Wuppertal.

Antoine kam, im Vergleich zu Zoe, erst relativ spät zur Musik „Ich hatte irgendwann in den Herbstferien zu viel Zeit und da hat mir ein Freund Gitarre spielen beigebracht“, sagt er. Später lernte er noch Bass spielen und singen.

Schon oft im Club aufgetreten

Zoe wiederum hat schon früh durch Freunde und ihren Umkreis die Musik schätzen gelernt und brachte sich letztlich Gitarre und Klavier spielen selbst bei. „Antoine und ich kennen uns schon ewig. Letztendlich kamen wir als Band so richtig zusammen, nachdem wir für den 18. Geburtstag einer Freundin gemeinsam eine CD aufgenommen haben“, erzählt Zoe.

Mit „Chase The Line“ spielen die beiden meist Indie Rock, aber auch Rock/Pop und Punk. An den Platz für die Nacht der Jugendkultur kamen die beiden, da sie schon oft im Club aufgetreten sind. Dabei sind die beiden angesprochen worden ob sie nicht Lust hätten, auch diesmal ihre Songs zu performen.

„Ich finde es super, dass hier jungen Künstlern die Möglichkeit gegeben wird, auch mal auf die Bühne zu gehen“, sagt Zoe Nölle – „und dass man nach einer so langen Auszeit mal wieder auf eine Bühne vor Publikum kommt“, ergänzt Antoine seine Bandkollegin.

Zweite Teilnahme an der Nacht-Frequenz

Der Club ist nun schon das zweite Mal Teilnehmer der „Nacht-Frequenz: Nacht der Jugendkultur.“ „Das erste Mal haben wir 2014 teilgenommen, da sah das Programm aber etwas anders aus. Damals hatten wir ein großes Konzert, einen Graffitikurs und einen Workshop mit Lichteffekten“, erzählt Edelgard Eichberg, Leiterin des Clubs.

Mit den „Rock Me“ Konzerten gab der Club jungen Bands aus der Umgebung schon eine Bühne „Da dachten wir uns das Konzept mit der offenen Bühne passt ganz gut rein“, sagt die Leiterin. Beworben habe sich der Club auf die Veranstaltung, als Corona noch nicht in Sicht war.

Daher habe sich letztlich das Konzept geändert, da die Club-Verantwortlichen für das Konzert ein Hygienekonzept erstellen mussten. Der Eintritt war diesmal frei, aber zum Schluss bat Moderatorin Anna Rau mit den Worten „rascheln ist gut, aber klingeln ist besser“ darum, den Musikern in dieser, für sie, schweren Zeit etwas im Spendenschwein zu hinterlassen.

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