Politische Bildung

Jugendreporter setzen sich gegen Fremdenfeindlichkeit ein

Foto: Ulrich Bangert

Die Teenager des Heiligenhauser Jugendrats haben an einem Projekt teilgenommen, um mit einer Online-Zeitung ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen.

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Der Jugendrat setzt sich für die Interessen von Kindern und Teenagern in Heiligenhaus ein, ebenso für politische Bildung. Doch dieses Engagement endet nicht an der Stadtgrenze. Daher sind einige Mitglieder auch als Jugendreporter in Deutschland unterwegs. „Wir sind alle politisch interessiert“, sagt Zehra Aktaş, und dieses Interesse wollen die Jugendlichen nutzen, um sich gegen Fremdenfeindlichkeit einzusetzen.

Daher habe der Verein Deutsche Gesellschaft, der das Jugendreporter-Projekt betreut, bei Aktaş und ihren Mitstreitern offene Türen eingerannt. „In Sachsen und Brandenburg haben wir dieses Projekt eher in strukturschwachen Städten durchgeführt“, sagt Jessica Wolf von der Deutschen Gesellschaft. Doch in Nordrhein-Westfalen habe man bewusst Heiligenhaus ausgewählt, „denn der Jugendrat ist hier ziemlich aktiv.“ Damit seien die Mitglieder die perfekten Teilnehmer, um eine Online-Schülerzeitung für Demokratie und gegen Fremdenhass zu füllen und zu betreuen.

Handwerk von Journalisten gelernt

„Offenes Haus NRW“ haben die Jugendlichen ihre Zeitung genannt. Bevor dort jedoch der erste Artikel veröffentlicht wurde, wurde den Heiligenhausern von Journalisten ihr Handwerk vermittelt. „Wir haben alles beigebracht bekommen, was wir für unsere Zeitung brauchen: Was ist ein Bericht? Was ist ein Kommentar?“, sagt Aiman Amlah. Und wie man gute Texte aufbaue und schreibe.

Seit über einem Jahr haben die Jugendreporter Gespräche geführt und diese als Artikel auf ihre Webseite gestellt. So haben sie sich etwa im Wahlkampf mit Peter Beyer (CDU) und Kerstin Griese (SPD) über Politik unterhalten, waren beim Medientag und Lichterfest in Berlin, haben über die Stolpersteine in Heljens berichtet und Einblicke in das Leben eines Flüchtlings erhalten. Besonders beeindruckt habe, so Aiman Amlah, das Interview mit einem NPD-Aussteiger.

Weitere Jugendreporter gibt’s jetzt an der Realschule

„Wir alle haben ein gemeinsames Interesse, gegen Fremdenfeindlichkeit etwas zu tun“, so die Chefredakteurin Zehra Aktaş, daher gebe es keine Berührungsängste. „Heiligenhaus hat kein Rassismusproblem“, findet sie, „aber wir wollen die Jugendlichen hier informieren, was draußen alles passiert.“

Dafür suchen sie nun mit der Deutschen Gesellschaft weitere Themen in ganz NRW, während an der Realschule neue Jugendreporter geschult werden. „Wir haben viele neue Menschen kennengelernt und haben jetzt auf vieles eine andere Sicht“, resümiert Hilal Çelik – und alle sind sich einig: „Wir fühlen uns wie richtige Journalisten. Es macht Spaß.“

>>> Die Zeitung der Jugendreport ist kostenlos

  • Die Online-Zeitung „Offenes Haus NRW“ ist zu lesen auf www.offeneshausnrw.de
  • Das Projekt Jugendreporter wird vom Bundesfamilienministerium finanziell unterstützt und vom Bildungswerk NRW der Deutschen Gesellschaft e.V. betreut. Weitere Informationen über den Verein gibt’s auf www.deutsche-gesellschaft-ev.de

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