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Homestory: Zu Besuch bei Jean Pütz in Heiligenhaus

In seinem Garten betrachtet Jean Pütz gern die Seerosen im Teich. In Heiligenhaus hat er ein großes Anwesen.

In seinem Garten betrachtet Jean Pütz gern die Seerosen im Teich. In Heiligenhaus hat er ein großes Anwesen.

Foto: Uwe Möller

Heiligenhaus.   Der bekannte Wissenschaftsjournalist hat kürzlich seine Biografie vorgestellt. Mit 81 ist der selbst ernannte Glückspilz noch fit und neugierig.

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Das Quittengelee, das bei Jean Pütz in der Wohnküche steht, ist selbst gemacht. Und zwar von ihm, wie Pütz erzählt. „Ich bin schon ein komischer Heini“, schmunzelt der Moderator der ‘Hobbythek’ und vieler anderer Wissenschaftsformate, der in Heiligenhaus in einem Energieplus-Haus lebt, in das er „alles hat einbauen lassen, was ökologisch sinnvoll ist“. Auch an dem Umbau hat er sich beteiligt – er macht gern Sachen selbst. Circa drei Stunden am Tag verbringt er damit, seine Homepage auf dem neuesten Stand zu halten, in engem Austausch mit Wissenschaftlern, die ihn mit Informationen versorgen.

Seine Affinität zu den neuen Medien wird auch deutlich, wenn man seine Biografie mit dem Titel „Ich hab’ da mal was vorbereitet – Ein Glückspilz packt aus“ aufschlägt. Regelmäßig finden sich QR-Codes auf den Seiten, wer sie nutzt, gelangt zu Fotos, Liedern und Filmen: „Diesen Medienverbund habe ich bewusst gewählt, so kann ich nach Belieben Dinge ergänzen.“ Wer mehr wissen möchte, kann auf diese Art einfach weiterrecherchieren.

Privates bleibt privat

Pütz schreibt über sein ganzes bisheriges Leben – seine Schulzeit, die mit nicht allzu guten Noten begann, die Ausbildung, die Fernseh-Jahre und auch die Familie sind Themen, die er sehr persönlich angeht. „Ich wollte nicht als Heiliger dastehen, ich mag es auch nicht, als Ikone bezeichnet zu werden. Deswegen schildere ich auch Negatives“, macht Pütz klar, der seine Glaubwürdigkeit mitverantwortlich macht für seinen Erfolg, dessen großes Kapital jedoch stets die Neugier gewesen sei.

Lediglich die ganz privaten Ereignisse hat der Vater dreier Kinder aus seinem ersten nicht-wissenschaftlichen Buch herausgelassen – „denn das geht niemanden etwas an.“

Wissenschaft soll für alle da sein

Die Technik liegt ihm genauso am Herzen wie die Soziologie, Chemie und Politik. Der „überzeugte Anhänger der Demokratie“, der seinen Werdegang in der Biografie detailliert schildert („Ich habe so bewusst gelebt, dass ich mich an kleinste Details erinnere“), möchte auch durch das Buch zeigen, dass er aufgrund der demokratischen Strukturen der Bundesrepublik die Chance hatte, sich hochzuarbeiten. Seine Neugier hat sich Jean Pütz erhalten und appelliert an alle Menschen, ihren Verstand zu nutzen: „In einer Zeit, in der der technische Turmbau zu Babel einzustürzen droht, sind wir zur Vernunft verdammt!“

Die Wissensvermittlung ist ihm schon immer ein Anliegen gewesen, „ich wollte schon beim WDR auch die kleinen Leute erreichen und Wissen in so kleinen Häppchen vermitteln, dass jeder dem Thema folgen konnte.“. Seinem Motto „Wissenschaft darf niemals Herrschaftswissen sein“ bleibt er treu. Und wie sieht es mit den Dingen und Rezepten aus, die er den Zuschauern der Hobbythek ans Herz gelegt hat? „Die benutze ich alle selber“, versichert Pütz. „Egal, ob es sich um den Waschmittelbaukasten oder um selbst gemachten Joghurt handelt.“ Sogar den Parfumbaukasten hat er auf der Fensterbank stehen, aber der, das gibt Jean Pütz gerne zu, sei doch etwas aufwendiger in der Benutzung. Das Marmelademachen geht ihm dann doch schneller von der Hand.

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