Hubertusmesse

Jäger und Kirche verteidigen Hubertusmesse vor Tierschützern

Gefeiert werden soll bei der Messe die Schöpfung und der Schutz der Natur, nicht das Töten von Tieren.

Foto: Uwe Möller

Gefeiert werden soll bei der Messe die Schöpfung und der Schutz der Natur, nicht das Töten von Tieren. Foto: Uwe Möller

Heiligenhaus.   Tierschutzorganisation bezeichnet Gottesdienst als kirchlichen Segen für blutiges Hobby. Die Kritik gilt sowohl den Jägern als auch der Kirche.

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Während zur Hubertusmesse die Töne der Hörner in der St. Suitbertus Kirche erklingen sollen, blasen Tierschützer zum Sturm: „Ein kirchlicher Segen für ein blutiges Hobby“, nennt Peter Höffken, Fachreferent für Wildtiere bei der Organisation Peta, die Hubertusmesse, die am heutigen Samstag stattfindet.

Auf taube Ohren stößt das bei den Jägern vor Ort. Das Töten der Tiere erfolge schließlich nicht aus Spaß, erklärt Hegeringleiter Carlo Finkentey: „Unsere Jagd begründet sich auf die Pflicht der Hege“, und genau diese werde während der Hubertusmesse betont.

Hubertus von Lüttich ist Schutzpatron der Jagd

Als Jäger habe sich Hubertus von Lüttich, der spätere Heilige und Schutzpatron der Jagd, dessen Gedenktag der 3. November ist, nicht immer mustergültig verhalten, erklärt Finkentey die Legende: „Dann ist ihm der Hirsch erschienen und er hat erkannt, dass er nicht nur jagen kann, sondern auch hegen sollte.“

Wenn man so wolle, sei Hubertus gar der erste Heger gewesen – also das, als was sich Jäger heute in erster Linie sehen. Schutz der Natur und auch der Tiere stehe stets im Vordergrund, „wir geben uns unwahrscheinlich viel Mühe“, sagt Finkentey und das als Ehrenamtler. Hege umfasse alles, was den Tieren am Ende nutze, dazu gehöre aber auch der Abschuss; der allerdings sei gesetzlich teilweise gar vorgegeben. Das Jagen habe schlussendlich zwei Gründe, der Schutz der Natur und die Erzeugung eines Lebensmittels, „und zwar eines ganz natürlichen“.

Die Hege vor das Jagen zu schieben, ist in den Augen der Tierschutzorganisation „ein grüner Anstrich für das blutige Hobby“. Dass Jäger sich auch für Gutes in der Natur einsetzen, das wisse auch Naturschützer Höffken, „aber man muss das Gesamtpaket sehen: Töten gehört dazu“, auch wenn das Wort Hege in seinen Augen ein Euphemismus sei, sich mehr danach anhöre, „als streicheln die Jäger die Tiere tot.“

Kirche ist die Zielscheibe der Kritik von Peta

Die Kritik allerdings richtet sich seitens Peta nicht nur gegen die Jäger selbst, sondern auch gegen die Kirche. „Die Kirche gibt den Jägern vollkommen kritiklos ihren Segen“, sagt Peta-Mitglied Höffken, „da wollen wir aufrütteln und selbst Kritik üben.“ Immerhin würde die Kirche unendliches Leid von Tieren legitimieren.

Pfarrer Alfons Demand, der die Hubertusmesse heute ab 18 Uhr feiern wird, betont allerdings, dass Jäger bei dem Gottesdienst mitnichten zum Töten angestiftet werden sollen: „Das ist keine Verherrlichung der Tötung“, sagt Demand, „die Pflege der Natur steht im Vordergrund.“ Schlussendlich feiere der Pfarrer die Messe für alle Besucher, nicht nur für die Jäger: „Es wird ein Gottesdienst über die Schöpfung werden, hat nichts mit den Jägern an sich zu tun, diese nehmen aber teil.“

Organisation ruft zum Protest gegen die Messe auf

Manfred Seibel dekoriert von Seiten des Hegerings Heiligenhaus-Hösel aus schon am Freitag den Kirchenraum des Doms. Schmückt die Kirche mit Hirschkopf und Blättern, „es soll ja eine festliche Atmosphäre werden.“ Dass die Tierschutzorganisation gegen die Hubertusmesse wettert, habe auch er gehört: In einem sozialen Netzwerk habe es gar Aufrufe zum Protest gegeben. „Die Polizei wird deswegen ab 17 Uhr Präsenz zeigen“, erklärt Seibel, „denn man kann nicht ausschließen, dass Demonstranten kommen.“ Vor einigen Jahren hätte es bei einer Hubertusmesse in Heiligenhaus bereits ein paar Demonstranten gegeben. Dass der Protest vor Ort heute groß sein wird, damit rechne er aber nicht.

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