Natur

Isenbügeler Familie erhofft sich mehr Ruhe nach Schaf-Drama

Da waren es nur noch drei: Neun von zwölf Schaden der Familie Frinker in der Oefte zwischen Essen-Kettwig und Heiligenhaus sind tragisch verendet.

Da waren es nur noch drei: Neun von zwölf Schaden der Familie Frinker in der Oefte zwischen Essen-Kettwig und Heiligenhaus sind tragisch verendet.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Heiligenhaus/Kettwig.  Neun von zwölf Schafen verendeten auf dem Hof Buschkothen zwischen Essen-Kettwig und Heiligenhaus-Isenbügel. Nun ist klar, woran sie starben

Das irgendwas nicht stimmt mit den Schafen, das hat Anke Frinker schnell gemerkt. Sie bleiben liegen, können sich kaum bewegen. Dann setzt der Durchfall ein. Am nächsten Morgen sind fünf Tiere tot, einen Tag später vier weitere. Schnell ging die Angst in Isenbügel um: Gibt es jemanden, der Köder legt? Doch nun steht fest: Die Schafe sind nicht vergiftet worden, sondern haben wohl zu viel Falsches gegessen. Denn viele Wanderer halten sich nicht an die „Füttern verboten“-Schilder. Deswegen handelt die Familie Frinker nun.

„Man lernt doch schon als Kind, dass man fremde Tiere nicht füttern soll“, ist Jonas Frinker noch immer verärgert. Über zehn Jahre stand die Herde auf dem Hof Buschkothen, der in der Oefte an der Grenze zwischen Essen-Kettwig und Heiligenhaus-Isenbügel liegt. Hier her kommen schon immer viele Menschen: Isenbügeler Anwohner, die hier Eier, Honig und Co kaufen wollen, Wanderer oder Spaziergänger mit Hund. Und es gab immer mal Menschen, die den Schafen trockenes Brot oder sonstige Sachen zuwarfen. „Wir haben die Leute oft angesprochen, wenn wir gesehen haben, dass sie den Schafen etwas geben, dass sie uns gerne die Sachen geben können und wir schauen, was die Tiere davon essen können“, berichtet Jonas Frinker. Denn ein wenig altes, trockenes Brot sei in Ordnung, „aber das müssen wir einteilen. Schafe vertragen nicht alles“, so Frinker.

Zwei Tiere wurden obduziert

Doch das Verständnis war nicht immer da. Am Ende sind die Schafe verendet: an Gummibändern, zuviel Brot und sonstigen Dingen, die sie nicht hätten essen sollen. „Wir haben zwei Tiere, nach dem auch ein Veterinär zur Kontrolle da war, zur Obduktion gegeben, weil wir wissen wollten, was passiert ist“, so Anke Frinker. Aber auch, „weil uns Hundebesitzer aus der Umgebung angerufen haben, deren Hunde ebenfalls Vergiftungserscheinungen hatten.“ Sie hatten anfangs wohl Lähmungserscheinungen und ebenfalls Durchfall.

Schnell verbreite sich die Nachricht und die Panik war groß. „Ich wurde schon gefragt, wieso ich überhaupt noch mit meinen Hunden hier Gassi gehe“, berichtet eine Anwohnerin. Doch nun steht fest: Die Tiere sind nicht vergiftet worden. Was am Ende der Grund war, warum sie starben, können die Frinkers aber nur mutmaßen. „Wir vermuten, dass es ein tragisches Unglück war, aber auch die Masse macht’s“, so Jonas Frinker.

Viele Wanderer im Lockdown und nach Steigeröffnung

Denn mit dem Lockdown im März war auch die Ruhe auf dem Hof Buschkothen vorbei. „Viele Familien haben die Natur entdeckt, was an sich ja schön ist. Aber es wurde immer mehr und mehr“, erinnert sich Anke Frinker zurück. Ein Weg führt um den Hof herum, Kunden kommen direkt zum Hauseingang – und das soll auch so bleiben. „Aber hier gibt es eben keinen offiziellen Wanderweg.“

Noch einmal schlimmer für die Familie wurde es mit Eröffnung des Kettwiger Panoramasteigs. „Es ist mittlerweile einfach zuviel geworden. Wir leben hier. Was würden die Menschen den sagen, wenn wir ständig durch ihren Garten laufen würden? Man hat keine Ruhe mehr“, versucht Jonas Frinker zu erklären, warum nun Schilder darauf hinweisen, dass es sich um einen Privatweg handelt. „Der offizielle Wanderweg führt in einem Bogen um unseren Hof herum. Wir bitten darum, dass dieser Weg nun genutzt wird.“ Doch bei manchen Menschen stößt er auf taube Ohren. „Sie sagen dann, sie gehen schon immer hier lang“, berichtet Frinker und schüttelt nur noch den Kopf.

Mountainbiker fahren teilweise rücksichtlos

Das kann er auch nur noch tun, wenn manche Mountainbiker mit Vollgas über den Hof rasen. „Wir haben drei kleine Kinder, oder es kann auch mal ein Auto kommen. Das ist sehr gefährlich, aber die Leute verstehen es nicht.“ Nun hofft die Familie Frinker, dass der tragische Verlust des Großteils ihrer Herde dazu führt, dass die Menschen umdenken. „Bitte füttert keine fremden Tiere“, appelliert Anke Frinker erneut, „wie man sieht, kann dadurch schlimmes passieren.“

Mit den verbliebenen zwei Lämmern aus diesem Jahr und einem zwei Jahre alten Schaf wollen sie nun wieder langsam eine Herde aufbauen – und hoffen insgesamt auf ein wenig mehr Ruhe auf ihrem Hof. Hier lesen Sie weitere Nachrichten aus Heiligenhaus.

Hofverkauf läuft weiter

Der Hofverkauf der Familie Frinker wird jedoch weiter angeboten.

Hier kann man täglich frische Eier von den Hühnern, die hier leben, kaufen sowie Honig, Nüsse, Früchte, Marmelade und mehr.

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