Freilandhühner

In Heiligenhaus leben richtig glückliche Hühner

Ab sofort genießen sie einen Hauch von Freiheit: die Freilandhühner von Landwirt Johannes Wienken. Am frühen Abend geht es zum Schlafen in den mobilen Stall.

Ab sofort genießen sie einen Hauch von Freiheit: die Freilandhühner von Landwirt Johannes Wienken. Am frühen Abend geht es zum Schlafen in den mobilen Stall.

Foto: Ulrich Bangert

Heiligenhaus.  Neben Eiern aus Bodenhaltung kann Landwirt Johannes Wielken jetzt auch Freilandeier anbieten: Ein Teil seiner Hühner lebt jetzt „outdoor“

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Seit einigen Wochen lässt sich ein Teil der rund 1500 Hühner von Landwirt Johannes Wienken Wind um die Schnäbel wehen, genießt einen Hauch von Freiheit. Denn: Die insgesamt 340 Tiere leben nun draußen im Grünen und profitieren von einer ganz besonderen, brandneuen Unterkunft: Der Mobilstall ermöglicht den Hühnern nicht nur die Wahl zwischen Stall und Wiese, sondern kann auch problemlos versetzt werden. Bis hier größere Mengen Eier gelegt werden, dauert es aber noch etwas.

Manch ein Huhn zeigt sich noch ein wenig irritiert über die neu gewonnene Freiheit

Die Hühner fackeln nicht lange: Wenn Johannes Wienken den Futterbehälter nicht schnell genug schließt, flattern gleich einige Spezies der Gattung „braunes Legehuhn“ zügig auf den Rand oder direkt in die Behälter, um eine ungeplante, aber willkommene Zwischenmahlzeit einzunehmen. Schnürsenkel haben übrigens eine ähnlich große Anziehungskraft auf die neugierigen und gackernden Tiere: vorwitzig picken sie Besuchern an den Schuhen herum.

Wesentlich mehr Scheu haben da einige Hennen dann doch eher noch vor der bislang unbekannten Freiheit, der großen, grünen Wiese. Längst nicht alle trauen sich aus dem Mobilstall heraus. „Die Hühner wohnen ja erst seit Kurzem in dem Mobilstall und sind auch selbst mit 18 Wochen noch recht jung. Die müssen sich erst einmal daran gewöhnen“, erklärt Wienken, Landwirt in dritter Generation. Vor drei Jahren hat er den Hof von seinem Vater übernommen und nutzt nun die Gelegenheit, die Unterkunft der Tiere zu modernisieren.

Der Großteil der Hühner lebt noch in Bodenhaltung

1500 Hühner bevölkern den Hof insgesamt, die anderen leben in herkömmlicher Bodenhaltung. „Es ist so, dass es Verbraucher gibt, die auf gar keinen Fall Eier aus Freilandhaltung haben möchte, weil die ihnen oftmals zu teuer sind. Daher bieten wir beide Varianten an“, erklärt der 35-Jährige. Zweimal pro Woche werden die Eier auf dem Heiligenhauser Wochenmarkt angeboten. „Zehn Eier aus Freilandhaltung kosten rund 80 Cent mehr als die aus herkömmlicher Haltung“, erklärt Wienken. Der genaue Eierpreis hänge von der Größe der Eier ab und diese variiere, je nach Alter der Henne.

„Wenn sie das aktuelle Stück Rasen abgefressen haben, hole ich den Traktor und ziehe den Stall etwas weiter“, erklärt Johannes Wienken. während er das muntere Treiben auf der Hühnerwiese beobachtet. Das 11,30 Meter lange und 2,55 breite Mobil wird vollautomatisch über einen Stallcomputer betrieben.https://www.waz.de/staedte/bottrop/beim-eierkauf-kommt-es-auf-kennzeichnung-an-id213843567.html

Ab 19 Uhr verstummt das muntere Gegacker, dann ist Schlafenszeit

Das Licht schaltet sich morgens um 4 Uhr ein und abends um 20 Uhr aus, die Auslaufklappe, durch die die Hühner auf die Wiese kommen, öffnet sich um 10 Uhr und bleibt – zurzeit – bis 19 Uhr offen. „Das lässt sich individuell nach Jahreszeit einstellen“, erläutert Wienken, der außerdem im Futtersilo des Mobils 600 Kilo Körner lagern kann. „Ein Huhn frisst pro Tag etwa 130 Gramm, das reicht also für circa zwei Wochen.“ Weizen und Hafer kommen vom eigenen Feld, eine Körnermischung wird noch dazugekauft. Auch die Fütterung ist automatisiert, gleich fünfmal am Tag dreht sich das Futterband für eineinhalb Minuten und wird dabei mit frischem Körnervorrat gefüllt. „Und die Eier kann ich ebenfalls über ein Sammelband in einen separaten Sammelraum holen“, ergänzt der junge Landwirt.

Besucher sind auf dem Hühnerhof willkommen

Gerne möchte er in Zukunft seine Hühner und deren Lebensraum auch interessierten Kindertageseinrichtungen und Grundschulklassen vorstellen. Dann erfahren die Kinder unter anderem auch, warum Wienkens Hennen braune Eier legen. „Das liegt nicht am Federfarbkleid des Huhnes, sondern an der Farbe der Ohrläppchen“, so der Experte. Die Hühner selbst interessiert die Farbe ihrer Eier herzlich wenig – Hauptsache, sie haben genügend Auslauf. Die entsprechenden Zeiten haben sie sich übrigens schon gemerkt: „Um Viertel vor sieben sind noch etliche draußen, einige Minuten später alle drinnen“, zeigt sich selbst der Hühnervater überrascht vom schnellen Lerneffekt.

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