Wirtschaft

In Heiligenhaus kann man nun das Segeln lernen

In dem Bürogebäude an der ehemaligen Firma Kongsberg an der Höseler Straße hat Andreas Fleuth eine Segelschule eröffnet.

In dem Bürogebäude an der ehemaligen Firma Kongsberg an der Höseler Straße hat Andreas Fleuth eine Segelschule eröffnet.

Foto: Ulrich Bangert / FUNKE Foto Services

Heiligenhaus.  Andreas Fleuth hat in Heiligenhaus im ehemaligen Kongsberg-Bürogebäude eine Segelschule eröffnet. Doch aufs Wasser kommen die Schüler hier nicht.

Andreas Fleuth, der in Düsseldorf-Unterbilk seit fast 25 Jahren eine Segelschule betreibt, zog vor drei Jahren der Liebe wegen Jahren nach Heiligenhaus. „Da habe ich festgestellt, dass es im ganzen Kreis Mettmann keine professionelle Segelschule gibt.“ Es werden nur Ausbildungen von Vereinen angeboten, deren praktischer Teil auf dem Essener Baldeneysee stattfand. „Das ist kein öffentliches Gewässer, so gibt dort keinen offiziellen Bootsverleih.“

Andreas Fleuth ist seit dem 18. Lebensjahr der Leidenschaft des Segelns verfallen und hat mehr als 50 000 Seemeilen absolviert. Als Student der Wirtschaftswissenschaften hat er nebenher mit der Segelschule begonnen. Abseits schiffbarer Gewässer füllt er nun eine Marktlücke in dieser Branche und kam durch Bekannte darauf, dass sich in der dritten Etage des Bürogebäudes der ehemaligen Firma Kongsberg Räumlichkeiten für den theoretischen Unterricht anbieten würden.

Praktische Teil findet auf Seen der Maas statt

Der praktische Teil findet in den eigenen Booten auf den Seen der Maas im holländischen Roermond unweit der der deutschen Grenze statt. Es wird das Wissen für Führerscheine in drei Kategorien vermittelt. „Die Basics liefert der Sportbootführerschein Binnen, das ist die Grundausbildung für Segel- und Motorboote. Das Upgrade ist der Sportbootführerschein See, mit dem sich die Küstengewässer befahren lassen. Den braucht man bereits, wenn man die Elbe ab Hamburg nördlich befahren möchte.“ Dann gibt es noch einen weiteren Schein für die See. „Damit kann man dann bis nach England, Jersey oder der Isle of Wight, dem großen Segeleldorado fahren.“ Dafür unterhält die Segelschule auf dem Isselmeer die Schulyacht „Nevermind“.

Nach den internationalen Vorschriften ist ein Sprechfunkerzeugnis erforderlich. „Englischkenntnisse sind sicherlich förderlich, aber nicht Bedingung“, ermutigt Andreas Fleuth alle, deren Schulkenntnisse verblasst sind. Den Segelschein kann man bereits mit 14 Jahren machen, den fürs Motorboot ab 16, wer auf die See hinaus möchte, muss 18 Jahre alt sein. Ein polizeiliches Führungszeugnis braucht man nicht. „Da wird mit dem Autoführerschein abgegolten, bei Minderjährigen ist das erst gar nicht gefordert. Hinzu kommt eine ärztliche Untersuchung, bei der es vor allem auf das Sehen und Hören ankommt.

Grundausbildung kostet 800 Euro

Und wie ist das mit der Seekrankheit? „Das muss jeder für sich selber rausfinden.“ Eine Grundausbildung für den Binnenschein kostet um die 800 Euro. Der Theorie folgt an sechs Tagen die praktische Ausbildung auf den Jollen. „Wer nicht auf dem Campingplatz, in Hotels oder Pensionen übernachtet, fährt eben nach Hause, so weit ist das nicht bis Roermond.“

Auf die Prüfung werden die künftigen Seebären sorgfältig vorbereitet. Abgenommen wird die Prüfung durch eine amtliche Kommission des Deutschen Seglerverbandes, die im Auftrag des Bundesverkehrsministerium tätig wird. Im Unterricht werden selbstverständlich die geltenden Hygienemaßnahmen eingehalten. „Ich habe mich da kundig gemacht: Bei nicht schulischen Bildungsveranstaltungen sind bis zu zehn Leute möglich.“ Hier lesen Sie weitere Nachrichten aus Heiligenhaus.

Kontakt zur Segelschule: 0211 229 39 62, www.fleuth-sailing.de

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